Neuer Wirbel um die Weserburg

Wie viel Platz braucht Kunst?

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Eine erste Entscheidung über die Zukunft des Museums Weserburg gibt es am 14. April.

Bremen - Von Mareike Bannasch. Bereits seit Monaten beschäftigt die Zukunft des Bremer Museums Weserburg Medien, Kulturschaffende und Politik, nun hat die Geschichte ein weiteres Kapitel hinzubekommen: Laut eines Berichts von Radio Bremen droht dem Haus auf dem Teerhof eine radikale Schrumpfkur. So soll nach einem neuen Gutachten, das vom Stiftungsrat der Weserburg in Auftrag gegeben worden war, die Ausstellungsfläche von knapp 6000 Quadratmetern auf etwa ein Viertel verkleinert werden.

Eine Aussage, die der Sprecher der Staatlichen Deputation für Kultur, Carsten Werner, gestern in dieser Form allerdings nicht bestätigen will. „Wir haben das Gutachten bislang noch nicht gesehen“, erklärt der Grünenpolitiker. Überhaupt sei eine Verkleinerung des Museums bereits von Anfang an Thema gewesen und ein weiterer Aspekt für die Zukunft des Hauses wesentlich entscheidender: die Erstellung eines tragfähigen Konzepts für die kommenden Jahre. Dies müsse nicht nur die straffen Finanzen, sondern auch eine Ausschreibung des Direktorenpostens nach Peter Frieses Renteneintritt beinhalten. „Noch einmal mit einer Interimslösung herumzudoktern, wäre fatal“, bekräftigt der Sprecher.

Es ist also weiter ziemlich viel unklar in Sachen Weserburg. Eines ist aber in jedem Fall sicher: Sollten sich die Zahlen aus dem Gutachten tatsächlich bestätigen, hätte dies massive Auswirkungen auf die Handlungsfähigkeit des Museums. Denn Sparten wie Künstlerräume, Meisterschüler, junge Sammlungen, die Dauerpräsentation verschiedener Sammlungen und die große jährliche Hauptausstellung brauchen Platz, viel Platz. Von der Gesellschaft für Aktuelle Kunst (GAK) und dem Studienzentrum für Künstlerpublikationen ganz zu schweigen, die ebenfalls auf dem Teerhof ansässig sind. Was sagt man also im Museum selbst zum neuesten Kapitel in der nicht endenwollenden Geschichte? Gar nichts: Der geschäftsführende Direktor Peter Friese hat sich einen Maulkorb verordnet und möchte sich zur aktuellen Debatte nicht mehr äußern.

Die Entscheidung treffen ohnehin andere: die Mitglieder der Deputation für Kultur, die am 14. April zu ihrem nächsten Treffen zusammenkommen. Dann werden laut Carsten Werner alle Optionen, auch die eines Umzugs in die Wallanlagen, noch einmal auf den Tisch kommen und das Gremium wird eine erste Entscheidung treffen. Heißt es zumindest im Moment.

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