Das Steptext Dance Project stellt sein Programm für aktuelle Spielzeit vor

Neue Zeiten, neue Tänze

Die Zeichen der Zeit? „In Fuga“ ist eine Reihe von Tanz-Soli.
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Die Zeichen der Zeit? „In Fuga“ ist eine Reihe von Tanz-Soli.

Bremen – Die Tendenz zur Vereinzelung, die nicht nur durch die Coronaregeln die Gesellschaften in aller Welt mehr oder weniger stark durchzieht, setzt sich auch in der Zeit der Lockerungen fort. Die darstellenden Künste wiederum sind davon auf ihre Weise besonders betroffen.

Das Bremer Schauspiel eröffnet die Spielzeit im Prinzip mit Monologen, und das Steptext Dance Project hat schon im Rahmen des „Kultursommer Summarum“ mit den „Preludes“ auf die Zeichen der Zeit reagiert: Das Solo rückt in den Mittelpunkt der choreografischen Arbeit, wenn auch nicht als einzige Form, aber dazu gleich mehr.

Zunächst hat für das Tanzprojekt die Coronakrise vehement die tägliche Arbeit ausgebremst, die in nicht geringem Ausmaß von internationalen Kooperationen geprägt ist. Und ein Ende ist nicht abzusehen. Dass das Festival „Baila Espana“ dennoch vom 27. bis 31. Oktober über die Bühne gehen soll, überwiegend in Form von Solo-Choreografien, zeugt da von einem gewissen Mut angesichts der jüngsten Entwicklungen in Spanien. Aber ein reines Online-Festival kam für die Macher auch nicht in Frage, erklärte Anke Euler, Dramaturgin bei Steptext, gestern bei einer Pressekonferenz, auf der Steptext sein Programm für die kommenden Monate vorstellte.

Die Einschränkungen treffen freilich auch die Arbeit der neuen Compagnie „Of Curious Nature“, die sich am Theater Bremen erst im Februar mit dem Stück „On the Shoulders of Giants“ erstmals der Öffentlichkeit präsentiert hat. Ungewöhnliche Lösungen sind gefragt. Derzeit ist das Ensemble in zwei Teile aufgeteilt, die getrennt von einander arbeiten, damit im Fall eines Corona-Ausbruchs in einem Teilensemble der jeweils andere Teil einspringen kann.

Insgesamt sei man allerdings derzeit zuversichtlich, erklärte Helge Letonja, Choregraf und künstlerischer Leiter von Steptext. Nicht nur „Baila Espana“, sondern auch „eigenARTig“, das eigentlich internationale Festival inklusiver Tanzkunst, soll vom 22. bis 27. September in Bremen gefeiert werden – nur eben eher regional als international.

Zunächst aber ist ein Doppelabend als Uraufführung in Bremen geplant: Vom 16. bis 19. September zeigen die Choreografen Samir Calixto und Tomas Bünger mit „In Fuga (Part 1)“ und „Silent Heroes“ zwei sehr unterschiedliche Stücke, die sie mit dem Ensemble „Of Curious Nature“ entwickelt haben. „In Fuga (Part 1)“ erforscht tänzerisch Johann Sebastian Bachs berühmten Zyklus „Die Kunst der Fuge“, Büngers „Silent Heroes“ sind fünf Menschen, die auf sich selbst zurückgeworfen sind, auf deren Botschaften niemand antwortet, sich nach Begegnung mit einem Gegenüber sehnend. Es dürfte spannend sein zu sehen, wie sich die seltsame neue Zeit in der Tanzkunst einschreibt und wie diese darauf reagiert.

Im Netz

www.steptext.de

Von Rolf Stein

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