Max Mutzke ohne Schlagzeug und Klavier

Max Mutzke Foto: Dirk Messner

Bremen - Von Wolfgang Denker. Wenn man von dem „Mann mit dem Hut“ spricht, denkt wohl jeder zuerst an Udo Lindenberg. Aber dieses Attribut gilt eben auch für Max Mutzke, auch bei ihm ist der Hut so eine Art Markenzeichen. Bekannter ist er allerdings für seine ausdrucksvolle, etwas raue Stimme, mit der er Liedern einen unverwechselbaren Stempel aufdrücken kann.

Seit seinem Auftritt beim Eurovision Song Contest 2004, wo er mit „Can‘t Wait Until Tonight“ einen äußerst respektablen achten Platz belegte, hat er vor allem als Soul-Sänger eine beachtliche Karriere hingelegt. Nun präsentierte er in der Bremer Glocke ein Konzert zusammen mit dem „Takeover! Ensemble“. Es wurde vom Geiger Mihalj Kekenj begründet, hauptberuflich Konzertmeister beim Symphonieorchester Bergen. Das „Takeover! Ensemble“ ist darauf spezialisiert, die Songs von Soul-, Pop- oder Hip-Hop-Künstlern in ein neues, kammermusikalisches Gewand zu kleiden, um so eine Fusion von Klassik und Pop zu erreichen. In Bremen konnte das Publikum ein solches Konzert bereits mit dem Sänger Maxim und vor einem Jahr mit Joy Denalane erleben.

Diesmal präsentierte sich das „Takeover! Ensemble“ als reines Streichquintett mit Mihalj Kekenj (Violine) sowie Shinkyung Kim (Violine), Erin Kirby (Viola), Matthias Wehmer (Violoncello) und Max Dommers (Kontrabass).

Ein Konzert ohne Schlagzeug und ohne Klavier, also ohne „richtige“ Instrumente, sei eine wirkliche Herausforderung, bemerkte Mutzke scherzhaft zu Beginn – eine Herausforderung, die er glänzend bestanden hat.

Mit seinen Arrangements hat Kekenj einen Klangteppich wie aus Samt und Seide geschaffen. Die Songs gewinnen dadurch noch an Intensität und Farbenreichtum. Der Kontrast zwischen den Streichern und Mutzkes rauchigem, oft in die Kopfstimme wechselndem Gesang erweist sich als sehr reizvoll. Zart und geheimnisvoll ist die Introduktion zum Liebeslied „Iou“ („I own you“), „Creep“ wird von einem melancholischen Solo des Cellisten eingeleitet und „Schwerelos“ überrascht mit Anknüpfungen an den Bolero von Maurice Ravel.

Mutzkes oft im „Erzählton“ gehaltene Lieder gewinnen in diesem musikalischen Gewand noch an poetischer Kraft. Apropos erzählen – das tun Mutzke und Kekenj offenbar sehr gern. Ihre kleinen Sticheleien und Anekdoten haben durchaus Witz, hätten aber auch gern etwas kürzer ausfallen können. Wenn sie sich aber dem Musizieren hingeben, nehmen Mutzke und das „Takeover! Ensemble“ ihr Publikum in jedem Song mit, ob es nun „Magisch“ (mit Einsatz eines Glockenspiels), das mitreißende „Unsere Nacht“ oder der veritable Ohrwurm „Can’t Wait Until Tonight“ ist.

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