Landkreis Osterholz lobt einen neuen Förderpreis aus / Paula Modersohn-Becker als Namenspatronin

„Man wird gefordert und gefördert“

Von Tobias KnickmannBREMEN (Eig. Ber.) · Oscars und Echos – momentan regnet es wieder Auszeichnungen für Künstler aus jeglichen Bereichen und Branchen. Im November diesen Jahres wird zum ersten Mal der Paula Modersohn-Becker Preis ausgelobt.

Der Förderpreis, den der Landkreis Osterholz vergibt, ist bestimmt für Künstlerinnen und Künstler mit Bezug zur Metropolregion Bremen-Oldenburg Nordwest. 7 500 Euro winken als Preisgeld.

Jury-Mitglied und Direktor der Kunsthalle Bremen Rainer Stamm sagt zur Namensgebung des Preises: „Paula Modersohn-Becker ist eine programmatische Künstlerin und ihr Leben und Werk spiegelt sich in diesem Förderpreis wieder.“ Mit der deutschen Künstlerin verbinde sich sowohl ein regionaler Bezug – sie lebte lange Zeit in Bremen und starb in Worpswede – wie auch internationale Bedeutung. Dadurch ließe sich auch ein bestimmtes avantgardistisches Niveau erwarten, so Stamm. Doch nicht nur ein Hauptpreis wird vergeben, sondern auch ein mit 1 000 Euro dotierter Nachwuchspreis sowie eine Sonderehrung für Künstler aus dem Landkreis Osterholz. Es stellt sich die Frage: Wie wichtig sind solche Trophäen für die Künstler und die Kunstwelt?

„Zum einen sind sie Ansporn und Ehre für die künstlerische Arbeit, zum anderen eine kurzweilige finanzielle Entlastung, falls man gewinnt“, bemerkt der in Rheine geborene Maler Christian Holtmann. Auch die Bremer Künstlerin Marikke Heinz-Hoek sieht das so: „Man wird gefordert und gefördert.“ Allerdings müsse man bei den Preisen differenzieren. Demnach gebe es Ehrungen, die in der Championsleague spielen oder aber auch nur Mittelklassige. Eine Inflation an Kunstauszeichnungen erkenne sie allerdings nicht. Etwas anderer Meinung ist da die Leiterin der Gesellschaft für Aktuelle Kunst Bremen, Janneke de Vries, die im Bremer Raum ein Ungleichgewicht und eine Undurchschaubarkeit von Förderpreisen feststellt. „Die Institution fällt dabei hinten runter – langfristige Förderung ist wichtiger.“ Es komme auch immer auf die Art der Preisvergabe an, so de Vries.

„Wichtig ist, dass ein solches Vergabeverfahren durchsichtig ist“, sagt die Geschäftsführerin des Bremer Verbandes für Bildende Künste Antje Schneider. Desweiteren benötige es eine Experten-Jury, ein angemessenes Preisgeld, sowie die Möglichkeit für die Künstler, ihre Werke ausstellen und mit Hilfe eines Katalogs einem großen Publikum bekannt machen zu können.

In einem Punkt sind sich allerdings die Beteiligten einig: Diese Kunstehrung kann für die Metropolregion und besonders für das Gebiet in und um Worpswede nur von Vorteil sein. Ob der Paula Modersohn-Becker-Preis dann in der Championsleague spielen wird, bleibt jedoch noch einige Zeit abzuwarten.

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