Tanz Bremen 

Lasst euch antanzen!

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Insgesamt 13 Compagnien zeigen vom 17. bis zum 24. März in Bremen ihre Produktionen. 

Bremen - Von Rolf Stein. Es ist ein altes Lied, das eigentlich niemand mehr recht singen mag. Tanz Bremen, einst unter dem Namen Tanzherbst als Festival für internationalen zeitgenössischen Tanz ins Leben gerufen, hat eine wechselvolle Geschichte – was sich implizit auch am Namen ablesen lässt. Die zwischenzeitliche Umbenennung hatte ihre Gründe nämlich auch in den Schwierigkeiten bei der Einwerbung finanzieller Mittel. Probleme, die lange treue Wegbegleiter dessen waren, was vor mehr als 15 Jahren der damalige Bürgermeister „ein Stück Bremer Identität“ nannte.

Dass Tanz Bremen bis heute und damit seit 29 Jahren existiert, scheint ihm Recht zu geben. Auch wenn die Höhe des Etats nach wie vor eine schwankende Größe darstellt, beteiligt sich der Senat immerhin mit konstanten 60. 000 Euro. Der Beliebtheit des Festivals tut das alles keinen Abbruch. Während die Auslastung über Jahre immer deutlich über 90 Prozent lag, betrug sie beim letzten Mal beinahe 100 Prozent.

Und wenn man sich das Programm so anschaut, das das Team um Sabine Gehm, die Tanz Bremen seit 2004 leitet, zusammengestellt hat, dann dürfte das auch dieses Jahr realistisch sein. Aus Kanada, Ungarn, Frankreich, Südafrika, Senegal kommen die Akteure – und natürlich auch aus Bremen. Schon traditionell soll sich bei Tanz Bremen die regionale Szene ebenfalls präsentieren. Und – auch das eine Konstante – ein spartenübergreifendes Programm lädt zur zusätzlichen Beschäftigung mit Tanz durch Film, bildende Kunst und Diskurs ein.

13 Compagnien zeigen zwischen dem 17. und dem 24. März ihre Produktionen, einige erstmals in Deutschland, einige als Welturaufführungen. Die Formensprache ist dabei breit aufgefächert zwischen modernem Ballett, modernem Tanz, HipHop und traditionellen Ansätzen, wobei die Spannungen und Potentiale dieser Begegnungen oft auch in den Inszenierungen selbst Thema sind. Da bilden beispielsweise in Helena Waldmanns „Gute Pässe, schlechte Pässe“ Menschen eine Mauer zwischen Tänzern und Zirkusartisten, und in „Out of Joint“ begegnen sich das Bremer Steptext Dance Project und das südafrikanische Vuyani Dance Theatre. Das Bremer Tanzkollektiv, seit je her den Brücken zwischen verschiedenen Kunstformen zugeneigt, erkundet mit dem Ensemble New Babylon Prinzipien der Komposition. Die Compagnie Marie Chouinard aus Kanada widmet sich zum einen dem Ballettklassiker „Le Sacre du Printemps“, einem gleichsam ewigen Thema des Tanztheaters, zum anderen den meskalinschwangeren Zeichnungen des Künstlers Henri Michaux.

Und die 70-jährige Grande Dame des modernen afrikanischen Tanzes, Germaine Acogny, befragt in „Somewhere At The Beginning“ ihre eigenen biografischen Hintergründe auf deren heutige Wirkungsmacht.

Eröffnet wird Tanz Bremen traditionell mit dem „Eintanzen“, das am 10. März in der Sparkasse am Brill gefeiert wird. Der Vorverkauf ist eröffnet – angesichts der Auslastung könnte schnelles Handeln angebracht sein.

Das gesamte Programm ist auch im Internet zu finden. 

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