Kühl, konzeptionell und brutal

Städtische Galerie feiert dreifache Eröffnung

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Erfrischend: Standbild aus „Sketches“ von Nathalie Grenzhaeuser.

Bremen - Von Rolf Stein. Angeblich soll ja schon die Beschäftigung mit kühlen Sujets Linderung bei Hitze bringen. In diesem Sinne ist die Videoarbeit „Sketches“ von Nathalie Grenzhaeuser, die von Samstag an bis zum 14. Oktober in der Städtischen Galerie zu sehen ist, eine kluge Setzung.

Enstanden sind die „Skizzen“, die im Rahmen der von der Bremer Videokünstlerin Marikke Heinz-Hoek kuratierten Reihe „screen spirit_continued“ im Eingangsbereich der Galerie gezeigt werden, im Zuge eines Aufenthalts auf Spitzbergen, zwischen dem norwegischen Festland und dem Nordpol gelegen. 

Viel Weiß ist da zu sehen, nordische Tierwelt, aber auch allerlei technisches Gerät, das futuristisch wirkt. Dass wiederum die meteorologischen Messungen, die mit diesen Gerätschaften vorgenommen werden, womöglich auch ein Ende der arktischen Landschaften andeuten, verleiht dieser Arbeit durchaus etwas Bedrohliches.

In den oberen Räumen der Galerie geht es deutlich abstrakter zu. Zwei Förderpreisträger sind hier mit Einzelausstellungen zu sehen, von denen die eine, die von Sebastian Dannenberg nämlich, nur Teil eines größeren Konzepts ist: Bereits im Frühjahr dieses Jahres hatte der Förderpreisträger von 2015 einen breiten schwarzen Strich in den Ausstellungsraum des Künstlerhauses platziert, selbigen im Juni in einer Art Happening von dort an der kleinen Weser entlang bis zur Städtischen Galerie fortgeführt, wo nun in einem dritten Schritt die Arbeit „It’s All About the River“ an ihr Ende kommt – nicht ohne eine markante Spur in den Galerieräumen zu hinterlassen. 

Sebastian Dannenberg vollendet in der Städtischen Galerie seine dreiteilige Reihe „It´s all about the River“.

Die im Künstlerhaus begonnene Linie läuft nun einmal an der Wand entlang und ist zugleich zusammenfassende Klammer wie trennendes Element. Was das Konzept spiegelt: Es ging Dannenberg schließlich auch darum, die beiden Bremer Institutionen zu verbinden.

Lena Inken Schaefer, Förderpreisträgerin von 2013, zeigt unter dem Titel „Impartial Spectator“ (zu Deutsch: unparteiischer Beobachter), Adam Smith’ Werk „Theorie der ethischen Gefühle“ entliehen, eigentlich zwei Ausstellungen. Die eine kreist um grafische Arbeiten, die Schaefer per Projektion wandhoch aufgeblasen hat. Eine gusseiserne Brille eröffnet den Blick darauf, zwei Hängematten signalisieren, dass hier Zeit zum Reflektieren ist. 

Im hinteren oder eben zweiten Teil von Schaefers Schau wird es figürlicher. Hier verarbeitet die Künstlerin vor allem Eindrücke aus Kioto in Japan, wo sie vor zwei Jahren eine Residenz in der Villa Kamogawa des Goethe-Instituts absolvierte. Drei kurze Filme, mit Smartphone aufgenommen, zeigen teils geradezu brutale Szenen aus der Tierwelt – die den Betrachter zur praktischen Unparteilichkeit verdammen.

Bis 14. Oktober, Eröffnung: Samstag, 19 Uhr, Städtische Galerie Bremen

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