Die Bremer Philharmoniker stellen die Spielzeit 2013/14 vor / Generalmusikdirektor Markus Poschner bleibt bis 2017

Klasse des Klangkörpers im solistischen Format

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Im Februar 2014 Gast in Bremen: Shiri Sivan. ·

Bremen - Von Johannes BruggaierUnterschrieben ist noch nichts, doch der Vertrag scheint nur noch Formsache zu sein: Markus Poschner, Generalmusikdirektor der Bremer Philharmoniker, wird sein Engagement voraussichtlich bis zum Jahr 2017 verlängern.

Das haben gestern Poschner selbst sowie Bremens Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz (SPD) bei der Vorstellung des Programms zur kommenden Spielzeit bekanntgegeben. Ausschlaggebend sei unter anderem das neue Leitungsteam am Theater Bremen gewesen, erklärte der Dirigent. Unter der Intendanz von Michael Börgerding habe das Haus eine Ästhetik entwickelt, mit der er sich voll und ganz identifizieren könne: „Ich bin ein Fan dieses Teams, bitte schreiben Sie das!“

Weil nach verbreiteter Wahrnehmung zuletzt auch im eigenen Ensemble ein künstlerischer Aufschwung zu verzeichnen war, steht selbiges nun im Mittelpunkt der nächsten Saison. Orchestrale Glanzstücke wie Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 7 (am 30. September) oder Beethovens Neunte (am 15. Dezember) sollen die Klasse des Klangkörpers dokumentieren. Derweil bietet eine dreitägige Konzertreihe Musikern des Orchesters die Gelegenheit, ihre individuelle Qualität unter Beweis zu stellen: Vom 23. bis 25. Februar 2014 wollen die Flötistin Shiri Sivan, Bassist Hioyuki Yamazaki sowie der Cellist Johannes Krebs mit solistischen Werken wie Serge Koussevitzkys Kontrabasskonzert oder Friedrich Guldas Konzert für Cello und Blasorchester den Facettenreichtum ihres Orchesters aufzeigen. Hornist Matthias Berkel widmet sich am 31. März dem Solokonzert von Reinhold Glière.

Gleichwohl werden auch diesmal wieder namhafte Gastsolisten erwartet, darunter Sopranistin Robin Johannsen, die Anfang Februar 2014 Arien aus dem Barock interpretiert, sowie Pianist Jean-Yves Thibaudet, der im Juni 2014 Camille Saint-Saëns’ Klavierkonzert Nr. 5 spielt.

Eine gewissermaßen umgekehrte Variante des Gastspiels erfahren die Philharmoniker im Herbst: Es sei nämlich der Bournemouth Symphony Chorus selbst gewesen, der für die Aufführung von Richard Blackfords Oratorium „Not in our time“ in Bremen angefragt habe. So wird das in Gedenken an die Ereignisse des 11. September 2001 verfasste Werk am 2. November unter der Leitung von Gavin Carr erstmals auf europäischem Festland zu hören sein.

Als Konsequenz aus der Begeisterung des Generalmusikdirektors für die künstlerische Entwicklung am Theater Bremen lässt sich auch eine weitere Neuerung verstehen: Die Familienkonzerte finden künftig am Goetheplatz statt, erstmals zu erleben am 1. Dezember, wenn Alf Hoffmanns Vertonung der Paul-Maar-Erzählung „Von Maus und Mond“ erklingt. Überhaupt will Poschner die Nachwuchsprojekte zur „Chefsache“ erheben, mit Kindern zu arbeiten sei schließlich schwierig und schön zugleich.

Zur Entwicklung der Publikumszahlen äußert man sich bei den Philharmonikern bereits vorsichtig optimistisch. Endgültige Zahlen lägen zwar noch nicht vor, sagte gestern Intendant Christian Kötter-Lixfeld: Immerhin aber habe man in der laufenden Spielzeit erstmals die Marke von 3000 verkauften Abonnements geknackt.

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