Programm der Internationalen Tanztage in Oldenburg

Jetzt schlägt’s dreizehn

+
Getanzten Spaß mit doppeltem Boden verspricht das Programm: Szene aus „Sechs Tänze“ von IT Dansa aus Spanien. 

Oldenburg - Von Rolf Stein. Ein Vierteljahrhundert gibt es sie schon: die Internationalen Tanztage in Oldenburg, die in diesem Jahr zum 13. Mal am Staatstheater gefeiert werden. Und Intendant Christian Firmbach ist stolz darauf, dass das Festival in diesem Jahr das größte deutsche Tanzfestival in diesem Jahr ist.

Das habe ein bisschen damit zu tun, dass die „Movimentos“ in Wolfsburg auch wegen des VW-Abgas-Skandals in diesem Jahr kürzer treten müssten, erläuterte Firmbach bei einer Pressekonferenz, auf der das Programm der 13. Internationalen Tanztage vorgestellt wurde.

Vor der 13 haben die Oldenburger keine Angst. Schließlich nehmen in diesem Jahr auch 13 Compagnien an dem Spektakel teil, darunter übrigens, anders als bei den Tanztagen vor zwei Jahren, die hauseigene Ballett-Truppe. Festivalleiter Burkhard Nemitz gab sich selbstbewusst: Die Compagnie unter der Leitung von Antoine Jully habe in den vergangenen Jahren eine Entwicklung durchgemacht, die sie auf Augenhöhe mit den internationalen Gruppen tanzen lasse, die Oldenburg für etwas mehr als eine Woche zum Zentrum der Szene machen.

Gastspiele sind mehrmals zu sehen

Unter den rund 50 Veranstaltungen der Internationalen Tanztage sind Deutschland- und Europapremieren, Erstpräsentationen von neuen Compagnien, Workshops und Konzerte, zur Eröffnung bespielt die französische Compagnie Retourament die Außenwände des Staatstheaters – und die ganze Stadt darf zusehen. Zuvor darf sich zumindest das zahlende Publikum bereits an zwei Gastspielen erfreuen. Wie überhaupt an vielen Abenden drei Vorstellungen zu sehen sind, die so getaktet sind, dass man in den Pausen bequem von Spielort zu Spielort kommt. Getanzt wird nämlich nicht nur auf den beiden Bühnen am Theaterwall, sondern auch auf beiden Spielflächen der Exerzierhalle am Pferdemarkt. Und – auch das erfreulich besucherfreundlich: Die Gastspiele sind allesamt zwei- bis dreimal zu sehen.

Zu den Hauptattraktionen dürften die Auftritte von Les Ballets Bubenicek aus Tschechien zählen. Die eineiigen Zwillinge Jiri und Otto Bubenicek traten 1993 dem Hamburger Ensemble von John Neumeier bei, der für die Brüder etliche Choreografien schuf. 2001 gewann Jiri den „Prix Benois de la Danse“ als bester Tänzer – eine der renomiertesten Auszeichnungen der Tanzwelt. 2015 beendeten beide Brüder ihre Laufbahn als Ensemble-Tänzer und arbeiten nun an ihrer eigenen Compagnie. Les Ballets Bubenicek feiert seine Deutschland-Premiere im Februar inBonn, Oldenburg kommt immerhin schon kurz danach zum Zuge. Aus den USA kommen „Hubbard Street Dance Chicago“, die dort zu den bedeutendsten Compagnien zählen. Nach Oldenburg kommt die Truppe mit dem eigens anlässlich der Tanztage geschaffenen Abend „7 Pieces“, der sich aus Versatzstücken älterer Arbeiten besteht.

Spannend ganz sicher auch das Stück „Ce que le jour doit à la nuit“ (Die Schuld des Tages an die Nacht) von der Compagnie Hervé Koubi aus Algerien. Koubi begann erst vor Kurzem, sich mit seinen algerischen Wurzeln auseinanderzusetzen. Für diesen Abend castete der Choreograph in Algiers zwölf Straßentänzer und Hiphopper, von denen noch keiner auf einer Bühne gestanden haben soll. Zu Musik von Johann Sebastian Bach bis zum Kronos Quartett schillert die Choreografie zwischen Streetdance, Hiphop und Sufismus. Die „New York Times“ sah „eine faszinierend flüssige Kraft in ihren tiefen Flügen und ihrem langsamen Taumeln“.

Neben den internationalen Tanzgastspielen und den Vorstellungen des Oldenburger Ballett-Ensembles bieten die Internationalen Tanztage Workshops mit den gastierenden Choregraphen, Aufführungen der Bonner „GO.OLD Seniorcompany Gudrun Wegener“, Tanztheater für die ganz Kleinen und Konzerte im Hauptfoyer des Staatstheaters bei freiem Eintritt, unter anderem mit der Jazz-Sängerin Lyambiko und Band.

Der Vorverkauf für die 13. Internationalen Tanztage vom 5. bis 14. Mai am Staatstheater Oldenburg beginnt am Freitag. Das Programm und weitere Informationen gibt es auch im Internet.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Impeachment-Ermittlungen: Weitere Zeugenaussage gegen Trump

Impeachment-Ermittlungen: Weitere Zeugenaussage gegen Trump

Hongkong: US-Kongress stellt sich hinter Demokratiebewegung

Hongkong: US-Kongress stellt sich hinter Demokratiebewegung

Unterwegs im Unesco-Welterbe Augsburg

Unterwegs im Unesco-Welterbe Augsburg

Razzia gegen "Hawala-Banking"

Razzia gegen "Hawala-Banking"

Meistgelesene Artikel

Reiche Küste

Reiche Küste

„Blechtrommel“ in Bremerhaven: Grass-Klassiker als gut geöltes Bildertheater

„Blechtrommel“ in Bremerhaven: Grass-Klassiker als gut geöltes Bildertheater

Keine Sonne, keine Pinguine

Keine Sonne, keine Pinguine

Bremer Philharmoniker: Inspirierender Beitrag zur Geschichte der Sinfonie

Bremer Philharmoniker: Inspirierender Beitrag zur Geschichte der Sinfonie

Kommentare