Überraschung für 5 500 Fans

Appletree Garden Festival - für immer in Diepholz

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ZAP auf der Appletree-Bühne. 

Diepholz - Leise geht es los auf dem Appletree Garden Festival am Donnerstag: „Hallo Appletree!“, begrüßen Steffi und Laura von der Band Children das anfangs noch überschaubare Publikum im Spiegelzelt. „Ich glaube, wir eröffnen das Festival.“ Und damit haben sie recht. Was folgt, sind drei Tage voll Indiemusik, Straßenkunst, Lesungen und Yoga-Workshops. Auch in diesem Jahr ist das Festival am Diepholzer Lüdersbusch mit rund 5 500 Besuchern ausverkauft.

Dafür dürfte auch das Line-up gesorgt haben. Neben bekannten Künstlern wie Fil Bo Riva, Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi oder Meute gibt es für die Besucher auch Geheimtipps wie Tamino, Blond und O/Y zu sehen. Nach dem eher ruhigen Retro-Pop der beiden Berlinerinnen von Children geht es laut weiter mit Alli Neumann auf der Hauptbühne.

Die Schauspielerin und Musikerin aus Hamburg heizt den Festivalbesuchern mit rockigen Beats, kräftigen Gitarrenriffs und der ein oder anderen Rap-Passage ordentlich ein. Lasziv in ein viel zu großes, graues Jacket gekleidet, schwankt sie zwischen ruhigen Tönen und laut-rotzigen Vocal-Parts.

Während sich im Anschluss an Alli Neumann die Musiker von Neufundland bereitmachen, werden im Spiegelzelt andere Seiten aufgeschlagen. Seit einigen Jahren setzen die Organisatoren des Vereins zur Förderung der Jugendkultur auch auf Unterhaltung abseits von Gitarre und Schlagzeug.

Ronja von Rönne liest vor zurückhaltendem Publikum

Die Autorin Ronja von Rönne liest vor einem noch etwas zurückhaltenden Publikum. Direkt zu Beginn stellt sie klar: „Ich bin so ein Festivalrentner“, und blickt auf die jungen Zuschauer in der ersten Reihe. In den folgenden 60 Minuten erzählt sie von ihren Studienabbrüchen, gibt Tipps gegen Schüchternheit beim ersten Date („Betrinken Sie sich so sehr, dass Sie auf dem Wohnzimmerteppich einschlafen“) und erklärt, dass ihre Eifersucht mittlerweile so sehr um sich greife, dass sie sogar Gegenstände mit weiblichem Artikel hasse.

Aber auch Ronja von Rönne (r.o.) kommt gut an. 

Volle Power gibt es beim Auftritt von Neufundland. Die fünf Kölner bringen sowohl Lieder von ihrem ersten Album „Wir werden niemals fertig sein“, das von der Perspektivlosigkeit nach der Schulzeit handelt, als auch kritische Impulse durch eine Songauswahl von ihrem Album „Scham“ aus diesem Jahr. Als Frontmann Fabian, der aus dem Diepholzer Umland stammt, im Song „Viva La Korrosion“ das Publikum zum Mitsingen auffordert, rufen alle auf der Lichtung laut „Viva!“

Ob allen bewusst ist, dass die zweite Single-Auskopplung aus Neufundlands zweitem Album die Konsumgesellschaft kritisiert? In diesem Moment stehen wohl vor allem die Party und die ausgelassene Stimmung im Vordergrund.

Das zeigt sich auch beim Schweizer DJ-Kollektiv Klaus Johann Grobe und der ungewöhnlichen Performance der vier Straßenkünstler von ZAP. Mit kleinen Trommeln und Gitarren, mit Rasseln und einem selbstgebauten Hut mit Becken drauf begeistern die Künstler aus Australien und Griechenland Jung und Alt auf einer kleinen Bretterbühne mitten im Wald.

Fil Bo Riva (l.) ist eine der Hauptattraktionen beim Appletree Garden Festival.

Eines der Highlights am Donnerstag ist der Auftritt von Fil Bo Riva. Filippo Bonamici, wie der Frontmann und Sänger eigentlich heißt, profitiert von seiner steigenden Bekanntheit. Sei es der Song „Go Rilla“ vom neuen Album „Beautiful Sadness“ oder das ältere „Killerqueen“: Die Zuschauer sind textfest.

Einen Act verrät das Appletree-Team bis zuletzt nicht. Kurz bevor die Uhrzeit vor dem Fragezeichen im Programm erreicht ist, verdichten sich die Gerüchte. Als dann tatsächlich mit „Die Vögel scheißen vom Himmel“ der erste Satz aus dem Song „Marie“ quer über das Gelände fegt, kennt die Freude der Besucher kein Halten mehr. Zum nunmehr vierten Mal machen die Musiker von AnnenMayKantereit Halt in Diepholz. Damit sind sie die am häufigsten gebuchte Band in 19 Jahren Appletree-Geschichte.

Die vier Kölner sind nicht die einzigen alten Bekannten im Programm: Bereits zum 18. Mal sei er auf dem Appletree Garden Festival, rechnet Autor Dirk Gieselmann vor. Der Mann aus dem Ortsteil Sankt Hülfe, der heute in Berlin lebt, liest Texte über seine Jugend, über längst geschlossene Geschäfte und die ein andere andere Anekdote seines jungen Lebens. Dass er unlängst wegen teilweise erfundener Zeitungsberichte in der Kritik stand, scheint die wenigsten zu stören.

Appletree Garden Festival - der Freitag mit AnnenMayKantereit

Appletree Garden Festival - der Freitag
 © Jannick Ripking
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In Diepholz werde er noch „Dirki“ oder „Giesi“ genannt, so der Autor. Er erzähle „die Geschichte eines Heimkehrers, der gerne Berliner wäre, aber für immer Diepholzer bleibt“. Das scheint ihn auf ewig an das Appletree Garden zu binden. Allen Schwierigkeiten zum Trotz.

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