„De Loopers“ im Theater Bremen

Hundert Tänzer für Hundertwasser

Bremen - Von Ute Schalz-LaurenzeZwölf Menschen kämpfen um Vorherrschaft, voller Konkurrenz schieben sie sich weg, behindern sich, kommen wieder zusammen.

Ein wieder mal ergreifendes Stück Tanz von Laien wurde im restlos ausverkauften Theater am Goetheplatz gespielt: Ein neuer Auftritt von „De Loopers“, dem seit 2003 existierenden Tanztheater für Kinder und Jugendliche. Wilfried van Poppel, der ehemalige Tänzer des Bremer Tanztheaters (Susanne Linke) und seitdem freischaffender Tänzer, Pantomime und Choreograph, hat es gegründet und bietet seitdem Kindern und Jugendlichen die Chance, sich in Bewegung und Tanz auszudrücken. Gelernt hat er dabei viel vom charismatischen Choreographen Royston Maldoon, der nach seinem Film mit den Berliner Philharmonikern „Rhythm is it“ tausenden von Kindern zu neuem Selbstbewusstsein und ästhetischem Gespür verholfen hat. Heute ist er auch künstlerischer Berater von „De Loopers“.

Diese Philosophie wie auch die von van Poppel ist ebenso einfach wie für alle erfolgreich: Da die Tänzer nicht wirklich tanzen können, müssen bewältigbare Bewegungsbilder gefunden werden. Es sind häufig regelrechte Skulpturen, die mit beeindruckender Synchronität und wunderschöner Beleuchtung sich geheimnisvoll bewegen – nach Impressionen der Bilder von Hundertwasser. Hatten das erste Stück Erwachsene getanzt, waren im zweiten siebzig Kinder eine gute dreiviertel Stunde lang auf der Bühne – „Hundertwasser-Hunderttänzer“ war der Titel des Abends. Dass es da zu keinerlei Langeweile oder gar Stillstand kommt, ist einerseits dem Einfallsreichtum der Choreographen – van Poppel und Amaya Lubeigt – zu danken, aber auch den enorm engagierten Kindern: es war bei allen immer deutlich zu merken, dass nicht um irgendwie eingetrichterte und mehr oder weniger gekonnte Figuren geht, sondern um die Intensität des Körpereinsatzes.

Es lag andererseits an der Zusammenarbeit mit der Deutschen Kammperphilharmonie, deren mit Semiprofis durchsetztem Orchester „Sinfonia Concertante“ unter der Leitung von Rodrigo Blumenstock regelrecht mitreißende, ja fetzige Musik spielte: Die stimmungsvollen, der Minimal Music nahe virtuosen Musikendes Armeniers Ara Malikjan und Joan Valent und den barocken Nachbildungen von Karl Jenkins wurden enorm schwungvoll gespielt – glänzend der Solist Stephan Latzko. Nicht zu vergessen ein toll bemalter Hundertwasser-Vorhang, der in den pädagogischen Werkstätten der Kunsthalle entstanden ist.

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