Musikfest Bremen: Kurt Elling räumt in der Glocke mit dem Metropole Orkest ab

Historische Aufführungspraxis

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Kurt Elling

Bremen - Von Andreas Schnell. Mit dem amerikanischen Sänger Kurt Elling erlebte die Jazz-Schiene des Musikfests Bremen ihren krönenden Abschluss.

Und ihren croonenden: Elling, der mit dem Metropole Orkest aus Hilversum, dem letzten existenten Rundfunk-Tanzorchester Europas, in der Glocke auftrat, präsentierte sich mit opulenter Begleitung als charmanter Crooner mit einem Programm zwischen Pop-Hits der Beatles und Paul Simons und Jazz-Klassikern wie Wayne Shorters „Speak No Evil“ oder Duke Ellingtons „Tutti For Cootie“.

Zwar angekündigt, kurzfristig aber aus dem Programm genommen waren mit einer Komposition der Progressive-Rock-Band King Crimson sowie Charles Mingus’ „Duke Ellington’s Sound of Love“ zwei spannende Stücke, die Elling vielleicht noch ein bisschen mehr zu Scat-Einlagen herausgefordert hätten, mit denen der Sänger in Bremen ein wenig geizte.

Beeindruckend war Ellings Bariton, den er bisweilen auch in zarteste Höhen treibt. Zugleich erwies er sich als klassischer Entertainer. Auf Deutsch sagte er: „Ich hoffe, Ihnen einen beschwingten Abend zu gestalten“, erwies der Bühne seine Reverenz, auf der schließlich einst Louis Armstrong stand und machte dem Publikum am Ende das aufrichtige Kompliment, dass er als Jazz-Sänger nicht immer so freundlich empfangen werde.

Der Anteil des Metropole Orkest an diesem gelungenen Konzertabend darf nicht unterschlagen werden. Unter der Leitung von Jules Buckley, der sich als Mitbegründer des Heritage Orchestras einen Namen machte und sich mit Neuer Musik ebenso gut auskennt wie mit Pop und Jazz, entlockte dem rund 50-köpfigen Orchester zwischen strahlenden Bläsersätzen, komplexen Texturen und zarter Balladenbegleitung einen eindrucksvollen Klangreichtum. Auch die solistischen Beiträge waren ausnahmslos von hohem Niveau. Am Ende gab es stürmischen Applaus.

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