Konzerthaus legt Programm zur neuen Saison vor: Simone Kermes interpretiert Werke aus der neapolitanischen Oper

Herbie Hancock und Lorin Maazel in der Bremer Glocke

Nach Jahrzehnten zurück nach Bremen: Lorin Maazel.

Von Johannes BruggaierBREMEN (Eig. Ber.) · Eine gute Nachricht und eine schlechte für das Bremer Konzerthaus Glocke. Die gute: Von der kommenden Spielzeit an erhöht sich der Etat um 115 000 Euro – mitten in der Finanzkrise, während allerorten Subventionen gestrichen werden.

Die schlechte Nachricht: Es ist bloß ein durchlaufender Posten. Was die Stadt bislang direkt für die Bauerhaltung bezahlt hat, wird jetzt über die Glocke abgerechnet. Unterm Strich also kein Cent mehr für das Haus.

Immerhin bleibt das Grundbudget von 624 000 Euro vorerst bestehen. Das ist genug, um für die neue Saison einige durchaus attraktive Eigenveranstaltungen auf die Beine zu stellen: Einen Auftritt von Herbie Hancock zum Beispiel, der wohl ohne Übertreibung zu den ganz Großen des internationalen Jazz gezählt werden darf. Am 22. November ist er mit seinem Album „River: The Joni Letters“ zu Gast. Oder das Trio „[em]“: nicht so legendär wie Hancock, aber aktuell vielfach hochgelobt. Am 22. Oktober tritt die Formation um den Pianisten Michael Wollny gemeinsam mit der Instrumental Band Rudder aus New York auf. Eine alte Bekannte hingegen ist für die Bremer Dianne Reeves, ihr letzter Auftritt in der Hansestadt liegt gerade einmal zwei Jahre zurück. Am 4. Februar 2011 wird sie sich die Bühne mit dem New Yorker Sänger und Gitarristen Raul Midón teilen.

Der klangvollste Name lautet in der nächsten Saison zweifellos Lorin Maazel. Seit 25 Jahren war der Maestro nicht mehr in der Glocke. Bremen besuchte er zuletzt 1994, musste sich dabei aber mit einer schnöden Industriehalle abfinden. Am 21. Mai 2011 dirigiert er das Philharmonia Orchestra London, auf dem Programm steht unter anderem Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 1.

In der Reihe „Glocke Vokal“ erwidert derweil Koloratur-Sopranistin Simone Kermes eine in der Vorsaison gestellte Frage. So jedenfalls lässt sich der Hinweis der Glocke-Leitung verstehen, wonach die Leipzigerin als „die deutsche Antwort auf Cecilia Bartoli“ gelte. Bartoli war in der abgelaufenen Spielzeit zu Gast, Kermes hingegen will am 12. März Werke aus der neapolitanischen Oper des 18. Jahrhunderts interpretieren. Zu guter Letzt ist auch der portugiesische Fado wieder vertreten. Nach dem Auftritt von Mariza vor zwei Jahren gibt jetzt ihre Kollegin Mísia am 20. November ihr Glocke-Debüt.

243 000 Besucher habe das Konzerthaus an der Domsheide im vergangenen Jahr gezählt, sagt Geschäftsführer Ehntholt. Das bedeute einen Zuwachs von 11 000 im Vergleich zum Vorjahr und führe die Glocke allmählich an die Grenzen ihres Fassungsvermögens. Wie viele Besucher davon den Eigenveranstaltungen zuzurechnen sind, konnte Ehntholt zwar nicht sagen, allerdings hätten die Glocke-Produktionen dem positiven Trend entsprochen. Mit dem neuen Programm könnte sich diese Entwicklung verfestigen.

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