Musik an der Woll-Kämmerei

Mehr Metal für Bremen: Vier neue Bands für Hellseatic-Festival bestätigt

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Auch Frauen können Metal: Katharina Heldt von den Galactic Superlords.

Im September wird es laut in Bremen-Blumenthal. Denn dann findet dort das Hellseatic-Metal-Festival statt. Der Ankündigung im Dezember folgten nach und nach weitere Band-Bestätigungen.

  • Hellseatic-Festival Bremen für September angekündigt
  • Musik-Event auf dem Gelände der Bremer Woll-Kämmerei
  • Veranstalter geben Bands nach und nach bekannt

Update vom 13. Januar 2020: Es wird laut in Bremen im September beim Hellseatic-Festival in Bremen. Und wie versprochen haben die Veranstalter noch einmal eine Schippe draufgelegt: Mit Mörser steht nun eine der radikalsten Bands auf dem Hellseatic-Programm, die je aus Bremen kamen. Seit einem Vierteljahrhundert verschmelzen die Bremer brachialen Metal und Extrem-Hardcore.

Noch deutlich länger sind die britischen Thrash-Metaller Onslaught aktiv, wenn auch mit einer längeren Pause. 1982 gründete sie sich als Punkband, schwenkten aber schon bald auf rotzigen Metal um.

Förderung der regionalen Szene beim Hellseatic

Weil das Hellseatic-Festival sich auch die Förderung der regionalen Szene auf die Fahne geschrieben hat, bekommen mit Illusion und Kavik zwei noch sehr junge Bands eine Chance, vor großem Publikum zu finden.

Für die nahe Zukunft haben die Veranstalter des Metal-Festivals übrigens angekündigt, weitere nationale und internationale Bands zu verkünden. Es bleibt spannend.

Original-Artikel vom 5. Dezember 2019: Ein geradezu erstaunliches Comeback hat der schwere Rock in den vergangenen zehn Jahren hingelegt: Nach seiner Erfindung in den 70ern als Proletkult verschrien, in den 80er-Jahren dann musikalisch immer radikaler und durchaus Anziehungspunkt für Avantgarde-Musiker anderer Musikrichtungen geworden, verlor das Genre im Verlauf der 90er-Jahre an Glanz und zog sich in eine zerklüftete Nischenlandschaft zurück, während Grunge und sogenannter Alternative Rock die Szene dominierten.

Als die Musikindustrie mit dem Siegeszug des Internets in die Krise geriet, sorgte das wertkonservative Metal-Publikum immerhin noch für stabile Verkaufszahlen bei physischen Tonträgern, während sich im Untergrund bereits etwas Neues zusammenbraute: Bands wie Earth und Sunn o))) verlangsamten Heavy Metal radikal und öffneten sich zugleich für Zusammenarbeiten mit Künstlern anderer Genres und Disziplinen, während eine Band wie die New Yorker Liturgy Black Metal mit den Errungenschaften von Sonic Youth und Glenn Branca bekannt machten. So wurde der schwere Rock anschlussfähig für ein neues, hippes Publikum, das mit den Parameter des klassischen Heavy Metal zuvor fremdeln mochte.

Dass die Szene gleichwohl immer noch männlich dominiert ist, zeigt auch das Line-up eines neuen Festivals namens Hellseatic, das im September kommenden Jahres Premiere an der Weser feiert. Aus dem Umfeld des Vereins Musikszene Bremen und des Alten Zollamts in der Überseestadt setzt sich das Veranstalterkollektiv zusammen, das nun zusammenführt, was zusammengehört: Die verschiedenen Subgenres der harten Musik von Stoner Rock bis Black Metal, bislang auf die Bühnen der Jugendfreizeitheime und Kneipen der Stadt verteilt, sollen am 11. und 12. September 2020 bis zu 2 000 Menschen nach Blumenthal auf das Gelände der Bremer Woll-Kämmerei locken.

Die ganz großen Namen darf man freilich nicht erwarten. Immerhin stehen mit der hessischen Death-Metal-Band Disbelief und der österreichischen Post-Black-Metal-Combo Harakiri For The Sky, die unter anderem mit einer einschlägigen Version des Songs „Mad World“ von Tears For Fears Aufsehen erregte, zwei bekanntere Namen oben auf dem Programm. Ganz ohne Frauen geht die Chose nicht zu: Mit Katharina Heldt, Sängerin der Galactic Superlords, steht beispielsweise eine famose Sängerin auf der Bühne.

Tickets

Eintrittskarten gibt es ab dem 6. Dezember für 46 Euro unter anderem bei Hot Shot Records und Black Plastic in Bremen.

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