Neue Galerie in Kassel wiedereröffnet

Hell, freundlich und modern

Von Mark-Christian von BusseKASSEL · Eine der wichtigsten Errungenschaften, die die 23 Millionen Euro teure Sanierung der Neuen Galerie in Kassel bringt, kann man nicht sehen. Doch man wird sie fühlen – spätestens, wenn es nächsten Sommer heiß ist: die neue Klimaanlage. Dann ist es vorbei mit bis zu 36 Grad im Museum.

Diese Woche wird nach gut vierjähriger Bauzeit die Neue Galerie eröffnet. Die Klimatisierung – für den Berliner Architekten Volker Staab „ein großer Teil der Ertüchtigung, wenn man die Kosten anguckt“ – ist nur ein Aspekt des in jeder Hinsicht großzügigeren, freundlicheren, modernen und zudem behindertengerechten Museums.

„Staab und sein großartiges Team sind Gebäude und Sammlung gerecht geworden“, schwärmt Prof. Dr. Bernd Küster, Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), über Klarheit, Helligkeit und Transparenz. „Ein Museum ist gut, wenn Gebäude und Sammlung zur unwiderlegbaren Einheit verschmelzen, wenn es aussieht, als sei das Gebäude dafür gebaut worden“, erläutert Küster. Dieser Anspruch werde eingelöst.

Denn inhaltlich haben sich die Akzente ebenfalls verschoben. „Es wird eine andere Dimension eröffnet“, sagt Küster. Wird im Schloss Wilhelmshöhe das fürstliche Zeitalter präsentiert, soll in der Neuen Galerie die Kunst der bürgerlichen Epoche vorgestellt werden, in einem Spannungsbogen von der Romantik bis in die Gegenwart. Und zwar nicht für ein bereits vorgebildetes, ein Elite-Publikum, sondern für jedermann. Als ein Museum für alle.

Ein Schwerpunkt ist die Geschichte der documenta, die in keinem anderen Museum so umfassend dokumentiert ist, wie die Leiterin der Neuen Galerie, Dr. Marianne Heinz, selbstbewusst sagt. Die documenta ist Bereicherung, aber auch Bürde: In einigen Monaten müssen wieder weite Teile der Neuen Galerie geräumt werden, weil die documenta 13 einzieht. Die MHK werde deren Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev „in größtmöglicher Weise entgegenkommen, weil wir wollen, dass die documenta gut wird, und weil wir gut dastehen wollen“.

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