Freitag ist „Frei Tag“ - Museen wollen attraktiver werden

+
Museen in Hannover wollen Hemmschwellen abbauen.

Hannover - Mehr als sieben Millionen Menschen besuchen jedes Jahr Ausstellungen in Niedersachsen und Bremen. Dennoch haben alle Häuser zu kämpfen, sagt der Chef des Museumsverbandes. Ein Weg, mehr Gäste anzulocken, sind Tage mit freiem Eintritt.

Um Hemmschwellen bei den Besuchern abzubauen, nehmen immer mehr Museen in Hannover freitags keinen Eintritt. Schon länger ist der Besuch des Sprengel Museums, Kunstvereins und Historischen Museums am Tag vor dem Wochenende kostenlos. Seit vergangener Woche hat sich die Kestnergesellschaft mit Unterstützung eines Sponsors der Aktion angeschlossen. Hans Lochmann, Chef des Museumsverbandes für Niedersachsen und Bremen, sieht darin eine gute Möglichkeit für die Häuser, sich neue Zielgruppen zu erschließen. „Gerade an einem besucherschwachen Tag wie dem Freitag hat das Sinn“, sagte Lochmann der dpa.

Etwa die Hälfte der 700 Museen in Niedersachsen und Bremen werden ehrenamtlich betrieben. Hier ist der Eintritt frei, die Gäste werden aber um eine Spende gebeten. Dies funktioniert aus Lochmanns Sicht gut. Ansonsten handhaben es die Häuser sehr unterschiedlich: Die städtischen Museen in Braunschweig und Wolfsburg etwa nehmen überhaupt keinen Eintritt. Im Bremer Gerhard-Marcks-Haus ist immer der erste Donnerstag im Monat frei.

Schon vor Jahren gab es politische Überlegungen, Kindern und Jugendlichen landesweit freien Eintritt zu gewähren. Im Freilichtmuseum am Kiekeberg im Landkreis Harburg zum Beispiel müssen Besucher unter 18 Jahren generell nichts bezahlen, gleiches gilt für die städtischen Museen in Osnabrück.

Einen festen eintrittsfreien Tag gibt es in Osnabrück aber nicht. „Das ist mal überlegt worden, wurde dann aber wieder verworfen“, sagte der Sprecher der städtischen Kultureinrichtungen, Heiko Mitlewski. Der Grund: Studien und die Erfahrungen aus anderen Städten zeigten, dass der Effekt, zusätzliches Publikum anzuziehen, relativ schnell wieder verpuffe.

Stattdessen bieten die Osnabrücker Museen regelmäßig bei Sonderausstellungen eintrittsfreie Tage an, verbunden mit besonderen Angeboten wie etwa Lesungen. Auch Menschen, die nicht in der Stadt wohnen, dürfen ohne etwas zu bezahlen das Museum betreten, wenn sie in Begleitung von Osnabrückern kommen. dpa

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Ausschreitungen bei Demos gegen Regierung in Kolumbien

Ausschreitungen bei Demos gegen Regierung in Kolumbien

Warum wir im Alter noch was riskieren müssen

Warum wir im Alter noch was riskieren müssen

Fiona Hill: Ukraine hat die US-Wahl 2016 nicht beeinflusst

Fiona Hill: Ukraine hat die US-Wahl 2016 nicht beeinflusst

Die Neuheiten der LA Autoshow

Die Neuheiten der LA Autoshow

Meistgelesene Artikel

„Wir bauen ein Schiff“

„Wir bauen ein Schiff“

Reiche Küste

Reiche Küste

Keine Sonne, keine Pinguine

Keine Sonne, keine Pinguine

Bremer Philharmoniker: Inspirierender Beitrag zur Geschichte der Sinfonie

Bremer Philharmoniker: Inspirierender Beitrag zur Geschichte der Sinfonie

Kommentare