Die Gruppe Torfrock über ihr neues Album mit alten Liedern

Lob des Gassenhauers

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Haben mit „Meisterstücke“ ihr erstes Album seit 13 Jahren veröffentlicht: die Kultrocker Torfrock (Raymond Voss, Klaus Büchner, Volker Schmidt und Stefan Lehman, v.l.n.r.).

Bremen - Von Ulf Kaack. Sie ist eine der dienstältesten und erfolgreichsten deutschen Rockbands: Torfrock. Seit 35 Jahren stehen Sänger Klaus Büchner und Gitarrist Raymond Voss als Herz der Gruppe gemeinsam auf der Bühne. Bassist Volker Schmidt und Stefan Lehmann am Schlagzeug stießen später dazu.

Nach 13 Jahren haben die Kultrocker aus dem hohen Norden mit der CD „Meisterstücke“ erstmals wieder ein Studioalbum veröffentlicht. Aus diesem Anlass: Torfrock hier bei uns im Exklusivinterview.

Warum hat es 13 Jahre bis zu diesem Album gedauert?

Klaus Büchner: Wir haben all die Jahre fleißig getourt und irgendwie hat sich eine Produktion nicht ergeben. Es gab keinen Druck durch Verträge oder eine Plattenfirma, höchstens mal recht verhalten durch die Fans. Wir haben einfach live immer so weiter gemacht, und niemand hat ein Album vermisst.

Trotzdem beinhaltet „Meisterstücke“ lediglich fünf bislang unveröffentlichte Songs.

Raymond Voss: Das haben wir ganz bewusst so gemacht. Unser Publikum will vor allem unsere alten Gassenhauer aus den Siebzigern hören. Die sind einfach Kult. Innovationen sind da weniger gefragt. Spätestens ab der „Beinhart“-Single hat sich Torfrock von einem eher folkrock-lastigen Ensemble zu einer deutlich härteren Rockband entwickelt. Und die Songs, so wie wir sie nun seit vielen Jahren auf der Bühne bringen, gab es bislang eben nur in den alten und längst überholten Urversionen auf Tonträgern zu hören.

Ein Wunsch eurer Fans?

Klaus Büchner: Unbedingt! Wir sind in erster Linie eine Liveband und sprechen ein Publikum im Alter von 7 bis 70 Jahren an. Die Jüngeren kennen die Originalversionen oft gar nicht. Wahrscheinlich würden sie das Material aus den Siebzigern auch gar nicht so toll finden. Nun haben wir die bewährten alten Knaller von Rollo, Renate, Presslufthammer-Bernhard & Co. alle in ihren aktuellen und rockigen Versionen mit moderner Aufnahmetechnik für die Ewigkeit konserviert.

Wie liefen die Aufnahmen?

Stefan Lehmann: Den Großteil der Arbeit habe ich mir mit Raymond geteilt. Er war für den musikalischen Part zuständig, ich habe mich um die Verträge, den Vertrieb und das Artwork des Covers gekümmert. Produziert haben wir in einem Studio in Hamburg-Billstedt. Die klanglichen Highlights wurden anschließend bei Raymond zu Hause in seinem eigenen Studio aufgenommen. Wir haben die Stücke alle live ins Mischpult eingespielt. Nur am Gesang und bei einigen Nuancen haben wir anschließend noch rumgefeilt und perfektioniert.

Ihr seid eine Zweigenerationen-Band?

Volker Schmidt: Raymond und Klaus sind rund zwanzig Jahre älter als Stefan und ich. Gefühlt nicht, nur laut Geburtsurkunde. Wir beflügeln uns gegenseitig, die Chemie stimmt. Uns beiden Junioren fällt dabei durchaus die Rolle zu, dem doch tief in der Vergangenheit verwurzelte Songmaterial einen zeitgemäßen Anstrich zu verpassen und so den Torfrock-Sound des 21. Jahrhunderts mitzuprägen.

Weil lange wird es Torfrock noch geben?

Klaus Büchner: So lange wir Spaß dran haben, unsere Fans uns hören wollen und unsere Gesundheit das mitmacht. Wir haben gerade unsere 25. Weihnachts-Bagaluten-Tour hinter uns gebracht. Alle Konzerte waren bestens besucht, viele davon ausverkauft. Fasziniert bin ich immer von der Stimmung im Publikum. Vom ersten Song an geht die Post ab. Das sollen uns andere Bands erstmal nachmachen.

Raymond Voss: Ich habe vor einigen Wochen von der Rentenkasse die Nachricht erhalten, dass ich mich in 2015 aus dem Erwerbsleben zurückziehen kann. Den Teufel werde ich tun! 60 geile Konzerte pro Jahr spielen und der Rest ist Freizeit. So lange das geht, werde ich dieses Leben nicht aufgeben.

Wie wird die Zukunft von Torfrock aussehen?

Raymond Voss: In 2017 feiern wir unser 40-jähriges Bandjubiläum ganz sicher in einem rockig-würdigen Rahmen. Vielleicht gibt es aus diesem Anlass ein neues Album… wir werden sehen. Aber bis dahin machen wir das, was wir am besten können und am liebsten tun: immer wieder live spielen.

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