Faakmarwin schreibt Song "#bremenlebt"

„Eisbucket mit Niveau“

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Faakmarwin-Sänger Alex Skipka im Video zum Song "#bremenlebt".

Bremen - Von Pascal Faltermann. Jetzt setzen auch die Künstler ein Zeichen. In der schwelenden Problematik, die gerade Bremer Clubs, Kneipen und Live-Spielstätten betrifft, hat nun die erste Bremer Band ein Zeichen gesetzt.

Faakmarwin hat den Song "#bremenlebt" geschrieben (siehe Bericht). Es ist ein Statement für die Bremer Kulturszene, für das Nachtleben. Sänger Alex Skipka antwortete mit seinen Bandkollegen auf ein paar Fragen.

Nachdem Clubs und Kulturschaffende auf das Problem aufmerksam gemacht haben, kommen Sie mit einem Song daher. Wie ging das so schnell und was hat die Band dazu bewegt?

Alex Skipka: Vorweg sei gesagt, dass das Thema natürlich wesentlich vielschichtiger ist, als wir es darstellen. Wir sehen es nicht als unsere Aufgabe, den Kompromiss zu finden, sondern auf die Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen, die den Club- und Kneipenbesitzern gerade widerfährt.

Am 24. März fand eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Der Ton macht die Musik" zum Thema statt. Da wir nicht dabei sein konnten, war uns klar, dass wir dennoch unseren Teil beitragen müssen. Als ich Anfang letzter Woche den Aufruf des Eisenbesitzers las, hat mich die tiefe Verzweiflung schockiert. Wut fördert unglaublich die Kreativität, so dass der Text zur Musik an einem Abend entstand. Als ich meiner Band den Text zeigte, war klar: Das Ding braucht ein Video, das alle dazu bewegt, sich ebenfalls zu positionieren. Eine Kette von Videos, welche das Thema bis zu den Bürgerschaftswahlen im Mai aktuell halten und den Clubs und Kneipenbesitzern zeigen: Ihr seid nicht alleine, wir stehen an eurer Seite!

Eine neue Challenge? Sie nominieren am Ende des Videos andere Bands wie Revolverheld, Grillmaster Flash, We had to leave, Alltag oder die SPD-Politikerin Karin Garling. Meinen Sie, denen ist das Thema auch so wichtig und sie machen mit?

Skipka: Ja genau eine Challenge - "Eisbucket mit Niveau" - denn Bremen kann das besser. Uns war klar, dass wir so etwas nicht alleine angehen können beziehungsweise wollen. Dafür ist das Thema zu wichtig. Es gilt jetzt zusammenzuhalten und gemeinsam einzustehen. Die Jungs von Alltag und We had to leave sind Freunde - die sind immer für so etwas zu haben. Karin war auf einem Konzert von uns, wir leiten daraus ihr Interesse für Kultur ab und irgendwas hat sie damit auch zu tun, oder? (lacht) Johannes Strate ist Bremer, "Bundesvision Song Contest"-Gewinner für Bremen. Die Idee hätte auch von ihm kommen sollen. (lacht immer noch)

Warum ist das Thema so wichtig?

Skipka: Wir sind zugezogene Bremer. Seit unserer Taufe im Eisen hat die Stadt an der Weser unser Herz erobert. Wir haben die wichtigsten Entscheidungen unserer Band oft im Litfass getroffen. Inspirationen für viele unserer Lieder kommen aus Clubs, wie der Lila Eule. An dieser Stelle: Schöne Grüße an den Türsteher Nick, der die Straße vor der Eule unglaublich zuverlässig ruhig hält.

Haben Sie den Überlebenskampf der Kneipen und Clubs mitbekommen? 

Skipka: Wir können bei der Lila Eule bleiben. Seitdem wir in Bremen wohnen, gibt es den "Studenten Donnerstag" als festen Termin im Kalender. Wenn der in Gefahr ist, wird es persönlich. Die Artikel der letzten Wochen haben uns sehr betroffen gemacht und mal im Ernst: Die bunten Bänke des Eislabors müssen weg? Das geht einfach zu weit!

Wie sehen Sie die Möglichkeiten in Bremen für Live-Auftritte? Gibt es genügend?

Skipka: Wir leben da schon ein bisschen im Luxus, die vielen Contest und Live in Bremen haben es möglich gemacht, dass wir einigermaßen gefragt sind. Bei anderen Bands, die vielleicht gar keine Lust haben an solchen Wettbewerben teilzunehmen, sieht das anders aus. Gerade kleine Venues, wie das Litfass, sind da unglaublich wichtig. Wenn weitere Auftrittsmöglichkeiten wegbrechen, sehe ich für die musikalische Talentförderung in Bremen schwarz.

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