Lésions Graves: Heavy Metal ohne Tod und Teufel

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Bremen – Heavy Metal genießt nach wie vor vielerorts ein zweifelhaftes Image: Gewaltverherrlichend, vulgär, machistisch und was nicht nicht. Dabei entstand nicht erst in den vergangenen zehn Jahren im weitverzweigten Genre auch Musik, die sich auf meist hohem technischen Niveau auch Errungenschaften der Avantgarde annahm.

Statt mit Tod und Teufel oder heroischen Mythenerzählungen zu kokettieren erkundeten Formationen wie Sunn o))) oder Liturgy das musikalische Material des Heavy Metal, verlangsamten es radikal oder setzten dem im besten Fall eher ironischen Satanismus des Black Metal eine eigene Philosophie entgegen. Nicht nur in diesen beiden Fällen öffneten sich damit für viele Hörer, die mit Metal eigentlich nicht viel anfangen konnten, neue Wege ins Genre. Bands wie Killl, Liturgy, Orthrelm oder Meshuggah sind weitere Namen, die hier Türen öffneten. Und die erahnen lassen, was bei der zu einem Drittel in Bremen ansässigen Band Lésions Graves zu hören ist, die mit „Symposium“ gerade ihr Debüt-Album veröffentlicht. Zu hören ist darauf eine instrumentale Musik, die deutlich im Metal verwurzelt ist, aber mit dem Stoff nach eigenen Regeln spielt.

In drei streng durchkomponierten Stücken zwischen sechs und gut zwölf Minuten Länge arbeiten Lésions Graves der Minimal Music verwandt mit jeweils begrenztem rhythmischen, harmonischen und melodischen Material, das sie dann konsequent bearbeiten. Dabei klingen die Ergebnisse zwar einerseits metallisch kühl, lassen aber auch erahnen, dass die drei Musiker bei der Produktion von „Symposium“ eine Menge Spaß gehabt haben.

Hören

Lésions Graves: „Symposium“, God Records; erhältlich unter anderem unter lesionsgraves.bandcamp.com/

Von Rolf Stein

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