Raum 404 zeigt Arbeiten von zwei queeren lateinamerikanischen Künstlerinnen

Erweiterung des Blicks

„The Kiss“ von Xueh Magrini Troll. - Foto: Raum 404

Bremen - Von Rolf Stein. Queer – das versteht sich schon ganz wörtlich stets in einem abweichenden Verhältnis zu etwas anderem – in diesem Fall zu den mehrheitlich gelebten Formen von Liebe, Sex und Partnerschaft, in kritischen Kreisen gern „Heteronormativität“ genannt. Die Ausstellung „Psicotropical queer Visions“ im Raum 404 zeigt Arbeiten von Rurru Mipanochia und Xueh Magrini Troll, die sich auf verwandte Weise mit grenzüberschreitender Sexualität und der Infragestellung von Geschlechterbildern beschäftigen.

Mipanochia war mit ihren expliziten grafischen Arbeiten bereits mehrfach in Bremen zu Gast. Mit ihren neueren Bildern, die jetzt erstmals hier zu sehen sind, setzt die Mexikanerin ihre Beschäftigung mit präkolumbianischen Vorstellungen von Sexualität und Gender fort, die, so haben ihre umfangreichen Recherchen ergeben, weit weniger rigide waren als die späterer Epochen. Allerdings habe sich vor allem die Oberschicht die daraus resultierenden Freiheiten genommen.

Xueh Magrini Troll ist in Kolumbien geboren und aufgewachsen, lebt aber seit Teenagertagen in Berlin. Ihr Augenmerk liegt eher auf den Erfahrungen, die sie als queere Künstlerin in der deutschen Großstadt macht, aber auch auf Themen wie Gentrifizierung oder Schönheitsidealen, die freilich untrennbar ineinander verwoben sind. Formal arbeitet sie eher flächig, malerisch, wo Mipanochia einen glasklaren, feinen Strich und präzise Farbigkeit bevorzugt. Die Körperlichkeit ihrer Figuren weist derweil durchaus Parallelen zu Mipanochias Figuren auf.

Diese tragen zwar unmissverständlich göttliche Züge, wirken aber nach herkömmlichen Maßstäben gar nicht mehr so göttlich.

Rurru Mipanochia und Xueh Magrini Troll: „Psicotropical queer Visions“, Ausstellung bis zum 8. September; Künstlergespräch: Sonntag, 12. August, 15 Uhr; Vortrag von Rurru Mipanochia: Freitag, 17. August, 19 Uhr, Raum 404, Nicolaistraße 34/36, Bremen.

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