Stadtteiloper „Iolanta“ an der GSO

Entspannt in Tenever

Wachsen und reifen: Probenszene aus „Iolanta“ an der GSO. ·
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Wachsen und reifen: Probenszene aus „Iolanta“ an der GSO. ·

Bremen - Von Johannes BruggaierEinmal im Jahr ist nationaler Feiertag in Bremen-Tenever. Mal im Mai, mal im September. Mal für Einwohner polnischer Herkunft, mal für Immigranten aus Afrika. Je nachdem.

Es hängt davon ab, welchen Themenschwerpunkt die Deutsche Kammerphilharmonie jeweils bei der Produktion ihrer „Stadtteiloper“ setzt: die alljährlich stattfindende Musiktheater-Produktion mit Schülern aus der Gesamtschule Ost (GSO). Passend zur Fußballweltmeisterschaft 2010 war damals Afrika dran, letztes Jahr gab es den „Polski Blues“. Und dieses Jahr? Dieses Jahr wird russisch gesprochen. Eine Tschaikowsky-Oper ist angekündigt – was sonst. Doch nicht etwa „Eugen Onegin“, „Mazeppa“ oder „Pique Dame“ steht auf dem Programm, sondern ein außerhalb Russlands kaum bekanntes Stück namens „Iolanta“. Das birgt selbst für manchen Opernfreund noch Überraschungspotenzial – dabei handelt es sich sogar um das letzte Bühnenwerk des Komponisten, verfasst nur ein Jahr vor seinem Tod.

Eine kleine Probe für die Presse gestern Vormittag gewährt erste Einblicke in die von Regisseurin Julia Huebner gemeinsam mit den Schülern erarbeitete Inszenierung. Man sieht fantasievoll gestaltete Requisiten. Einen Wald aus Strohhalm-Bäumen mit Klarsichtblättern und Papierblüten. Eine „Fahrrad-Gang“ in punkigen Gewändern. Und statt einer Iolanta gleich derer vier, die Rücken an Rücken in der Bühnenmitte ihren Text rezitieren – recht schüchtern zwar, aber das kann bis zur Premiere ja noch werden.

Das Spiel vor einem Publikum, erklärt anschließend der 16-jährige Akteur Lars Inselmann, sei für viele noch ungewohnt. Aber jeder spüre, dass die Bühnensituation fürs Leben schule: dass man wachsen und reifen könne an dieser Erfahrung. Ob man auch an Tschaikowskys Musik wachsen und reifen kann? Na ja, sagt Inselmann und wiegt den Kopf. Mit der Klassik habe er ja vorher nicht viel anfangen können. Jetzt immerhin höre er manchmal ganz gerne hin: „so zur Entspannung.“

Entspannung ist jetzt auch bis Ende August angesagt, dann gehen die Sommerferien zu Ende. Danach stehen noch ein paar Probentage an, für den 20. und 21. September schließlich sind die Aufführungen eingeplant. Ein reges Publikumsinteresse scheint bereits absehbar. Der 17 Jahre alte Steven von Thaden jedenfalls hat kürzlich seinem russischen Physiotherapeuten von der Oper erzählt: „Er war völlig begeistert.“

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