Oldenburgisches Staatstheater stellt Programm der kommenden Spielzeit vor

Eine Chance für neue Ideen

Überbordende Fröhlichkeit: Das Team des Oldenburgischen Staatstheaters mit Intendant Christian Firmbach (vorne links).
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Überbordende Fröhlichkeit: Das Team des Oldenburgischen Staatstheaters mit Intendant Christian Firmbach (vorne links).

Oldenburg – Die überbordende Fröhlichkeit, die das Foto vermittelt, kann natürlich trügerisch sein. Denn alle Planungen können durch neue Corona-Ereignisse von jetzt auf gleich hinfällig werden. Der Oldenburger Intendant Christian Firmbach gab denn bei der Pressekonferenz auch nur die Planungen bis Dezember bekannt, wie es das Bremer Theater auch getan hat. Aber die Freude, dass es nun wieder losgehen soll, war schon deutlich spürbar.

„Es ist ein Spielplan, den wir sonst nie so geplant hätten. Diesen Umplanungsprozess begannen wir schweren Herzens, schätzten ihn aber schon bald als beflügelnde Herausforderung, nachdem wir erkannt hatten, dass ein solches Umdenken auch die große Chance birgt, Formate und Ideen umzusetzen, für die sonst nur selten Raum ist“, sagt Christian Firmbach.

Ein Aspekt war, dass jeder Sänger und jeder Schauspieler wenigstens in einer Produktion mit einer großen Partie oder einer großen Rolle zum Zuge kommt. Firmbach sieht das auch als Teil seiner Fürsorgepflicht für das Ensemble. So kommt man, alle Sparten zusammengerechnet, immerhin bis Dezember auf die stattliche Anzahl von 24 Premieren.

Im Musiktheater geht es mit „Zaide“ (5. September) von Wolfgang Amadeus Mozart los. Die Sänger kommen teilweise aus dem Opernstudio und werden am Klavier begleitet. Nils Braun inszeniert. Es folgt „Don Pasquale“ (12. September) von Gaetano Donizetti in der Inszenierung von Christoph von Bernuth. Die Chorszenen werden gestrichen, das Orchester spielt in schlanker Besetzung. Hier präsentiert sich auch das neue Ensemblemitglied Donato Di Stefano in der Titelpartie. Der Bassist Di Stefano ist schon an der Mailänder Scala, der New Yorker Met, in Paris und bei den Salzburger Festspielen aufgetreten. Zudem wird er in Oldenburg auch als Gesangslehrer wirken. „Die letzten fünf Jahre“ (3. Oktober) von Jason Robert Brown ist ein Musical mit nur zwei von Martyna Cymerman und Paul Brady verkörperten Personen. Regie führt Mathilda Kochan im Kleinen Haus. „Zarah 47“ (17. Oktober) ist eine Hommage an Zarah Leander, deren Lieder von Melanie Lang interpretiert werden. „L’heure espagnola“ („Die spanische Stunde“) ist eine Kurzoper von Maurice Ravel, die in der Regie von Tobias Ribitzki und unter der musikalischen Leitung von Hendrik Vestmann am 3. Oktober Premiere hat. Es folgt „Pierrot Lunaire“ von Arnold Schönberg. Hier hat der Chorleiter und Dirigent Thomas Bönisch die musikalische Leitung, bevor es mit „Adriana Lecouvreur“ (28. November) von Francesco Cilea unter der Leitung von Vito Cristofaro auch große Oper gibt, allerdings nur als konzertante Aufführung.

Auch der Schauspielplan wird in Hinsicht auf Corona-Kompatibilität gestaltet. Den Auftakt macht „Draußen vor der Tür“ (4. September) von Wolfgang Borchert im Kleinen Haus, gefolgt von „NippleJesus“ von Nick Hornby – ein Stück über das Verstehen von Kunst und den subjektiven Blick. „Gott“ (18. September) ist ein neues Stück von Ferdinand von Schirach, bei dem das Publikum über das Ende abstimmt. „Der Sandmann“ (24. September) nach E. T. A. Hoffmann ist ein Schauermärchen, das tiefe Blicke in die Abgründe der menschlichen Seele ermöglicht. „King Kong und der alte weisse Mann“ (26. September) ist eine bunte Collage über den bekannten Filmstoff und wird im Kleinen Haus gezeigt.

Auch eine Uraufführung ist im Angebot: „Das Institut“ (21. November) von Ulrike Syha ist ein Wissenschaftskrimi und somit brandaktuell. Felicitas Braun inszeniert im Kleinen Haus. „Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“ (11. Dezember) von Joël Pommerat schließlich ist „ein Stück für siebenundzwanzig Frauen, vierundzwanzig Männer und jemanden, der singt“ und zeigt die Extreme menschlicher Beziehungen auf. Die Ballett-Sparte bietet zwei Produktionen an: „Apartment 7A“ (13. September) und eine weitere unter dem beziehungsvollen Titel „1,5 M“ (2. Oktober). Dort werden ausschließlich von den Tänzern selbst entwickelte Soli gezeigt.

Die Niederdeutsche Bühne erinnert mit „Teemlich beste Frünnen“ (6. Dezember) im Kleinen Haus an den berühmten Film „Ziemlich beste Freunde“. Wegen der begrenzten Zuschauerzahlen (140 im Großen Haus, 55 im Kleinen Haus) werden alle Stücke häufiger als sonst üblich gespielt.

Im Großen Haus werden neben den Sitzplätzen kleine Tische aufgestellt, an denen man Getränke konsumieren kann. Eine Maskenpflicht besteht während der Aufführungen nicht.

Von Wolfgang Denker

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