„Switch“-Schauspieler Kessler inszeniert bittere Arbeitswelt-Satire

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Die Schauspieler (v.l. n. r.) Michael Meichßner als Frank Peukert, Marie-Kristien Heger als Paula Röder und Benjamin Krüger als Patrick Lange agieren bei einer Theaterprobe des Stücks "Ich habe Bryan Adams geschreddert" im Deutschen Theater in Göttingen (Niedersachsen).

Göttingen - Von Matthias Brunnert. Bekannt wurde er als Fernseh-Komiker in der „Schillerstraße“ oder bei „Switch“: Michael Kessler parodiert Florian Silbereisen, Peter Klöppel oder Alfred Biolek. Er kann aber auch anders: In Göttingen inszeniert er nun zeitkritisches Theater.

Der Regisseur Schauspieler Michael Kessler gestikuliert am 19.02.2014 vor einer Theaterprobe des Stücks "Ich habe Bryan Adams geschreddert" im Deutschen Theater in Göttingen (Niedersachsen).

Der Schauspieler und Kabarettist Michael Kessler („Switch reloaded“, „Schillerstraße“) führt erneut Regie am Deutschen Theater Göttingen. Diesmal bringt er das jüngste Werk des Autors Oliver Bukowski auf die Bühne - „Ich habe Bryan Adams geschreddert“ wird an diesem Samstag (22. Februar) uraufgeführt. Das Stück wirft einen sarkastischen Blick auf die Arbeitswelt.

Frage: Was treibt einen Fernseh-Komiker als Regisseur ans Theater?

Antwort: Ich komme vom Theater. Vor drei Jahren hat mich der Göttinger Intendant Mark Zurmühle gefragt, ob ich Regie führen will. Er suchte einen Spezialisten für Komödie. Dieses Handwerk beherrschen nur wenige. Weil ich schon immer den Traum hatte, am Theater zu inszenieren, habe ich in Göttingen Komödien inszeniert.

Frage: Und warum jetzt „Ich habe Bryan Adams geschreddert“?

Antwort: Ich wollte gerne etwas Ernsteres machen. Für Bukowskis Stück bin ich Feuer und Flamme, weil sicher viele Zuschauer damit etwas anfangen können. Es hat mit ihrem Leben im Büro oder in der Firma zu tun. Es geht um Arbeitsverlagerung ins Ausland und um die Angst, den eigenen Arbeitsplatz zu verlieren. Man empfindet sich immer mehr als austauschbar.

Frage: Was hat Bryan Adams mit dem Stück zu tun?

Antwort: Die Belegschaft einer Firma. Und der Chef, der zu der Feier eingeladen hat, legt seine Lieblings-CD von Bryan Adams auf. Das hält seine Frau nicht aus und schreddert die CD.

Frage: Gibt es etwas zu lachen?

Antwort: Ja. Bukowski schreibt sehr pointierte, teilweise witzige Dialoge. Das Stück ist aber keine Komödie. Es fängt ganz lustig an und kippt dann.

ZUR PERSON: In den Neunziger Jahren war Michael Kessler (46) nach seinem Kinodebüt („Manta, Manta“) als Schauspieler am Theater in Mannheim tätig. Dort spielte er unter der Regie des heutigen Göttinger Intendanten Mark Zurmühle. Bekannt wurde Kessler im Fernsehen unter anderem als Promienten-Parodist bei „Switch“ und „Switch-Reloaded“.

dpa

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