Club-Kulturproblematik: Es passiert etwas

Bremen lärmt? Bremen lebt!

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Es tut sich einiges in der Bremer Club- und Kulturlandschaft.

Bremen – Von Pascal Faltermann. Es musste nur gepikt werden. Dieses lebendige Konglomerat aus Kulturliebenden, Künstlern, Musikern, Club- und Kneipenbesitzern. Nun ist es das angestochene Wespennest. Alles dröhnt und schwärmt aus. Die Club-Kulturproblematik in Bremen wird heiß diskutiert – und wichtiger: es passiert etwas.

Von Nachbarschaftsbeschwerden und Existenzängsten ist die Rede. Die ersten Hilferufe von Kulturschaffenden und Clubbesitzern aus Bremen und die folgende Berichterstattung brachten eine Lawine ins Rollen. In den sozialen Medien explodierte die Anzahl der Beiträge und Kommentare zu dem Thema. Es setzte sich zudem einiges in Gang seit der Podiumsdiskussion in der Alten Schnapsfabrik. Neue Bewegungen und Aktionen erwachsen täglich aus dem Feld der Kulturliebenden und Kreativen.

Am Mittwochabend veröffentlichte die SPD-Politikerin Karin Garling ihr Video zu der Video-Challenge unter dem Hashtag #bremenlebt. „Das kam überraschend für mich, aber ich habe mich auch gefreut“, sagt Garling. Sie zeigt in ihrem Video Clubs, Kneipen und Locations, die ihr am Herzen liegen, die sie unterstützen und bewahren wolle. Dem Vorwurf, dass sie das Thema für ihren Wahlkampf benutze, entgegnet sie: „Ich kann mir den Zeitpunkt nicht aussuchen, das Thema kam jetzt hoch.“ Sie sei schließlich nominiert worden und habe versucht, in dem Video nicht auf die kommende Wahl einzugehen. Zudem gab sie mit ihrer Nominierung von CDU-Politiker Claas Rohmeyer die Aufgabe an einen direkten Konkurrenten weiter. Dieser habe die Herausforderung angenommen.

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Die Bremer Hip-Hop Band Faakmarwin hatte in einem ersten Musikvideo aufgerufen, Statements zum „Überlebenskampf der Kulturszene“ zu setzen und andere Künstler nominiert. Die Indiemusiker von We had to leave und die Elektrocombo Alltag legten mit ihren Beiträgen nach. Sie produzierten Videos mit einer expliziten Aussage zu der Problematik. Das Duo Moving Houses stellte den Clip über ihre eigene Album-Release-Party unter den Titel #bremenlebt, weil ihr Konzert nicht wie geplant im Karton in der Neustadt stattfinden konnte. Nachbarn hatten sich wegen der erwarteten Lautstärke beschwert und die Band musste in eine kleinere Location, in die leerstehende Weser Shisha Bar, umziehen. Der ebenfalls nominierte Grillmaster Flash arbeitet nicht an einer eigenen Botschaft, sondern an einer größeren Aktion, die zum Festival "Das Viertel lebt" am 8. Mai starten soll. Dabei wollen die Organisatoren so viele Künstler und Bands wie möglich mit ins Boot holen, um eine laute und gemeinsame Ansage zu machen.

Apropos: Das Club- und Kneipenfestival, welches die Bremer Initiative Kulturschutzgebiet ins Leben rief, ist bisher das größte Ereignis, das durch den Kultur-Wirbel entstanden ist. Der Bremer Grünen-Politiker Carsten Werner freut sich über das geplante Fest, hat jedoch einen Vorschlag dazu: „Ich würde es toll finden, wenn sich daran auch Bewohner des Viertels mit Küchenkonzerten, Wohnzimmertalks und Fensterlesungen beteiligen würden." Werner hatte als Teilnehmer der Podiumsdiskussion versprochen, das Thema in die Politik, in die Bürgerschaft zu tragen und hat dies mittlerweile getan. Unter dem Titel „Bremen ist eine Kulturstadt – in allen Quartieren“ hat er Fragen an den Senat gestellt. Unter anderem will er wissen, welche Stellen für Beratungen, Genehmigungen, Unterstützung und Konfliktlösungen im Bereich nicht staatlich geförderter Kulturangebote zuständig sind, wie der Senat „Nachtbürgermeister“ bewertet und welche Maßnahmen befürwortet werden, die Akzeptanz für kulturelle Angebote zu stärken.

Auch bei der CDU hat sich etwas getan: Der CDU-Kreisvorsitzender Jens Eckhoff sorgt sich über die Entwicklung im Bremer Viertel. Er will nach den Wahlen einen Prozess anstoßen, der alle Beteiligten an einen Tisch bringt.

Podiumsdiskussion zur lebendigen Kultur- und Clubszene Bremens

Bilder der Podiumsdiskussion zur lebendigen Kultur- und Clubszene Bremens. © Faltermann
Bilder der Podiumsdiskussion zur lebendigen Kultur- und Clubszene Bremens. © Christian Tipke
Bilder der Podiumsdiskussion zur lebendigen Kultur- und Clubszene Bremens. © Christian Tipke
Bilder der Podiumsdiskussion zur lebendigen Kultur- und Clubszene Bremens. © Faltermann
Bilder der Podiumsdiskussion zur lebendigen Kultur- und Clubszene Bremens. © Faltermann
Bilder der Podiumsdiskussion zur lebendigen Kultur- und Clubszene Bremens. © Faltermann
Bilder der Podiumsdiskussion zur lebendigen Kultur- und Clubszene Bremens. © Faltermann
Bilder der Podiumsdiskussion zur lebendigen Kultur- und Clubszene Bremens. © Faltermann
Bilder der Podiumsdiskussion zur lebendigen Kultur- und Clubszene Bremens. © Faltermann
Bilder der Podiumsdiskussion zur lebendigen Kultur- und Clubszene Bremens. © Faltermann

Zahlreiche Unterstützer für die Besetzer des alten Sportamtes zeigen ebenfalls, dass in der Bremer Kulturszene einige Personen aktiv sind und ein bewussteres Klima rund um das Thema herrscht. Politiker und Vereine wie das „Zuckerwerk“, die „Grüne Jugend“ oder Linkspartei zeigen sich solidarisch mit den Besetzern. Während der besetzten Zeit gab es im Sportamt zahlreiche Konzerte. Die Rave-Punker von Alltag, die Melodic-Punker Caves oder die Gruppe „Per Definition zur Traumfigur“ spielten. Auch das setzt ein Zeichen, dass Spielplätze für Musik und Kultur gesucht und gebraucht werden.

Eine weitere Veranstaltung ist auch bereits angekündigt. In der Paradiso Weinbar (Vor dem Steintor 196) soll es am Samstag, 18. April, ab 20 Uhr eine Bühne für all diejenigen geben, die ihre Meinung zu dem Thema kund tun wollen. Eine Bühne steht für Lesung, Poetry Slam, Stand-Up oder Musik zur Verfügung.

Das Video von Karin Garling

Das Video von we had to leave

Das Video von Moving Houses

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