Townes Van Zandt starb vor 20 Jahren

Dann lieber Blues

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Townes Van Zandt 

Smyrna - Von Rolf Stein. Im September 2016 erschien in den USA das Buch „Without Getting Killed Or Caught: The Life and Music of Guy Clark“ von Tamara Saviano (Texas A&M University Press). Der Sänger und Songwriter Clark, dessen Leben das Buch erzählt, war erst im Mai vergangenen Jahres gestorben.

Ob das Werk eine deutsche Ausgabe erfährt, scheint in den Sternen zu stehen. Clark ist hierzulande schließlich eher Insidern bekannt. Mehr noch als Townes Van Zandt, der in der Biografie Guy Clarks eine zentrale Rolle spielt. Van Zandt, Kind einer wohlhabenden texanischen Familie, starb in der Nacht auf den 1. Januar 1996 nach einem exzessiven Leben im Alter von 52 Jahren an Herzversagen. Im November hatte er noch eine Europatournee gespielt. Mit Guy und dessen Frau Susanna Clark, die im Juni 2012 starb, verband ihn eine tiefe Freundschaft, über Jahre soll er jeden Morgen bei Susanna angerufen haben.

In Savianos Buch ist den letzten Tagen Townes Van Zandts ein eigenes Kapitel gewidmet. Van Zandt war an Silvester wegen eines Hüftbruchs ins Krankenhaus eingeliefert worden. Gegen den Rat der Ärzte holte Townes’ Frau Jeanene ihren Mann auf seinen Wunsch aus dem Krankenhaus ab und brachte ihn nach Hause. Susanna Clark erinnert sich in „Without Getting Killed Or Caught“ an ein Telefongespräch mit Jeanene Van Zandt am Morgen des 1. Januar: „Ihr Sohn kam in das Zimme, in dem sie telefonierte, und sagte: ,Mama, es sieht so aus, als sei Daddy tot!‘“ Auf den Tag genau 44 Jahre vorher war Hank Williams gestorben, der wohl wichtigste Autor der Country-Szene und ein Idol für Townes Van Zandt – auch sein Herz versagte.

Hinterlassen hat Townes Van Zandt rund 60 Songs. Sie erzählen vorwiegend von den Schattenseiten des Lebens, viel Hoffnung liegt oft nicht darin. Bei Kollegen erfreuen sie sich ungeachtet dessen oder genau deswegen ungebrochener Beliebtheit: Bob Dylan hat zumindest auf der Bühne mehrfach die Vogelfreien-Hymne „Pancho & Lefty“ gespielt, die Jazz-Pop-Diva Norah Jones, die Pop-Punks The Lemonheads, Steve von Till, Sänger der Weltenbrand-Hardcore-Band Neurosis, Nick-Cave-Kumpel Rowland S. Howard, der Wiener Sänger Willi Resetarits alias Kurt Ostbahn und viele andere nahmen Van Zandts Songs auf. Während er selbst ausgerechnet mit dem Stones-Song „Dead Flowers“ in dem Film „The Big Lebowski“ an prominenter Stelle zu hören war. Aber für ihn gab es ohnehin nur zwei Sorten Musik, „den Blues und zippety doo-dah“, soll er einmal gesagt haben. Wer würde da nicht den Blues vorziehen?

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