Zamperoni wirbt für positiven Blick auf die USA

Donald Trump wäre nicht der Weltuntergang

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Der neue „Mister Tagesthemen“ arbeitete zuvor als USA-Korrespondent für die ARD. Er wirbt in seinem Buch für ein besseres Verständnis gegenüber den Vereinigten Staaten.

Washington/Hamburg - Von Jan Dirk Wiewelhove. Hillary Clinton oder Donald Trump? Wer ins Weiße Haus einzieht, entscheidet auch maßgeblich über die Entwicklung des deutsch-amerikanischen Verhältnisses.

Während Clinton hierzulande eher wohlwollend dargestellt wird, scheint die Angst vor einem Präsidenten Trump übermächtig, geradezu überzogen, meint Ingo Zamperoni. Der neue „Mister Tagesthemen“ und ehemalige USA-Korrespondent der ARD wirbt in seinem Buch „Fremdes Land Amerika“ für mehr Optimismus gegenüber unserem Partner. 

Der vermeintliche Heilsbringer Barack Obama habe viele Deutsche enttäuscht, sei es durch den NSA-Abhörskandal unter Freunden oder durch den Fortbestand des Guantánamo-Gefängnisses. Zamperoni, der während des Studiums in den Vereinigten Staaten lebte, greift die gefühlte moralische Überlegenheit auf, um sie immer wieder zu entkräften. Voraussetzung dafür ist ein Grundstock an Faktenwissen, das verständlich aufbereitet und mit Quellen belegt wird. 

Dem Leser ist bereits auf den ersten Seiten klar, dass der Moderator ein tendenziell positives Bild von den USA zeichnen will, ohne jedoch die drückenden Probleme des Landes außer Acht zu lassen. Beispiele sind der tiefe Graben zwischen Republikanern und Demokraten oder die Wunde des alltäglichen Rassismus. Angereichert mit Anekdoten aus seiner Arbeit in dem Staat mit großen regionalen Unterschieden, schafft es der Autor, Situationen voller Authentizität zu erzeugen.

Mehr „Yes, we can“ wagen

Der Obama-Leitspruch „Yes, we can“ schwingt immer wieder mit, wenn es zum Beispiel um die Kultur im „Silicon Valley“ geht. Dort sei Scheitern, anders als in Deutschland, nicht gleichzusetzen mit einer Niederlage, sondern mit neuen Chancen, die Mut erfordern. 

Doch zurück zur Präsidentschaftswahl: Immer wieder erntet Trump kollektives Kopfschütteln wegen seiner Äußerungen zu Einwanderern – eine Mauer muss her – oder über die Verteidigung der Waffengesetze, nachdem ein neues Massaker bekannt wird. Zamperoni will den Waffenkult nicht kleinreden oder beschönigen, sondern informiert über dessen Entstehung. 

Die Ursache des Erfolgs des Republikaners sei in populistischen Äußerungen zu suchen, die einfache Lösungen für große Probleme versprechen. Ein Phänomen,  das uns auch bekannt ist – und hier den Namen AfD trägt. Zamperoni nennt es Anfälligkeit für Populismus. 

Mit dem Ende des gigantischen Wahlkampfgetöses werden die Amerikaner nach vorne gucken. Zamperoni zeigt derweil, wie beide Partner in Zukunft voneinander lernen und profitieren können – egal, ob mit Clinton oder Trump.

Ingo Zamperoni, Fremdes Land Amerika, Ullstein, 20 Euro.

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