Bruggaiers Kulturwochen

Warum Eltern Kinder töten

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Von der Familienidylle zum Schrecken: Wenn Eltern ihre Kinder töten, ist das Entsetzen groß.

Was war? Was wird? Bruggaiers Kulturwochen schauen hin.

Was war?

Zwei Premieren vorbei, drei Kinder tot: Alltag auf deutschen Bühnen. Erst bringt in Bremen Medea ihre Söhne um, später in Oldenburg Odoardo Galotti seine Tochter Emilia. Horror! Entsetzen! Wie können Eltern nur so etwas tun?

Sie habe darauf gerechnet, sagt Medea, dass ihre Söhne sie einmal „im Alter stützen“ und nach ihrem Tod „zu Grabe tragen“. Jetzt, wo die beiden ihr genommen werden und in der Ferne ihr eigenes Leben führen sollen, habe sie die beiden wohl „umsonst großgezogen“. Die Altersvorsorge ist dahin, oh weh! Na dann: weg damit.

Schwer, diese Sicht als Mordmotiv zu akzeptieren. Aber wer als Mutter mal ganz ehrlich ist, wird zugeben: Weh tut so eine geplatzte Familienidylle schon.

Und der alte Galotti? Der will mit einem liebevollen Dolchstich ins Kinderherz angeblich sein Goldstück vor einem „ehrlosen“ Dasein als Mätresse des Prinzen bewahren. Wie schön! Wahrscheinlicher erscheint mir da dann doch die Deutung der Oldenburger Inszenierung: Papa hat sich sein ganzes Leben zusammengerissen, auf erotische Abenteuer verzichtet und jede Sinnesregung dem sicheren Spießbürgerdasein geopfert. Das Musterbeispiel eines guten deutschen Lebens. Jetzt aber kommt die Tochter daher und gönnt sich tagsüber das, was ihr Alter nicht mal nachts zu träumen wagte.

Schwer, diese Sicht als Mordmotiv zu akzeptieren. Aber wer als Vater mal ganz ehrlich ist, wird zugeben: Weh tut so eine Erkenntnis schon.

Was wird?

Bei der Bremer Weserburg ist allmählich Land in Sicht und das gleich in doppelter Hinsicht. Zunächst einmal sieht zurzeit alles danach aus, dass ein jahrelanges Ringen um die Beibehaltung des Standortes am Teerhof und damit auch um die Eigenständigkeit des Hauses von Erfolg gekrönt ist. Zur Diskussion hatte ein Neubau des Museums in den Wallanlagen gestanden, mit möglichem Einsparpotenzial durch einen strukturellen Anschluss an die dann benachbarte Kunsthalle. Schnee von gestern ist das offenbar, zumindest kann das vom Stiftungsrat in Auftrag gegebene Gutachten zu dieser Standortfrage nach unseren Informationen einem Umzug wenig abgewinnen.

Da trifft es sich doch gut, dass am kommenden Samstag auch eine Ausstellung mit dem Titel „Land in Sicht“ eröffnet wird: Es geht um Landschaftsbilder als Ausdruck gesellschaftlicher Vorstellungen. Ob sie wohl auch ein schön idyllisches Landschaftsbild der Bremer Wallanlagen aufhängen?

Termine:

Dienstag, 20 Uhr, Musicaltheater Bremen: „Riverdance“.

Mittwoch, 20 Uhr, Stadthalle Bremen: „Planet Erde in Concert“ mit dem City of Prague Philharmonic Orchestra.

Samstag, 19.30 Uhr, Stadthalle Bremen: Kraftklub.

Samstag, 11 Uhr, Weserburg Bremen: Eröffnung Ausstellung „Land in Sicht“.

Samstag, 20 Uhr, Theater Bremen: „World of Reason“, Premiere.

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