Was war? Was wird? Bruggaiers Kulturwochen schauen hin:

Draußen ist sicher - fast immer

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Der öffentliche Raum ohne Kameras? Undenkbar.

24-Stunden-Überwachung: Da fühlt man sich doch so richtig sicher. Oder?

Was war?

Unsere eigenen vier Wände, das ist der Hort der Sicherheit: Hier droht uns keine dumme Anmache und kein Überfall, wir igeln uns ein zu heimeliger Hausmusik, geschützt von Türverriegelung und Alarmanlage. Der öffentliche Raum dagegen, das ist das Reich der Freiheit: Hier finden wir das Publikum für unsere freie Meinungsäußerung, wir stürzen uns ins Abenteuer der Debatten und Konflikte, des Neuen und Überraschenden.

Doch seit einiger Zeit stimmt das nicht mehr. Längst dringt der öffentliche Raum ins Wohnzimmer vor, Debatten werden am Laptop geführt, und vor den Risiken im Internet schützt auch keine Haustür. Draußen dagegen, in der Stadt, da lassen wir uns bis in die hintersten Winkel von beruhigender Musik berieseln, vor bösen Überraschungen schützen uns allerorten Überwachungskameras.

So weit ist es schon gekommen, dass wir die Absurdität dieser Umkehrung gar nicht mehr erkennen. Wenn im Rahmen der Ausstellung „Im Inneren der Stadt“ am Bremer Teerhof-Tunnel leise Fahrstuhlmusik vor sich hinplätschert – völlig normal. Dass ein Schild verkündet: „Achtung! Dieser Bereich wird 23 Stunden audio- und videoüberwacht!“ – nichts ist gewöhnlicher.

Man muss schon genau hinsehen, um hier noch eine Irritation zu erkennen. „…wird 23 Stunden videoüberwacht“: etwa nicht rund um die Uhr? Ja, ist man denn nicht einmal mehr außerhalb seiner eigenen vier Wände sicher?

Was wird?

Es ist nicht lange her, da galt konkrete Poesie als ein Relikt der sechziger Jahre: eine eher alberne Spielerei, die als Waffe gegen die Bleierne Zeit ihre Berechtigung gehabt haben mag, heute jedoch den Verdacht einer substanziellen Belanglosigkeit nicht los wird. Zumal die Poesie an sich ja schon im Niedergang begriffen war.

Doch siehe da: Erst schießen Lyrikfestivals und Slam-Poetry-Abende wie Pilze aus dem Boden. Und dann taucht in den Gedichten auf einmal auch wieder das Konkrete auf. In der Weserburg diskutiert Eugen Gomringer, Urgestein der konkreten Poesie, mit den jungen Künstlerinnen Cia Rinne und Natalie Czech.

Termine:

Mittwoch bis Sonntag, Morgenland-Festival, Osnabrück: Komplettes Programm im Internet unter:

www.morgenland-festival.com

Freitag, 18 Uhr, Weserburg Bremen: „Reloaded, Konkrete Tendenzen heute“, Symposium mit Eugen Gomringer, Cia Rinne und Natalie Czech.

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