„Bremer Erklärung der Vielen“

Bremer Kulturschaffende üben Solidarität

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Das Theater Bremen bekennt sich zur „Erklärung der Vielen“. 

Bremen - Von Rolf Stein. Berlin hat es am 3. November als erste Stadt getan, am 9. November begann die bundesweite Kampagne der „Erklärung der Vielen“, jetzt ist auch Bremen dabei: Gestern Vormittag stellten Christian Kötter-Lixfeld, Intendant der Bremer Philharmoniker, Christoph Grunenberg, Direktor der Kunsthalle Bremen, Michael Börgerding, Intendant des Theaters Bremen, Pirkko Husemann, Künstlerische Leiterin der Schwankhalle, Karl-Heinz Schmid, Mitglied der Geschäftsführung des Kinos City 46 sowie Renate Heitmann, Theaterleitung der Bremer Shakespeare Company und Vorstand von Stadtkultur, die „Bremer Erklärung der Vielen“ vor.

Auf den Weg gebracht hatte die Initiative die Dramaturgin Simone Sterr vom Theater Bremen, die gestern verkünden konnte, dass es aus den Kreisen der Bremer Kultureinrichtungen keine Absage gegeben habe. Mehr als 70 Akteure (Stand: 28. Januar 2019) haben die Bremer Erklärung der Vielen bereits unterzeichnet, vom Atelierhaus Roter Hahn bis zur ZZZ - Zwischenzeitzentrale. Dass mit Häusern wie dem Übersee-Museum oder dem Gerhard-Marcks-Haus prominente Akteure zumindest gestern noch nicht auf der Liste standen, erklärte Simone Sterr mit komplexen internen Entscheidungsprozessen.

Dabei, darüber herrschte gestern auf dem Podium weitgehend Einigkeit, geht es in Bremen zunächst vor allem darum, Solidarität mit Kollegen in anderen Städten zu üben, in denen die Künste weit stärker von Rechts angegangen würden. Ein Beispiel dafür schilderte Karl-Heinz Schmid: In Schleswig-Holstein wurde im November vergangenen Jahres eine Vorführung des Dokumentarfilms „Wildes Herz“ über die Band Feine Sahne Fischfilet im Rahmen der Schulkinowoche in Schleswig-Holstein abgesagt. Laut Presseberichten war der Grund eine anonyme E-Mail mit dem Absender „Enkel von Adolf Hitler“.

Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz (SPD) betonte in ihrer Stellungnahme die Notwendigkeit, sich zu positionieren, bevor es notwendig wird. Kunst müsse frei bleiben, um ihre Funktion als gesellschaftlicher Seismograf erfüllen zu können.

So offen wie die Liste der Unterzeichner der „Bremer Erklärung der Vielen“ sind bislang auch Details zu einer Internetseite, die die Vorhaben der vertretenen Akteure zur Kampagne gebündelt darstellen soll. Wobei die jeweiligen Programme der Häuser natürlich im besten Fall an und für sich bereits eine beherzte Positionierung gegen Ideen von Leitkultur, für Offenheit und Vielfalt, ein Plädoyer für Debatten und eröffnen Räume für Kritik sind.

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