Viel Bewährtes, wenige Wagnisse in der kommenden Spielzeit: Ludovico Einaudi und Cecilia Bartoli, Joyce DiDonato und Al Jarreau

Bremer Glocke in stabiler Seitenlage

Joyce DiDonato ·
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Joyce DiDonato ·

Bremen - Von Johannes BruggaierDie „Stabilität“ der aktuellen Lage mag Glocke-Geschäftsführer Jörg Ehntholt gar nicht genug betonen. Der Veranstaltungsetat: stabil bei 80 000 bis 100 000 Euro. Die Zuschüsse der öffentlichen Hand: stabil bei 781 000 Euro. Keine schlechten Nachrichten in diesen haushalterisch so fragilen Zeiten.

Von einer ganz eigenen Form der Stabilität ist auch die programmatische Ausrichtung der neuen Saison geprägt. Es sind wahrhaftig keine Wagnisse zu erwarten, mitunter hat es bei der Vorschaulektüre den Anschein, man habe versehentlich zu einem älteren Exemplar gegriffen. Ein Makel? Kommt drauf an. Mancherorts wäre man froh, den Status quo halten zu können.

Ludovico Einaudi zum Beispiel, gerade erst im vergangenen Jahr in der Glocke zu Gast: Diesmal, am 5. März 2013, bringt er ein größeres Ensemble mit – und natürlich neu erlangten Ruhm durch seinen Soundtrack zum Kinofilm „Ziemlich beste Freunde“. Oder auch Fado-Sängerin Mariza, zuletzt 2009 in der Glocke zu erleben. Sie hat zwischenzeitlich ein Kind bekommen und das Management gewechselt: Am 7. April 2013 präsentiert sie einen Querschnitt ihres Schaffens.

Geradezu häuslich einrichten dürfte sich bereits Mezzosopranistin Cecilia Bartoli: Zum neunten Mal tritt sie in der Glocke auf (2. Juni 2013), ihr letztes Konzert liegt gerade mal ein Jahr zurück. Sie sei eben bei Publikum und Kritik gleichermaßen beliebt, heißt es. Auch Jazzpianist Joe Sample kennt bereits den Großen Saal der Glocke. Vor vier Jahren ist er hier im Duett mit Randy Crawford aufgetreten. Diesmal hat er seinen Kollegen Al Jarreau für eine gemeinsame Tournee gewonnen. Für ihr Konzert am 7. November haben sie drei Sets geplant: Erst Al Jarreau, dann Joe Sample, am Ende beide zusammen, dabei stets begleitet von der Bigband des NDR. Am 30. Mai 2013 schließlich gibt sich auch Dee Dee Bridgewater nach vierjähriger Glocke-Abstinenz wieder die Ehre.

Doch es gibt durchaus auch neue Namen und damit vielleicht ja auch die eine oder andere neue Ästhetik in der kommenden Saison. Die Gruppe Madredeus etwa besteht zwar schon seit 25 Jahren, ist in Bremen aber bislang noch nicht in Erscheinung getreten. Am 14. Oktober will sie in der Glocke traditionelle portugiesische Folklore mit Pop und Fado verbinden. Mit Joyce DiDonato wird es sogar so etwas wie einen Mezzosopran-Kontrapunkt zu Cecilia Bartoli geben. Die Sängerin aus den USA gilt seit einigen Jahren als neue Königin des Belcanto. Und um Königinnen soll es auch in ihrem Programm gehen, das sie am 5. November vorstellt. Berenice, Semiramide, Armide und Cleopatra: Alles Herrscherinnen aus Opern des Barock, von Georg Friedrich Händel über Claudio Monteverdi bis Christoph Willibald Gluck.

Joachim Król bringt am 23. Januar Haruki Murakamis Roman „Gefährliche Geliebte“ auf die Bühne, vom Regisseur Martin Mühleis eigens zu einem Monolog umgearbeitet. Begleitet wird der Schauspieler vom Jazztrio „South of the Border“.

Noch einmal Jazz ist für den 15. März angekündigt, wenn der deutsche Schlagzeuger Wolfgang Haffner und der norwegische Pianist Bugge Wesseltoft ein Doppelkonzert geben. Am 18. Februar schließlich steigt ein Flamencoabend mit Diego El Cigala, der den klassischen Flamenco mit Elementen des Tangos anreichert.

Nicht ganz leicht, sich all die vielen Termine zu merken. Umso einfacher dafür die Uhrzeit. Sämtliche Eigenveranstaltungen der Glocke beginnen ausnahmslos: um 20 Uhr.

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