#bremenlebt und "das Viertel lebt"

Zehntausend strömen in Clubs, Kneipen und auf die Sielwallkreuzung

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Kein Durchkommen mehr auf der Bremer Sielwallkreuzung - so lebt das Viertel. 

Bremen - Von Pascal Faltermann. Zehntausend Menschen strömten am Freitagabend ins Bremer Viertel. Unter dem Motto „Das Viertel lebt“ hatten Kneipen, Bars und Clubs gemeinsam einen kulturellen und musikalischen Abend veranstaltet. Flo Mega oder Flowin Immo in der Lila Eule, Velvetone oder die Mad Monks in der Schauburg - in jeder der 34 beteiligten Locations spielten Livebands.

Und je später der Abend, desto voller das Ostertor und Steintor - kein Durchkommen mehr an der Sielwallkreuzung. "Ich bin überwältigt, in allen Variationen", sagte Norbert Schütz, Vorsitzender des Clubverstärkers und Wirt des Litfass, am Samstagmorgen. Es sei alles friedlich geblieben und es habe eine unglaubliche Welle der Solidarität gegeben. 

Die Wirte räumen in der Nacht auf.

Zur Auftaktveranstaltung um 19 Uhr im Moments war der Zuschauerstrom noch verhalten. Sönke Busch, Redner und Sprecher der Initiative Kulturschutzgebiet, verlas eine Grußbotschaft von Sänger und Autor Sven Regener und ließ eine eigene Rede zur Debatte folgen. Anwohnerbeschwerden und Klagen hatten die Diskussion um kulturelle Vielfalt, Spielräume für Musiker und den Wert von Kultur entfacht. „Es ist ein großer Diskurs um das Zusammenleben in diesem Quartier“, verdeutlichte Busch. Nur eine Stunde nach dem Startschuss füllten sich die Straßen und Clubs im Viertel. Mit Konzerten im Eisen, Heartbreak Hotel, Kafe Lagerhaus, Kulturzentrum Lagerhaus, Litfass und Rum Bumpers startete der Abend. Welcher Künstler an welchem Ort spielt, war vorher nicht bekannt gegeben worden. Positiver Nebeneffekt: Sämtliche Läden platzten förmlich aus allen Nähten. Aus einem gemütlichen Bier an der Theke wurde ganz schnell Gruppenkuscheln in den Kneipen.

Mit Flowin Immo und Flo Mega spielten zwei Bremer Ex-Teilnehmer des Bundesvision Song Contest in der Lila Eule, die Jungs von The Eternal Spirit liefen mit Akustikgitarren um die Ecken, Grillmaster Flash zog mit seiner Gitarren gleich in mehreren Bars wie im "Haltepunkt", "Im Lu" oder "Zum lustigen Schuster" ein. Neun Poetry Slammer um Julia Engelmann und Sönke Busch zogen von Club zu Club und die Wege dorthin wurden immer voller. Insgesamt waren es 170 verschiedene Künstler, die mit ihren Bands und Projekten den Abend belebten. #bremenlebt eben.

In der Schauburg gab es gegen Mitternacht ein abschließendes Zusammenkommen der Organisatoren. Die Grußbotschaft von Sven Regener und die Rede trug Sönke Busch erneut vor, davor und danach tanzen die Menschen zwischen den Kinosesseln zur Musik von Velvetone und den Mad Monks.

#bremenlebt und das Viertel bebt - Teil drei

#bremenlebt und das Viertel bebt

Die Polizei sprach am Morgen von einer friedlichen Nacht auch wenn ab 22.30 Uhr keine Straßenbahn und kein Auto mehr an der Sielwallkreuzung durchkamen. Einige Unbelehrbare hätten Böller gezündet, und einen Streifenwagen mit Flaschen beworfen. Außerdem wurde versucht, durch Fußballspielen die Sielwallkreuzung zu blockieren. Der Ball wurde einkassiert, eine Person in Polizeigewahrsam genommen.

Da die Partymasse nicht komplett in den einzelnen Locations Platz fand, standen die Menschen auf den Straßen. Den anfallenden Müll und die zahlreichen Flaschen versuchten die Kneipiers, Barbesitzer und Clubbetreiber in einer gemeinsame Aufräumaktion um kurz nach 2 Uhr nachts größtenteils zu entfernen. Selbst wenn es überwiegend nicht der Abfall der beteiligten Läden war, da dieser meist in den Kneipen blieb, zeigten die Initiatoren Verantwortung für ihr Quartier und wie wichtig ein vernünftiges Miteinander ist. 

#bremenlebt und das Viertel bebt - Teil zwei

Mit einer solchen Größe hatten die Organisatoren nicht gerechnet. Eisen-Wirt Fernando Guerrero sagte am Morgen: "Insgesamt hatte dieser Abend eine Wucht, die so niemals erwartet und erst Recht nicht geplant war und uns alle an unsere Grenzen geführt hat." Sein Kollege Norbert Schütz fügte an: "Damit haben wir Geschichte geschrieben". 

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