Mit guter Laune ins neue Jahr

Marko Letonja und die Bremer Philharmoniker in der Glocke

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Die Bremer Philharmoniker läuten das Jahr 2019 gut gestimmt ein. 

Bremen – Sie sind aus dem Konzertbetrieb nicht mehr wegzudenken – die Neujahrskonzerte. 45 Millionen Menschen weltweit sollen in diesem Jahr allein die TV-Übertragung der Wiener Philharmoniker verfolgt haben. Mit viel Beifall und etlichen Bravo-Rufen hat das Publikum gestern in der voll besetzten Glocke nun die Bremer Philharmoniker und ihren Generalmusikdirektor Marko Letonja für ein erstklassiges Neujahrskonzert belohnt.

Tradition haben inzwischen die Neujahrskonzerte auch bei den Bremer Philharmonikern, wobei die klassischen Wiener Walzer, Polkas und Operettenmelodien eher selten gespielt werden (zuletzt 2010). Und auch in diesem Jahr gab es trotz des Konzertmottos keine Wiener Kopie: Man kam ohne „An der schönen blauen Donau“ und den „Radetzky-Marsch“ aus – stattdessen bereicherte die erste Walzerfolge aus dem „Rosenkavalier“ das abwechslungsreiche Programm.

Schon im Auftaktstück, der Ouvertüre aus Franz von Suppés „Leichte Kavallerie“, demonstrierten die Bremer Philharmoniker ihre Qualität und die abgestufte Klangvielfalt, die so nur ein groß besetztes Orchester entfalten kann. Man wurde quasi zwischen den Blechbläserfanfaren und dem weichen Klarinetten-Solo zum entspannten Zuhören eingeladen. Marko Letonja ließ es sich auch in der „Zigeunerbaron“-Ouvertüre, dem Czárdás aus „Ritter Pázmán“ und der „Vergnügungszug“-Polka (beide von Johann Strauß Sohn) nicht nehmen, die Effekte der Musik auszukosten. Dabei waren rhythmische Raffinessen und der Tutti-Klang des Orchesters immer organisch in den musikalischen Fluss integriert. Zugleich beeindruckten die zumeist sehr präzise spielenden Philharmoniker mit einem fast französisch anmutenden „Sphärenklänge“-Walzer (Josef Strauß), der – wie eigentlich alle Stücke – mit geschickten Beschleunigungen, Verzögerungen und feinen Details bereichert wurde.

Dieses Gefühl für die spezifische Atmosphäre der einzelnen Stücke kennzeichnet auch, wie musikalisch die Philharmoniker die kurzfristig eingesprungene Solistin Valda Wilson begleiteten. Die hierzulande aus ihren beiden Jahren im Oldenburger Ensemble bestens bekannte und geschätzte Sopranistin besitzt eine starke Bühnenpräsenz, mit der sie Lehárs „Meine Lippen, die küssen so heiß“, Kálmáns „Heia, in den Bergen“ und die „Klänge der Heimat“ aus der „Fledermaus“ gekonnt garnierte. Valda Wilson gefiel vor allem aber wegen ihres in der Mittellage so klangvollen, dunklen Soprans, der im Piano über eine wunderschöne, weiche Höhe verfügt, den Text aber noch deutlicher artikulieren könnte.

Last but not least – das mag subjektiv sein – der Höhepunkt des Konzerts: die „Rosenkavalier“-Walzerfolge mit den Philharmonikern in Bestform und einem Gespür für die unendlichen Details dieser so wirkungsvollen, unter der glänzenden Oberfläche kräftig brodelnden Tanzfolge.

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