Beste Bedingungen

Bremen - „Choir in residence“: Mit dieser doch leicht sperrigen Bezeichnung schlägt der Brahms-Chor der Hochschule Bremen ein neues Kapitel seiner Geschichte auf.

Denn mit „Choir in residence“ überschreibt das Ensemble seine neu begründete Zusammenarbeit mit dem Musical Theater Bremen.

Leiter und Gründer Professor Joshard Daus suchte nach 18 Jahren, die der Chor in Räumen der Hochschule beheimatet war, ein neues Domizil für das Ensemble – und fand es auf einer Probebühne im Musical Theater. Dort herrschen aus Sicht des Dirigenten beste Bedingungen für die Probenarbeit der rund 70 Sänger – nach ein wenig Feinschliff: Seine Podeste hat der Chor schon aufgebaut, ein großer, schwarzer Flügel steht zudem in der Mitte des Raumes.

„Ich war begeistert von dem Anliegen“, erklärt Theater-Leiter Claus Kleyboldt. „Wir sind ein Tournee-Theater mit breiter Palette, von Einzelkünstlern über Musicals bis hin zur klassischen Musik. Da passt es gut ins Bild, wenn wir einem Chor wie dem Brahms-chor eine feste Heimat bieten kann.“ Einen Hintergedanken hätte er dabei natürlich auch, so Kleyboldt. „Es gibt auf jeden Fall die Idee, die eine oder andere Veranstaltung des Chores hier im Haus stattfinden zu lassen. Wir sehen diese Zusammenarbeit als Win-Win-Situation – für den Chor als auch für uns.“

Das reicht von den Bedingungen im Probenraum bis zur Lage des Theaters. „Für uns ist es natürlich ideal, einen Standort in Bahnhofsnähe zu haben, da einige unserer Sänger aus dem Umland mit dem Zug zur Probe kommen“, freut sich Daus. Gleichzeitig biete die Residenz im Musical Theater beste Bedingungen für die Chorschule, ein Projekt, mit dem Daus vor allem den Nachwuchs fördern will. „Wir haben sehr viele Anwärter, auch aus dem Ausland, die sich mit neuen Techniken an alte Musik heranwagen.“

Eine neue Kooperation – mit der Jade-Hochschule – ist ebenfalls angestoßen, ebenso wollen die Verantwortlichen die Zusammenarbeit mit der Europa-Chor-Akademie ausbauen. „Ich sehe eine gute Zukunft für uns – hier in der Stadtmitte, die Kooperation mit der Akademie, das weltweite Musizieren“, so Daus. „Das Ziel für mich ist immer, auch Nicht-Musikstudenten zu integrieren, sie neben ihrem Hauptberuf auch im Gesang zu qualifizieren und professionalisieren. Das bieten wir allen interessierten Bürgern: die Möglichkeit, bei hochrangigen Projekten mitzuwirken und die Welt kennenzulernen.“

Das erste große gemeinsame Projekt soll im Sommer eine Aufführung von Carl Orffs „Carmina Burana“ sein, unterstützt vom Theater Ballett aus Bremerhaven, weitere Konzertideen befinden sich noch in der Pipeline. nin

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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