Video-Beitrag zu #bremenlebt

Jan Böhmermann teilt aus

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Jan Böhmermann verteidigt die wahre Schönheit seiner alten Liebe.

Bremen - Jan Böhmermann teilt aus. Mit den scharfen verbalen Waffen des Vorzeige-Satirikers im slim-fit Sakko verteidigt er die wahre Schönheit seiner alten Liebe: vollgekotzt, stinkend und laut. Mit einem „Sieben-Punkte-Programm zur De-Gentrifizierung des Viertels“ knallt er einen Video-Beitrag zur Aktion mit dem Hashtag #bremenlebt raus.

Überspitzt spottet er über alles, was zur Gentrifizierung des Viertels führte. Er spricht an, was andere nicht nennen würden: Seine soziologischen Wiederaufforstung sieht Maßnahmen wie Methadon-Ausgabe, Rücknahme von Verboten für Rockerclubs oder höhere Steuern für Biomärkte zwischen Ostertor und Steintor vor.

Angefangen hatte alles mit Anwohnerbeschwerden und Klagen von Einzelpersonen, die die Anzahl von Konzerten in bestimmten Clubs begrenzte oder sie sogar untersagte (Bericht hier). Die angestoßene Diskussion dreht sich um die kulturelle Vielfalt, um Spielstätten für Bands, um Lautstärke in bestimmten Stadtbereichen und um den Wert von Kultur in der Hansestadt. Nun geht es immer mehr um den sozioökonomischen Strukturwandel in den Stadtteilen. Die Beiträge zum Thema werden politischer, größer und prominenter.

Revolverheld-Sänger Johannes Strate und die Band Faakmarwin hatten den Bremen-Norder Böhmermann in ihren Videos nominiert. Die Antwort des Fernsehmoderators Böhmermann kam. Und als Erstes muss Strate dran glauben: Niemand sei ein glaubwürdigerer Gegner der Gentrifizierung als der Frontmann von Revolverheld, "der Kurt Cobain Bremens", so der 34-Jährige in seinem Beitrag.

In seinen sieben Punkten fordert er die kostenfreie Methadon-Ausgabe in allen Rewe-Märkten im Bremer Viertel, regelmäßige Ausweiskontrollen aller Träger von Jack Wolfskin oder Mammut-Funktionskleidung und analog zur Waffenverbotszone rund um den Bremer Bahnhof will er eine Manufaktum-Verbotszone im Viertel.

Ferner plädiert Böhmermann mit in Lautstärke und Geschwindigkeit ansteigender Stimme für eine Begrenzung der Öffnungszeiten aller Bio- und Wochenmärkte auf eine Stunde pro Woche, eine höhere Besteuerung von Einzelhändler mit Bio-Produkten und das Aufheben der polizeilichen Verbote von örtlichen Rockerclubs und Motorradgangs wie den Hells Angels oder den Bandidos.

Auf dem Höhepunkt seiner Wutrede fordert der Komiker eine Verdopplung der Kismet-Filialen im Viertel auf 75 bis 2020, die Verlagerung des ehemaligen Straßenstrichs in der Humboldtstraße in die schnuckeligen kleinen Seitenstraßen oder das Auslegen von Spritzbesteck und menschlichen Fäkalien auf Spielplätzen. Auch sollen alle zu erwartenden Massenschlägereien von libanesischen Großfamilien im Ostertor stattfinden und die Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem Ostertorsteinweg aufgehoben werden. Gastronomische Betriebe, die beispielsweise Soja Latte, Smoothie, Beck’s „Pale Ale“, oder Rhabarbersaftschorle ausschenken sollen enteignet oder der Geschäftsleitung der Traditionsgaststätte „Eisen“ ungeordnet werden. Speisen solle Laktose oder Gluten hinzugefügt werden.

Böhmermann bemüht sich, nicht laut zu lachen. Er verspricht, dass wenn diese sieben Punkte umgesetzt werden würden, dann "ist es eine Sache von Monaten, bis die momentane Situation der Vergangenheit angehört."

Zum Schluss appelliert er an die Bremer, sich zusammenzureißen. „Es ist laut, es stinkt, es ist ein bisschen asi. So war das schon immer.“ pfa

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