Triptychon von Gerd Kadzik geht an das Militärhistorische Museum in Dresden

Bilder gegen das Vergessen

Tafel aus Gerd Kadziks „Gegen das Vergessen“. ·
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Tafel aus Gerd Kadziks „Gegen das Vergessen“.

Syke / Dresden - Von Rainer Beßling. Er ist für seinen Jähzorn und seine Demütigungen der Angeklagten berüchtigt. Roland Freisler verkörpert die Unrechtsjustiz der Nationalsozialisten.

Als Präsident des „Volksgerichtshofes“ von 1942 bis 1945 verantwortet er tausende Todesurteile in Schauprozessen. Er führt den Vorsitz unter anderem in den Verfahren gegen die Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ und die Hitler-Attentäter vom 20. Juli 1944.

Der Zeichner und Maler Gerd Kadzik, der sowohl historische Themen aufgreift als auch aktuelles politisches Geschehen kritisch bildnerisch kommentiert, erinnert in seinem Triptychon „Gegen das Vergessen“ sowohl an Freisler wie auch an die Offiziere, die dem Nazi-Regime ein Ende zu machen versuchten. Im Mittelpunkt der wuchtigen Kompositionen, bei denen sich Kadzik in der Tradition eines Historienmalers wie Ilja Repin sieht, stehen die dramatischen Ereignisse vom 3. Februar 1945. Während eines Luftangriffs der US-amerikanischen Truppen auf Berlin wird Freisler auf dem Weg in den Keller des Volksgerichtshofes von einem Balken erschlagen. Kadzik zeichnet die Szene mit kantigen Pinselhieben in Braun- und Schwarztönen sowie einigen grellen Lichtblitzen nach.

Das Bild erzählt auch vom Schicksal Fabian von Schlabrendorffs, des späteren Richters am Bundesverfassungsgericht. Man sieht im Hintergrund einen Mann in Fesseln, von Polizisten abgeführt. Im Vordergrund des Bildes ist zu erkennen, wie der von dem Balken begrabene Freisler Papiere in der Hand hält. Er handelt sich um die Akte Schlabrendorff. Der Tod Freislers rettete unter anderem Schlabrendorff das Leben.

Kadzik gelingt es, mit seinen dichten Kompositionen, epochale Ereignisse durch den Auftritt der Akteure und durch die Schilderung der Schauplätze nachvollziehbar zu machen. Dabei dürften die Bilder viele Betrachter anregen, sich das historische Geschehen vertiefend zu vergegenwärtigen. Die visuelle Wucht ebenso wie der Impuls zur Erinnerung sind sicher auch ausschlaggebend dafür, dass das Militärhistorische Museum in Dresden Kadziks Triptychon nun in seinen Bestand aufgenommen hat. Sponsoren aus dieser Region haben dabei wesentlich mitgewirkt.

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