Besitzer für Modersohn-Becker gesucht

Casino Bremen verkauft Bilder

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as undatierte Repro zeigt das Gemälde von Paula Modersohn-Becker "Anbetung" aus dem Jahre 1902 im Paula Modersohn-Becker Museum in der Böttcherstraße von Bremen.

Bremen - Von Mareike Bannasch. Das Casino Bremen hat, zumindest in finanzieller Hinsicht, auch schon bessere Zeiten gesehen. Auf der Suche nach Geldquellen für dringend nötige Umstrukturierungen, wurden die Manager der Bremer Spielbank im Museum Böttcherstraße fündig.

Das undatierte Repro zeigt das Gemälde von Paula Modersohn-Becker "Häuser, Birken und Mond" aus der Zeit um 1902 im Paula Modersohn-Becker Museum in der Böttcherstraße von Bremen.

Dort hängen bereits seit Jahrzehnten zwei Gemälde von Paula Modersohn-Becker, die sich seit 1988/89 im Besitz des Spielbankbetreibers befinden. Damals war die Ludwig-Roselius-Sammlung aufgelöst worden und die Stadt hatte die meisten Gemälde aus dem Bestand gekauft. Allerdings nicht alle, für einige gab es eine besondere Lösung – und die „Westspiel“ griff zu. Ein Weg, den das Unternehmen auch im jetzigen Fall gehen möchte. „Wir suchen nach einer Bremer Lösung, das heißt, wir hoffen, dass jemand aus Bremen die beiden Bilder kauft“, machte Christof Schramm, Pressesprecher der „Westspiel“, mit 51 Prozent an der Spielbank Bremen beteiligt, gestern im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich.

Und die Chancen stehen gut, dass sich so jemand finden lässt. Denn wie Verena Borgmann, wissenschaftliche Leiterin des Museums, bestätigte, hat die Stadt Bremen eine sogenannte Rückkaufoption mit der sie sich die beiden Modersohn-Becker-Werke sichern könnte. Ob man davon wirklich Gebrauch macht, dazu wollte sich der Sprecher des Kultursenators, Heiner Stahn, allerdings nicht äußern. „Ich kann dazu im Moment nur sagen, dass es Gespräche mit allen Beteiligten gibt.“

Dies bestätigte auch der „Westspiel“-Sprecher, der sich vom Verkauf der Werke einen Betrag in etwa sechsstelliger Höhe verspricht. Wie viel die beiden Bilder – insgesamt befinden sich sechs im Besitz der „Bremenspiel“ – genau wert sind, dazu wollte gestern keiner der Beteiligten Angaben machen. Und zumindest Verena Borgmann war vom medialen Echo auf den Verkauf, der bereits seit einigen Monaten hinter den Kulissen Thema ist, überrascht. „ Wir sind eigentlich ganz unaufgeregt“, betonte sie, wenngleich die wissenschaftliche Leiterin des Museums noch einmal auf die große Bedeutung der Gemälde für ihr Haus aufmerksam machte. So hatte Ludwig Roselius das Bild „Häuser, Birken und Mond“ im Jahr 1922 direkt von Otto Modersohn gekauft und zu seiner Sammlung hinzugefügt.

Ein Ende der Dauerleihgabe würde somit einen nicht unerheblichen Verlust für das Museum Böttcherstraße nach sich ziehen. „Daher ist es auch in unserem Interesse, dass die Bilder im Haus bleiben, und wir sind zuversichtlich dass uns dies gelingt“, sagte Borgmann. Wenn alles gut läuft, bleibt also alles beim Alten – und auswärtige Besucher können auch weiterhin einen Blick auf Birken und Mond werfen.

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