Monolith stellen in Bremen ihr neues Album vor

Der Berg groovt

Seit Kurzem ein Quartett: Monolith aus Bremen.

Bremen - Bands aus Bremen, das bedeutet oft nicht viel mehr als Bands in Bremen. Weil – die Gründe dafür sind wohl komplex – nur selten eine von ihnen über die Stadtgrenzen hinaus Bekanntheit erlangt.

Und wenn das doch einmal geschieht, sie nicht selten bald implodiert. Das wird gewiss auch in anderen Städten so sein. Und es hat ebenso gewiss auch damit zu tun, dass Hamburg so nah ist und Berlin so verlockend. Gleichwohl: Hannover, nicht viel größer als Bremen, scheint da fruchtbarerer Boden zu sein. Ein entsprechender Wikipedia-Eintrag führt 64 Einträge für Bands aus Hannover, darunter so berühmte wie die Scorpions, so wichtige wie die 39 Clocks, so einflussreiche wie Jane. Für Breme ist keine entsprechende Sammlung indiziert.

Eine der wenigen Bands der neueren Zeit aus Bremen, die dadurch auffallen, dass sie auch auswärts gern genommen werden, sind Monolith, die am kommenden Freitag die Veröffentlichung ihres neuen Albums mit dem irgendwie klingenden Namen „Mountain“ im Lagerhaus feiern. Klingend einerseits vielleicht als Verneigung vor einer großen Rockband der 70er-Jahre, zweitens aber auch als Sinnbild einer gewissen Massivität. Kein Massiv, wie es Omega Massif aus Würzburg im Namen hatten, die in wahrlich erhabener Tiefe und Langsamkeit dröhnten. Eben ein Berg. Bezwingbar, aber doch von einer beträchtlichen Größe.

Sei das nun so gedacht oder anders, es ließe sich in gewisser Weise auch die erste Assoziation belegen: Die Rock-Lesart von Monolith ist tief in den 70ern verwurzelt, als die Grundmauern für Heavy Metal gelegt wurden, aber noch kein Mensch, nicht einmal Tony Iommi, einen Plan gehabt haben dürfte, wie das Ding denn später einmal klingen würde. Man war Rock, und das bedeutete damals immer noch vor allem und nicht zuletzt Blues. Den – einschließlich eine Mundharmonika – hört man auch bei Monolith deutlich heraus, die sich auf ihrem neuen Album dann auch mal Zeit für einen Song mit akustischen Gitarren nehmen. Was in der mittlerweile einigermaßen ausdifferenzierten Szene keineswegs Usus ist.

Womit wir bei den Urvätern des Doom-Subgenres wären, Pentagram beispielsweise oder, es muss ja raus, Black Sabbath, bei denen derlei Brüche mit der Härte zum Tagesgeschäft gehörten. Bliebe noch die Sache mit der Stimme, über die wir dann doch nicht ganz hinweggehen wollen, ist sie doch eine geradezu ergreifende, wenn auch nicht unbedingt intendierte Hommage an den einen und einzigen Madman in Rock, einen gewissen Ozzy Osborne und wird deshalb ohnehin in jedem Text über Monolith erwähnt. Diese Sache also verhält sich ein bisschen so wie die mit J. Mascis von Dinosaur jr und Neil Young. Auf eine gewisse Ähnlichkeit ihrer Stimme angesprochen, hob Mascis einst nur lapidar seine Hände hoch. Was bedeuten sollte: Es gibt Dinge, mit denen kommst du einfach auf die Welt.

Monolith und Deville spielen am Freitag, 20 Uhr im Lagerhaus, Bremen.

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