Produktion soll Mittel einwerben

Benefiz-CD für Akademie

Alexander Suleiman

BREMEN (Eig. Ber.) n Es sind nicht die Ideen, an denen es in der Bremer Kulturbehörde mangelt. Aus Anlass der anstehenden Präsidentschaft Bremens im Bundesrat hat Staatsrätin Carmen Emigholz (SPD) ein eigenes Projekt angestoßen. Angeregt von dem Cellisten Alexander Suleiman ist für das kommende Jahr eine Sommer-Akademie geplant.

Unter dem Titel „Kunst ohne Grenzen“ werden dann 20 junge Musiker aus Krisengebieten für einige Tage nach Bremen eingeladen: Instrumentalunterricht bei Profis, gemeinsame Proben und Konzerte sollen ihnen künstlerische Inspiration und neuen Lebensmut bringen. Weil Ideen reichlich, finanzielle Mittel aber spärlich vorhanden sind, sind die Initiatoren auf ehrenamtliches Engagement angewiesen. Einen Anfang hierfür haben nun Suleiman selbst, Radio Bremen sowie die Freunde des Sendesaals gemacht. Gemeinsam produzierten sie eine Benefiz-CD, die im Dezember auf den Markt kommen soll: Gerade rechtzeitig, um die dringend benötigten Gelder für die Flugkosten der Jugendlichen aus aller Welt einspielen zu können.

Dass die Einnahmen aus dem Verkauf tatsächlich ausreichen könnten, um die Unkosten zu decken, glaubt Solist Suleiman dabei nicht. Wie er gestern auf einer Pressekonferenz im Bremer Sendesaal erklärte, hoffe er vielmehr auf einen Werbeeffekt bei potenziellen Sponsoren. Mit einem gefälligen Mix aus Werken vom Barock bis zur Moderne ließe sich der eine oder andere Geldgeber für die gute Sache gewinnen: „Ich habe darauf geachtet, möglichst bekannte Stücke aufzunehmen, die einen großen Zuhörerkreis ansprechen.“ Im Sinne der Schlichtheit und vielleicht auch, um die Gäste der Sommer-Akademie nicht einzuschüchtern, hält sich auch der technische Anspruch der Werke in Grenzen. Ein kleiner Walzer von Tschaikowsky etwa, sagt Suleiman, gehe „über die vierte Lage nicht hinaus“.

Dass sein Projekt überhaupt realisiert werden kann, ist keineswegs selbstverständlich. Schon mehrfach, habe er Ministerien seine Idee unterbreitet, erklärt der Cellist. Doch erst in Bremen habe er Resonanz gefunden. Viele, sagt Suleiman, hätten ihn gefragt, ob er mit seiner Akademie nicht Jugendliche anspreche, die in ihrer Region ohnehin schon einer privilegierten Schicht angehören: „Das ist natürlich zutreffend, schließlich hätten sie sonst gar nicht die Möglichkeit, ein Instrument zu spielen.“ Aber irgendwo müsse man nun einmal beginnen mit dem Engagement in Krisengebieten. Und vielleicht könnten von den Erfahrungen der Bremer Akademie-Teilnehmer anschließend auch weniger privilegierte Jugendliche profitieren. Auf eines habe er zumindest bei der Auswahl der Talente geachtet: „Alle, die nach Bremen kommen, möchten wieder in ihre Heimat zurückkehren.“

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