Bannaschs Kulturwochen vom 10. bis 16. November

Alles eine Frage des Kleingelds

+
Das undatierte Repro zeigt das Gemälde von Paula Modersohn-Becker "Anbetung" aus dem Jahre 1902 im Paula Modersohn-Becker Museum in der Böttcherstraße von Bremen.

Syke - Was war? Was wird? "Bannaschs Kulturwochen" schauen hin.

Was war?

Kunstsammler aufgepasst: Jetzt bietet sich die einmalige Gelegenheit, ein oder auch zwei Gemälde von Paula Modersohn-Becker in Ihren Besitz zu bringen. Natürlich nur, wenn das nötige Kleingeld vorhanden ist. Denn ein sechsstelliger Betrag sollte schon rumkommen, wenn sich die Spielbank Bremen von den Bildern trennt.

 Die übrigens nicht in einem Keller des klammen Casinobetreibers vor sich hin stauben. Nein, die Bilder kann jeder sehen. Zumindest all jene, die Eintritt für das Museum Böttcherstraße zahlen. Dort hängen die beiden Werke schon seit Jahrzehnten als Dauerleihgabe. Und das soll, wenn man den Beteiligten glauben mag, auch so bleiben – Bremer Lösung heißt der Schlüssel zum Erfolg.

Immerhin hat die Stadt eine Rückkaufoption mit der sie zuerst zuschlagen könnte. Könnte, wenn da nicht die düstere Haushaltslage wäre. Eine denkbar ungünstige Lage für das Museum Böttcherstraße. Aber wer weiß, vielleicht findet sich ja ein privater Gönner mit dem nötigen Kleingeld. Wann haben Sie eigentlich zuletzt mit Ihrem Bankkundenberater gesprochen?

Was wird?

Evita: Wohl kaum ein weiblicher Kinogänger hat sie damals verpasst, die Kitschromanze mit Madonna in der Hauptrolle. Die sich als armes junges Mädchen vom Dorf auf den Weg in die Großstadt Buenos Aires macht – um dort den ehrgeizigen Militär Juan Perón zu treffen. Während sich die Darsteller durch argentinische Kneipen oder Strategiesitzungen der Armee singen, kommt es natürlich wie es kommen muss: Evita erkennt in Perón den nächsten Präsidenten des Landes, die beiden heiraten und gemeinsam schaffen sie es an die Spitze des Landes. Dass er älter als sie ist und auch nicht umwerfend aussieht, geschenkt. Macht und Geld können eben blind machen – und unzählige Dollars in die Kassen von Hollywood-Produzenten und Musical-Papst Andrew Loyd Webber spülen. Letzterer hat sich ebenfalls der Lebensgeschichte der argentinischen First Lady angenommen und sie für das Musiktheater und das Zerstreuung suchende Broadwaypublikum aufbereitet. Genau dieses Musical feiert am Samstag in Oldenburg Premiere. Tänzer wird es dann übrigens auch geben, und zwar nicht nur Profis. Deshalb suchte das Staatstheater vor einigen Wochen ein Pärchen, dass gemeinsam mit den Sängern zum Tango über die Bühne wirbelt. Frei nach dem Motto: Bei uns bekommt jeder seinen Moment im Rampenlicht. Man darf gespannt sein.

Tipps

Montag, 19.30 Uhr, Theater am Leibnizplatz Bremen: Wassergeräusch.

Donnerstag, 19.30 Uhr, Glocke Bremen: Deutsche Kammerphilharmonie, Werke von Beethoven, Haydn und Schubert.

Donnerstag, 20.00 Uhr, Unser Lieben Frauen Kirche Bremen:

Musica Nova: Adrian Willaert in Venedig.

Freitag, 20 Uhr, Theater am Goetheplatz Bremen: Die Schutzbefohlenen.

Samstag, 19.30 Uhr, Staatstheater Oldenburg: Evita.

Sonntag, 16 Uhr, Theater am Goetheplatz Bremen: Pippi Langstrumpf.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Virologe: Sars-CoV-2 bleibt wohl wie Influenza dauerhaft

Virologe: Sars-CoV-2 bleibt wohl wie Influenza dauerhaft

Umwelt-Drama: Diese sieben Reiseziele werden "dank" Kreuzfahrtschiffen komplett zerstört

Umwelt-Drama: Diese sieben Reiseziele werden "dank" Kreuzfahrtschiffen komplett zerstört

Das Motorrad fit für die Saison machen

Das Motorrad fit für die Saison machen

Mode-Klassiker der 1970er kommen zurück

Mode-Klassiker der 1970er kommen zurück

Meistgelesene Artikel

Woher kommen, wohin gehen

Woher kommen, wohin gehen

Zur Entspannung etwas Mozart

Zur Entspannung etwas Mozart

Der zweite Blick

Der zweite Blick

Weserburg-Geschäftsleiter Tom Schößler: „Saß selbst ein paar Stunden an der Kasse“

Weserburg-Geschäftsleiter Tom Schößler: „Saß selbst ein paar Stunden an der Kasse“

Kommentare