Bannaschs Kulturwochen:

Es ist nicht immer alles schlecht

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Wir dachten, Thees Uhlmann hätte nichts zu erzählen: Großer Fehler.

Was war? was wird? Bannaschs Kulturwochen schauen hin.

Was war?

Jeden Tag dasselbe Spiel: Aus hunderten Meldungen und Themen entscheiden wir, was für den kulturinteressierten Leser wohl spannend sein könnte. Meistens eine klare Sache, manchmal aber setzen wir auch die falschen Schwerpunkte – oder verpassen ein Thema gleich ganz. So wie beim neuen Roman von Thees Uhlmann: Wieder so ein Musiker, der nun auch noch meint, ein Buch schreiben zu müssen, war da meine erste Redaktion. Auf gar keinen Fall ist „Sophia, der Tod und ich“ ein Thema für die Seite. Großer Fehler, wie sich am Dienstagabend während Uhlmanns Lesung gezeigt hat. Denn das Buch ist, um es auf den Punkt zu bringen: großartig. Ein Roman, der eigentlich von einem Zusammtreffen mit dem Tod erzählt – und sich stattdessen vor dem Leben und all seinen Unwegbarkeiten verneigt. Versteht sich von selbst, dass ich mir gleich ein Exemplar gesichert habe. Das sollten Sie übrigens auch tun. Oder noch besser ein Hörbuch, denn als Vorleser ist Thees Uhlmann noch besser.

Was wird?

Wie mag der perfekte Mensch wohl aussehen? Klar, er darf schon mal keine Fehler machen, Vergebung sollte für ihn nicht nur ein hohles Wort sein und Barmherzigkeit wäre vermutlich auch nicht schlecht. Das klingt unerreichbar, und ist es vermutlich auch. Immerhin war es niemand geringer als Mahatma Ghandi höchstselbst, der den perfekten Menschen als einzigen würdigen Verfechter seiner Satyagraha-Grundhaltung gesehen hat. Eine politische Strategie, die sich auf der Idee gründet, dass der Appell an Herz und Gewissen des Gegners effektiver ist als ein Appell, der sich auf Drohungen oder Gewalt stützt. Gar kein schlechter Gedanke, allerdings scheint er so gar nicht zur aktuellen Stimmung im Land zu passen. Wo Unbekannte geplante Flüchtlingsheime in Brand stecken oder gleich mit Handgranaten werfen – und das wenige Bürger zum Protest zu animieren scheint. Wie weit es wirklich mit der Aktualität des Satyagraha-Prinzips her ist, zeigt sich am Samstag im Oldenburgischen Staatstheater. Dann feiert dort die gleichnamige Oper von Philip Glass Premiere.

Termine:

Dienstag, 20 Uhr, Stefanie Heinzmann: „Chance of Rain“ – Club Tour 2016, Modernes Bremen.

Samstag, 18 Uhr, Mobile Albania, Pneuma Szöv: Das Paplament. Ein Gast-spiel, Schwankhalle Bremen.

Samstag, 19.30 Uhr, Satyagraha, Musiktheater-Premiere, Oldenburgisches Staatstheater.

Sonntag, Per Kirkeby. Werke aus dem Louisiana Museum of Modern Art, Museen Böttcherstraße, Bremen.

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