Bannaschs Kulturwochen

Leere, immer nur gähnende Leere

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In einem sind sich alle einig: Die Fassade am Anbau des Sprengel Museum in Hannover ist kein architektonischer Meisterwurf.

Was war? Was wird? "Bannaschs Kulturwochen" schauen hin.

Was war?
Satte 37,5 Millionen Euro wird der Erweiterungsbau am Sprengel Museum in Hannover wohl kosten. Das sind fast zehn Millionen mehr als gedacht. Doch nicht nur diese Mehrkosten sorgen in der Landeshauptstadt für Streit und Diskussionen – der Bau selbst ist nicht nur den Einwohnern ein Dorn im Auge. Statt eines architektonischen Meisterwurfs erwartet die Besucher des Museums vor allem eines: Ecken und Kanten. Und Grau, viel Grau. Fenster, die von dem Elend ablenken würden, gibt es auch nicht, dafür hatten die schweizer Architekten keinen Platz mehr. Warum auch immer. Wahrscheinlich wollten sie den Blick auf die Kunstwerke lenken. Und haben deshalb alles eliminiert, was ablenken könnte. Wie Tageslicht oder Optik.

Verständlich, beruhigt die Gemüter aber nicht wirklich. Im Gegenteil, die kritischen Stimmen werden immer lauter. Allerdings muss man ihnen zugutehalten, dass sie auch Ideen zur Verbesserung der Lage haben. Sogar reichlich: Von Graffiti, Outdoor-Bildern und dichten Baumreihen ist da die Rede. Alles, was vom grauen Klotz ablenkt, ist willkommen. Meine Lieblingsidee ist aber ein genialer Schachzug: Nämlich, den Verhüllungsaltmeister Christo zu bitten, sich um eine passende Verpackung zu kümmern. Das hätte sogar mehrere Vorteile. Niemand muss mehr auf den hässlichen Bau gucken, die Textilindustrie wäre um einen neuen Großauftrag reicher, Hannover hätte eine neue Besucherattraktion. Und zwar nicht nur für Katastrophentouristen.

Was wird?
Das Sommerloch dehnt sich wie ein lang gezogenes Kaugummi. Die meisten Kulturschaffenden sind immer noch in der wohlverdienten Sommerpause, Theater und Konzertsäle verweist. Nur die Museen haben tapfer weiter geöffnet, um den Touristen bei nordischen Temperaturen eine Beschäftigung im Urlaub zu bieten. Kein Wunder also, dass auch der Terminkalender der Kulturredaktion so gut wie gar nichts mehr hergibt. Keine Opern-Premiere, keine Ballett-Uraufführung, keine Liebenden, die auf der Theaterbühne zueinander finden. Stattdessen Leere, gähnende Leere. Da bleibt nur eins: die Beine hoch legen und sich auf den Startschuss zur neuen Spielzeit freuen. Und die Kollegen bei ihren ganz eigenen Vorbereitungen zu beobachten. Denn sie haben ihren ersten wichtigen Termin bereits am Freitag im Kalender: den Start der Bundesliga.

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