Bannaschs Kulturwochen

Einfach mal hinhören

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Auch Deichkind hat eine ganz eigene Meinung zu Leuten, die für ihre Karriere über Leichen gehen.

Was war? was wird? Bannaschs Kulturwochen schauen hin.

Was war?
„Like mich am Arsch“, „Bück dich hoch“, „Denken Sie groß“: Solche Songtitel klingen nicht wirklich nach großer Poesie, und doch sind die Lieder von Deichkind ein gutes Beispiel dafür, dass sich genaues Hinhören manchmal lohnen kann. Denn die Hamburger Hip-Hop-Band blickt durchaus kritisch auf die moderne Welt, und prangert quasi nebenbei die Jagd auf den nächsten Like und die Facebook-Hörigkeit ihrer Fans an. Ganz zu schweigen, von all jenen, die glauben, dass im Leben nur die Karriere wichtig ist. Bleibt nur die Frage, ob die Botschaft zwischen Dreieckshüten und Riesenhirnen überhaupt ankommt? Ich glaube schon, vermutlich aber erst auf der heimischen Couch – wenn die Party wieder dem Leben Platz macht.

Was wird?
Ludwig II.: König von Bayern, leidenschaftlicher Schlossbauer – und einer der bedeutendsten Mäzene aller Zeiten. Während von seinem Leben für die meisten Menschen Neuschwanstein und sein mysteriöser Tod in Erinnerung geblieben sind, machte sich der angeblich so fragile Herrscher zu Lebzeiten vor allem als Förderer der Kultur einen Namen, wovon besonders Richard Wagner profitierte. Dem Komponisten fehlt das nötige Kleingeld, um weiterzuarbeiten? Kein Problem, eine Nachfrage beim König genügt. So auch zwischen 1864 und 1865 als Ludwig II. dem hochverschuldeten Wagner 170 000 Gulden zukommen ließ – ein kleines Vergnügen.

Gut angelegtes Geld, finanzierte der bayerische König damit doch unter anderem den Ring des Nibelungen. Eine besondere Freundschaft, die die Bremer Philharmoniker ab Sonntag genauer beleuchten wollen. Zum zweiten Mal startet das Festival „An die Grenze“, das sich dieses Mal einem zunächst nicht ganz so musikalischen, dafür aber blaublütigen Grenzgänger widmet. Ausgehend vom Werk Wagners spannen die Philharmoniker die Fäden des königlichen Netzwerkes bis in die heutige Zeit weiter – und zeigen deutlich, dass Ludwig II. mehr war als nur ein verwirrter Märchenkönig.

Termine:
Dienstag, 20 Uhr: „Sophia, der Tod und ich“, Lesung von Thees Uhlmann, Modernes Bremen.
Freitag, 19 Uhr: Eröffnung der Ausstellung „Künstlerräume“, Weserburg, Bremen.
Freitag, 19 Uhr: Eröffnung der Ausstellung „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt“, Künstlerhaus Bremen.
Freitag, 20 Uhr: Ksenia Ravvina und Kristina Veit, „ROCKIN(SON)G“, Schwankhalle Bremen.
Samstag, 19.30 Uhr: „Madame Pompadour“, Musiktheater-Premiere, Stadtheater Bremerhaven. Sonntag, 11 Uhr: Beginn des Festivals „An die Grenze“ der Bremer Philharmoniker, Glocke Bremen.

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