Bannaschs Kulturwochen

Das Böse ist brandgefährlich

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Die Figur des Professor Snape wurde ihm auf den Leib geschrieben: Am Donnerstag ist Alan Rickman in London gestorben.

Was war? was wird? Bannaschs Kulturwochen schauen hin.

Was war?

„Potter“: Nur ein einziges gezischtes Wort und dem Kinobesucher stellten sich die Nackenhaare auf. Jeder Auftritt von Alan Rickman als Professor Severus Snape geriet zur gruseligen Offenbarung. Ausgehend von der Eleganz des geschulten Theaterschauspielers verpasste der Brite einer der heimlichen Schlüsselfiguren der Harry-Potter-Reihe eine kalte Überheblichkeit, die ihresgleichen suchte und fast schon nebenbei eine schonungslose Sicht auf unser Dasein offenbarte. Die Welt ist grausam und unerbittlich, das Leben kein Spaziergang und der Mensch meistens einsam, vor allem, wenn er mehr versteht als alle anderen. Das ist hart, lässt sich aber nicht ändert – also sollte man mit dem Jammern aufhören und sich damit abfinden. Nicht nur als Professor Snape konnte Rickman mit einem einzigen Blick ganze Gefühlslagen erzählen, und auch wenn gerade vielschichtige Bösewichte mit brandgefährlicher Intelligenz seine Spezialität waren, ist mir vor allem seine Rolle als unglücklich verliebter Colonel Christopher Brandon in der Jane-Austen-Verfilmung „Sense and Sensibility“ im Gedächtnis geblieben. Dort verliebt er sich unsterblich in die 17-jährige Marianne, und leidet wie ein Hund. Für den Colonel gibt es am Ende ein Happy End – ganz im Gegensatz zu Alan Rickman. Er starb am Donnerstag im Alter von 69 Jahren an Krebs.

Was wird?

Rente? Das ist für manchen Senior-Rocker ein weit hergeholter Gedanke. Statt im Schaukelstuhl auf der Veranda ihrer Millionärsvilla auf die alten Zeiten anzustoßen, quälen sie ihre müden Knochen in den Tourbus. Jeden Tag eine andere Stadt, ein anderes Land: bis ins hohe Alter wird geackert, ohne Rücksicht auf Verluste. Einer dieser Ruhelosen ist Charlie Harper von den UK Subs, im Frühjahr wird er stolze 72 Jahre alt. Im Dezember 1976 gründete Harper die Band in London, als eine der ersten in der britischen Hauptstadt, und ist bis heute mit ihr unterwegs. Während sich die meisten Punkrock-Repräsentanten der ersten Stunde schon längst aufgelöst haben, tourt UK Subs noch immer durch die Lande. Allerdings nicht in der Originalbesetzung, von der ist nur Harper übriggeblieben. Bleibt also abzuwarten, mit wem er am Samstag im Lagerhaus auf der Bühne steht.

Termine:

Samstag, 20.30 Uhr, UK Subs, Lagerhaus Bremen.

Samstag, 20 Uhr, Deichkind, ÖVB-Arena Bremen.

Sonntag, 18 Uhr, Toshio Hosokawa: Stilles Meer, Opern-Premiere, Staatsoper Hamburg.

Sonntag, 18.30 Uhr, Pampa Blues, Niederdeutsche Bühne, Oldenburgisches Staatstheater.

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