Kunst trifft Kunstvermittlung in der Städtischen Galerie Bremen

Ausgestellt und dargestellt

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Emese Kazár: Spagat.

Bremen - Von Rainer Beßling. Auch wenn man Konturen oder Volumina nicht eindeutig identifizieren kann: Emese Kazárs Bilder lassen menschliche Körperformen erkennen.

Blasses marmornes Kolorit und zarte Haut-Töne, von schwachem Schwarz und Erdfarben flankiert, liegen in einem zarten Dunst, verbergen und locken zugleich. Die Künstlerin legt mit Flächenschichtungen Spuren aus, die Figurenausschnitte wie ortlose Landschaftsräume auftauchen lassen. Dabei bleibt eine Anmutung von reiner Malerei erhalten.

In Kazárs Bild „Spagat“ bleibt das Verhältnis von Bildgrund und Figur, von Negativ- und Positivform in der Schwebe. Nicht ein Abbild ist hier zu sehen, vielmehr kommt die Präsenz von Leiblichkeit zum Ausdruck, eine Bildexistenz zwischen Tektonik und Organismus, die die Wahrnehmung in Bewegung hält.

Emese Kazár, Schülerin von Stephan Baumkötter, gehört zu einer Gruppe von Studierenden der Bremer Hochschule für Künste (HfK), deren Arbeiten der- zeit in der Städtischen Galerie Bremen zu sehen sind. Die Ausstellung resultiert aus einem besonderen Projekt. Seit Oktober 2012 haben zwölf HfK-Studierende zusammen mit neun Studierenden der Kunst- und Kulturvermittlung der Universität Bremen unter der Leitung von Dr. Katerina Vatsella auf diese Präsentation hingearbeitet. Ziel war es, Erfahrungen mit der Praxis des Kunstbetriebs zu sammeln, sich im Dialog zu erproben und wechselseitig Einblicke in die jeweiligen Arbeitsweisen zu bekommen. Konzeptuelle, planerische und organisatorische Fertigkeiten wurden eingeübt, ob es nun um die Sichtung und Auswahl der Werke, die Abfassung von Katalogtexten oder die Sponsorensuche handelte.

Zu sehen sind bis zum 11. August Arbeiten von Studienbeginnern wie auch von Meisterschülern. Das Spektrum der Gattungen ist gleichfalls breit gefächert. Es umfasst Malerei, Skulpturen, Objekte, Video und Performance. Im Katalog sind Statements der Künstler abgedruckt wie auch werkerläuternde Texte der Kunstvermittler.

Als ein Schwerpunkt der Schau ist eine Befragung der Malerei zu erkennen. Während Christiane Gruber in ihren „Acrylhäuten“ die Farbe als Material zum Bildthema macht, zielt Andreas Becker mit seinen Kompositionen auf ein Spannungsfeld „visueller Uneindeutigkeit“. Stephan Fritsch inszeniert Suggestion und Überwältigung. Thomas Krüger wirft die elementare Frage auf, „wie viel es braucht, um Malerei zu werden“ und versucht den Einfluss des Bildautors zu minimieren. Effrosyni Kontegeorgou thematisiert in dem Video „Das Stricken“ die Weitergabe eines Fadens von Generation zu Generation, bricht diese Linie aber durch Projektionen sowie Verschiebungen und Verschleierungen von Ereignis- und Empfindungswelten.

Städtische Galerie Bremen, bis 11. August. Di-Sa 12-18 Uhr, So 11-18 Uhr. Eintritt: 4 Euro.

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