Ressortarchiv: Kultur

Die Ära der Zeitreisen

Die Ära der Zeitreisen

Syke - Von Jan-paul Koopmann. So unmittelbar vor Beginn der 20er-Jahre lässt sich das dann doch einigermaßen sicher festhalten: Brian K. Vaughan und Cliff Chiang haben mit „Paper Girls“ ein, wenn nicht das wesentliche Comic-Epos der Zehner-Jahre geschrieben.
Die Ära der Zeitreisen
Drei Frauen, drei Generationen

Drei Frauen, drei Generationen

Hannover - Von Jörg Worat. „Ich erinnere mich genau“: Wer hat diesen Satz nicht schon wiederholt im Brustton der Überzeugung gesagt? Dass man mit derartigen Behauptungen indes sehr, sehr vorsichtig sein sollte, zeigt eine neue Produktion des hannoverschen Staatsschauspiels. Die Uraufführung von „Was nie geschehen ist“ nach dem autobiografischen Roman von Nadja Spiegelman im Ballhof gehört zu den bisherigen Highlights der Saison.
Drei Frauen, drei Generationen
Opern-Legende stirbt am ersten Weihnachtsfeiertag: Sogar Fußball-Club trauert

Opern-Legende stirbt am ersten Weihnachtsfeiertag: Sogar Fußball-Club trauert

Er war eine deutsche Opern-Legende: Der Star-Tenor, Dirigent und Kammersänger Peter Schreier ist an Weihnachten im Alter von 84 Jahren in Dresden gestorben.
Opern-Legende stirbt am ersten Weihnachtsfeiertag: Sogar Fußball-Club trauert
Lange Geschichte der Gewalt

Lange Geschichte der Gewalt

Syke - Von Rolf Stein. Zugegeben, der deutsche Titel von Chigozie Obiomas zweitem Roman „The Orchestra Of Minorities“ (zu Deutsch: Das Orchester der Minderheiten) ist dann doch gar nicht so schlecht, auch wenn er ein bisschen nach Groschenroman klingen mag. Er ist ein wenig offener, ohne die vielschichtige Metapher des Buchs zu verraten. Allerdings könnte er, der Titel, auch falsche Hoffnungen wecken. Die Liebesgeschichte, die der nigerianische Autor Chigozie Obioma hier erzählt, beutelt ihre Protagonisten dann doch nicht nur zu sehr. Sie weiß auch noch einige andere, unbequeme Dinge zu berichten, die dann doch eher unromantisch sind.
Lange Geschichte der Gewalt
Die Erotik der Macht

Die Erotik der Macht

Bremerhaven - Von Rolf Stein. Dass Märchen nicht nur was für Kinder sind, ist bekannt. Viele sind ohnehin zu düster, zu blutig, um als Gute-Nacht-Geschichten zu taugen. Ganz davon abgesehen, dass sich auch Erwachsene gern Geschichten vorsetzen lassen, die nicht gerade als knallharter Realismus durchgehen. Dass wiederum ein Märchen, also eine frei erfundene Begebenheit mit wundersamen Wendungen, die Grundlage für delikate Polemik bilden kann, lässt sich an der 1817 uraufgeführten Oper „La Cenerentola“ von Gioachino Rossini studieren, die am ersten Weihnachtsabend am Stadttheater Bremerhaven Premiere feierte.
Die Erotik der Macht
Wladimir Kaminer im Interview: „Deutsch ist eine Supersprache“

Wladimir Kaminer im Interview: „Deutsch ist eine Supersprache“

Bremen - Von Werner Jürgens. Seine Muttersprache ist Russisch, aber er schreibt lieber auf Deutsch – und das sehr erfolgreich: Wladimir Kaminer hat mit seinen Büchern, Erzählungen und Kolumnen ein Millionenpublikum erobert. In seinem neuesten Werk dreht sich alles um „Liebeserklärungen“, so der Titel. Damit ist Kaminer gerade auf Lesereise. Am 27. Dezember tritt er in Bremen auf. Vor seiner Lesung stand er uns Rede und Antwort.
Wladimir Kaminer im Interview: „Deutsch ist eine Supersprache“
Klare Kante

Klare Kante

Bremen - Von Frank Schümann. Aus diesem Stoff werden Legenden gemacht: Lange vor seinem eigenen Konzert betritt Thees Uhlmann die Bühne und kündigt im dunklen Sakko persönlich den Auftritt seines Support-Acts an – den von Grillmaster Flash, seines Zeichens Singer/Songwriter aus Bremen-Nord und längst eine der „Typen“ der Stadt. Und Uhlmann wäre nicht Uhlmann, wenn es keine Geschichte dazu gäbe: „Es ist ja mittlerweile bekannt, dass ich mich beim Schreiben der Songs für das letzte Album etwas schwer getan habe“, sagt er und erzählt, wie „Grilli“ ihn einst in Kreuzberg besucht habe. Mittels einer mitgebrachten Flasche Korn habe er einen gehörigen Anteil daran gehabt, dass das ursprüngliche Material verworfen und statt dessen Neues auf den Weg gebracht wurde – „wir haben nochmal ganz von vorn angefangen“.
Klare Kante
Böhse Onkelz als Los Tioz auf der G.O.N.D: Ein "böhses Märchen" wird wahr

Böhse Onkelz als Los Tioz auf der G.O.N.D: Ein "böhses Märchen" wird wahr

Seit 15 Jahren haben die G.O.N.D.-Veranstalter Timo Hofmann und Steffen Kiederer auf diesen Moment hingearbeitet.
Böhse Onkelz als Los Tioz auf der G.O.N.D: Ein "böhses Märchen" wird wahr
Weite Landschaften

Weite Landschaften

Hannover - Von Jörg Worat. Minderwertige Ausstellungen in der „Galerie für Fotografie“? Die wird es so schnell nicht geben. Und in der aktuellen Schau wäre mangelnde Qualität besonders erstaunlich, denn zu sehen sind Positionen, die es ins Finale beim VGH-Fotopreis geschafft haben. Mit 10 000 Euro dotiert, rangiert diese Auszeichnung bundesweit in der Spitzenklasse. Sie wird ausschließlich unter den Studierenden des hannoverschen Studiengangs „Fotojournalismus und Dokumentarfotografie“ vergeben, und dass dieser aus gutem Grund auf internationaler Ebene großes Renommee genießt, macht diese Ausstellung einmal mehr deutlich.
Weite Landschaften
Tänze eines Getriebenen

Tänze eines Getriebenen

Hannover - Von Jörg Worat. Hannovers Tanzgemeinde wird sich umstellen müssen. Und ist offenbar bereit dazu – diesen Schluss könnte man zumindest aus dem stürmischen Applaus ziehen, der im Opernhaus nach der Premiere von „Nijinski“ erklang. Das Stück, 2016 in Stuttgart uraufgeführt, war die erste abendfüllende Choreografie des neuen Ballettdirektors Marco Goecke in Hannover.
Tänze eines Getriebenen
Glühend intensive Winterträume: Bremer Philharmoniker glänzen in der Glocke

Glühend intensive Winterträume: Bremer Philharmoniker glänzen in der Glocke

Bremen - Von Markus Wilks. Ja, der Winter hat seine schönen Momente. Wenn aber Peter Tschaikowsky eine Sinfonie mit dem Titel „Winterträume“ komponiert, kann man sich sicher sein, beide Seiten der winterlichen Medaille hören zu können. Dementsprechend kontrastreiche Momente gab es gestern Vormittag beim 4. Philharmonischen Konzert in der Glocke zu erleben, in dem GMD Marko Letonja und sein Orchester auch noch Hörenswertes von Haydn und Hummel spielten.
Glühend intensive Winterträume: Bremer Philharmoniker glänzen in der Glocke
Prima Madonna

Prima Madonna

Bremen - Verführerin, Heilige, Feindbild, Hure, Galionsfigur und Stachel im Fleisch der katholischen Kirche: Im Lauf ihrer langjährigen Karriere war Madonna Louise Veronica Ciccone schon so einiges. Je nach Standpunkt gab und gibt die Sängerin mehr als genügend Anlass, sich über sie aufzuregen – oder sie für ihr Spiel mit den gängigen Vorstellungen von Weiblichkeit zu feiern.
Prima Madonna
Entwickelter Alltag

Entwickelter Alltag

Hannover - Von Jörg Worat. Bronze, Ton oder Alabaster: Das sind Materialien, mit denen wir in der Kunst rechnen. Wie aber steht‘s mit Schwefel, Joghurt oder Rauch – die Ausstellung „Aggregatzustände“ im Sprengel Museum bindet jedenfalls auch ungewöhnliche Werkstoffe ein.
Entwickelter Alltag
Labyrinth der Dinge

Labyrinth der Dinge

Die Bremer Hochschule für Künste arbeitet an einem „Dynamischen Archiv“ für künstlerische und technische Arbeitsweisen. Performance-Künstlerin Eva Meyer-Keller entwickelte nun einen Beitrag, der das ganze Ding noch einmal auf den Kopf stellen könnte
Labyrinth der Dinge
Liebe zu Brahms:

Liebe zu Brahms:

Bremen - Von Markus Wilks. Wie sich die Zeiten ändern: Durchgefallen bei den ersten Aufführungen, doch heutzutage beliebte, gleichwohl alles andere als gefällige Werke des Konzertrepertoires. Die Rede ist von Schumanns 4. Sinfonie und Brahms‘ 1. Klavierkonzert. Sie standen beim jüngsten Abokonzert der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen in der Glocke auf dem Programm, das mit Paavo Järvi und Igor Levit von zwei ebenso klug wie unroutiniert musizierenden Künstlern geprägt wurde. Viele Musiker und Zuhörer benötigen mehrere Anläufe, um mit Brahms‘ 1. Klavierkonzert warm zu werden. Der 50-minütige Koloss mit seinen düsteren Elementen und der komplexen musikalischen Struktur fordert heraus. Järvi am Pult der Kammerphilharmonie und Levit am Flügel machten es dem Publikum jedoch leicht, diesen Brahms zu verstehen und – ja – zu lieben. Gerade weil sie die Zerrissenheit dieser Komposition als Basis für eine aufregende Interpretation betonten, ergaben sich viele wundervolle oder energiegeladene Momente, die in ein fließendes Ganzes eingebunden waren.
Liebe zu Brahms:
Ulrich Mokrusch wird Intendant in Osnabrück

Ulrich Mokrusch wird Intendant in Osnabrück

Bremerhaven/Osnabrück – Ulrich Mokrusch wird Intendant der Städtischen Bühnen Osnabrück. Das gab die Stadt Osnabrück gestern bekannt. Ulrich Mokrusch ist seit August 2010 Intendant des Stadttheaters Bremerhaven. Seitdem wurde das Theater mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2015 mit dem verliehenen Theaterpreis des Bundes. Mokrusch wird die Städtischen Bühnen ab der Spielzeit 2021/22 leiten und dort den bisherigen Intendanten Dr. Ralf Waldschmidt ablösen. Die Aufsichtsratsvorsitzende Brigitte Neumann freut sich über die Wahl: „Sein Interesse auch spezifische Osnabrücker Themen in seine künstlerischen Pläne aufzunehmen, hat mich besonders überzeugt.“ Mokrusch kündigt an, in Osnabrück neue Akzente zu setzen: „Ich freue mich, in Osnabrück ein Theater für und mit der Stadt zu gestalten, die Öffnung des Theaters weiter voran zu treiben und mit einem künstlerisch abwechslungsreichen Programm auch neue, diverse Besuchergruppen zu erreichen“, heißt es in der Mitteilung der Stadt Osnabrück.  rs
Ulrich Mokrusch wird Intendant in Osnabrück
Szenen einer Ehe

Szenen einer Ehe

Oldenburg - Von Ute Schalz-laurenze. Oft haftet in Operninszenierungen der Verlegung in die heutige Zeit etwas angestrengt Gewaltsames an, auch wenn die Ergebnisse in der Regel viel Spannung haben. Nicht so beim Deutschlanddebüt der griechischen Regisseurin Rodula Gaitanou, die jetzt Giuseppe Verdis Schmerzensoper „Un ballo in Maschera“ in die Jetztzeit und darüberhinaus in das Milieu der Mafia versetzte.
Szenen einer Ehe
Lehrjahre des Gefühls

Lehrjahre des Gefühls

Alexander Riemenschneider verankert Horváths Roman „Jugend ohne Gott“ elegant auf der Bühne des Bremer Brauhauses. Und lässt uns mit der Gegenwart ein bisschen im Regen stehen.
Lehrjahre des Gefühls
Sinnliche Erlebnisse

Sinnliche Erlebnisse

Hannover - Von Jörg Worat. Das hannoversche Schauspiel haut aktuell eine Premiere nach der anderen heraus. Ein Dauerfeuer aus gutem Grund – da für die neue Intendanz durch den großen Umbruch im Ensemble keine Übernahmen im eigenen Haus möglich waren, muss jetzt zügig ein Repertoire aufgebaut werden. Der neueste Streich ist die deutschsprachige Erstaufführung von Finegan Kruckemeyers „Die Wut, die uns vereint“ im Ballhof Zwei.
Sinnliche Erlebnisse
Einmal Virtualität und zurück

Einmal Virtualität und zurück

Bremen - Von Rolf Stein. Was echt ist und was nicht, ist keine ganz neue Frage, aber eine, die im Zuge der Digitalisierung noch verstärkte Relevanz erhalten hat. Nicht nur an sogenannte Fake News, auch an die verstärkte Manipulierbarkeit von Bildern, Videos und anderem sei in diesem Zusammenhang erinnert.
Einmal Virtualität und zurück
Eklat wegen Peter Handke und Nobelpreis: Akademiemitglied boykottiert Nobelwoche

Eklat wegen Peter Handke und Nobelpreis: Akademiemitglied boykottiert Nobelwoche

Die Vergabe des Literaturnobelpreises an Peter Handke entzweit die schwedische Akademie. Ein langjähriges Mitglied boykottiert die Nobelwoche.
Eklat wegen Peter Handke und Nobelpreis: Akademiemitglied boykottiert Nobelwoche
Viel mehr als nur Realität

Viel mehr als nur Realität

Bremen - Es ist eine große Frage mit vielen Antworten: was Kunstfotografie und Malerei miteinander zu schaffen haben. Denn tatsächlich beginnen die wechselseitigen Beeinflussungen beider Kunstformen mehr oder weniger exakt mit der Erfindung des Fotos. Weil die Zumutung sofort klar war, und weil es nun wirklich niemanden überraschen konnte, dass dem Gemalten ab sofort schwer fallen würde, seine Vormachtstellung über die Abbildung der Wirklichkeit zu behaupten. Dass umgekehrt die Fotografie es nicht lange beim schlichten Doppeln belassen würde, ist eine andere Geschichte, aber klar ist auch hier: Malerei und Foto kreisen in großem Abstand zueinander um die gleiche Sache.
Viel mehr als nur Realität
Überregionale Anerkennung für Bremer Tanz

Überregionale Anerkennung für Bremer Tanz

Bremen – Die Tanzsparte am Theater Bremen darf sich derzeit über überregionale Aufmerksamkeit freuen: Am Mittwoch bekam Aaron Samuel Davis den Förderpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf verliehen. Davis gehört seit Beginn der Spielzeit zu den Unusual Symptoms und ist aktuell in mehreren Produktionen in Bremen zu sehen. Traditionell in der Vorweihnachtszeit zeichnet Düsseldorf junge Künstler mit Förderpreisen aus. Diese sind mit jeweils 4 000 Euro dotiert und werden in den Sparten Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Musik und Literatur vergeben. In der Jurybegründung heißt es unter anderem: „Hier kommen Zeitgenössischer Tanz, westafrikanische Tänze, House, Jazz und eine große Passion für die großen Erzählungen zusammen.“
Überregionale Anerkennung für Bremer Tanz
Deutliche Worte

Deutliche Worte

Syke - Von Rolf Stein. Ein Vorteil, den Schriftsteller und Philosophen gegenüber Politikern haben, ist ihr Beruf. Sie können, wie Ngugi wa Thiong’o einen Friedenspreis in der Regel ruhigen Gewissens annehmen, weil ihnen selten vorgehalten werden kann, bei nächster Gelegenheit Gewalt anzuwenden. Wie es Politikern nicht selten geschieht – zuletzt Abiy Ahmed, dem Premierminister Äthiopiens und jüngster Friedensnobelpreisträger. Kaum geehrt, machten Nachrichten von Toten bei Demonstrationen die Runde, die seine Sicherheitskräfte auf dem Gewissen haben sollten.
Deutliche Worte
Sie kennt nur ihre Wut

Sie kennt nur ihre Wut

Hannover - Von Jörg Worat. Einen Kuschelkurs fährt das „Junge Schauspiel“ des hannoverschen Staatstheaters sicherlich nicht. Eine aktuelle Premiere erweist sich gar als knallharter Stoff: „Wut“, sagt die junge Frau da vorne im Ballhof Zwei irgendwann. „Meine ist so groß, dass sie nicht in mich hineinpasst.“ Davon, welche Ursachen und welche Folgen diese Wut hat, erzählt Fatma Aydemirs Roman „Ellbogen“. Diese Theaterfassung für Menschen ab 14 Jahren ist eine Übernahme vom Jungen Schauspielhaus Hamburg und verbleibt im Hannover-Repertoire.
Sie kennt nur ihre Wut
Weltweit bekannter Star-Dirigent gestorben - dabei feierte er vor Kurzem noch ein Comeback

Weltweit bekannter Star-Dirigent gestorben - dabei feierte er vor Kurzem noch ein Comeback

Mariss Jansons, Chefdirigent des BR-Symphonieorchesters, ist gestorben. Er führte das Orchester zu Weltruhm und galt als einer der bedeutendsten Dirigenten weltweit.  
Weltweit bekannter Star-Dirigent gestorben - dabei feierte er vor Kurzem noch ein Comeback