Ressortarchiv: Kultur

Klank zu Harlan: Es ist ein Netzwerk

Klank zu Harlan: Es ist ein Netzwerk

Bremen - Es ist ein Schaben und Brummen, ein Rascheln und Orgeln, das aus allen Ecken des neuen Saals der Schwankhalle ertönt. Je nach Größe etwa in Kopfhöhe durchmessen Fäden den Raum, in dem schlichte Metallregale stehen mit Büchern darin. Ein großer Tisch in der Mitte ist übersät mit Papierbögen, handbeschrieben zumeist. An diesen Tisch bitten nach einer Weile die vier Herren des Bremer Musikaktionsensembles (Eigenbeschreibung) Klank.
Klank zu Harlan: Es ist ein Netzwerk
Keine Hektik

Keine Hektik

Bremen - Von Dierck Wittenberg. Hermann Hesses „Siddhartha“ wurde seit seiner Erstveröffentlichung 1922 mal ignoriert und mal belächelt. In den 60er-Jahren, als nicht nur die Beatles nach Indien gingen, um Transzendentale Meditation zu lernen, wurde das Buch millionenfach gelesen, und heute scheint das Werk eine kleine Renaissance zu erfahren.
Keine Hektik
Star tötet Edelfan

Star tötet Edelfan

Hannover - Von Jörg Worat. Ein Kardinal, der als Kind sexuell missbraucht worden ist, widmet einer Starmusikerin einen Devotionalien-Schrein. Nach allerlei Episoden – unter anderem wird ein Herrgottschnitzer einem Lügendetektortest unterzogen – bringt die Angebetete ihren Edelfan um und erfährt anschließend per hinterlassener DVD, dass sich der Dahingeschiedene just dieses Ende gewünscht hat. Eine solche Opernhandlung ist Ihnen nicht vertraut? Dann kennen Sie Puccinis „Tosca“ nicht, zumindest nicht die neue Version der hannoverschen Staatsoper.
Star tötet Edelfan
„Franzosen tanzen, Italiener singen“

„Franzosen tanzen, Italiener singen“

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. 1958 gründete der Komponist und Pianist Hans Otte, damals Hauptabteilungsleiter Musik bei Radio Bremen, das ab 1960 alle zwei Jahre stattfindende Festival „pro musica antiqua“, das bis 2001 Alte Musik nach Bremen brachte. Die Gambistin Hille Perl und die Tonmeisterin Renate Wolter-Seevers haben diese Tradition in Form des kleinen Festivals „Musicadia“ 2009 wiederbelebt. Sowohl das qualitativ überragende Angebot als auch die Publikumszahlen sprechen für sich. In diesem Jahr steht beim vierten Festival, das Veronika Skuplik mitverantwortet, die Violine im Mittelpunkt. Vor mehr als 30 Jahren war Skuplik unter den ersten Absolventen des Studiengangs Alte Musik, heute betreut sie die Vertretungsprofessur für Barockvioline. Wir sprachen mit ihr über das Programm der vierten Ausgabe von „Musicadia“.
„Franzosen tanzen, Italiener singen“
Mitmachen wollen genügt nicht

Mitmachen wollen genügt nicht

Oldenburg - Von Rolf Stein. Es ist ein großer Auftritt, den Klaas Schramm da ganz nonchalant als König Kreon von Korinth hinlegt: Mitten im Stück kommt er einfach so durch eine Tür in den Zuschauerraum und fängt an zu erzählen. Von Medea, die von weit weg kommt, irgendwo an der Küste des Schwarzen Meeres – ein „komischer Name“ auch: Medea. Leidenschaftlich seien die Menschen dort, wo sie herkomme. Feinstes Ressentiment mit Augenzwinkern. Wird man ja wohl sagen dürfen. Wer hätte schon etwas gegen Fremde. Anpassen wollen müssen sie sich nur.
Mitmachen wollen genügt nicht
Lena Meyer-Landrut für Bambi nominiert - zwei bekannte Männer stehen ihr noch im Weg

Lena Meyer-Landrut für Bambi nominiert - zwei bekannte Männer stehen ihr noch im Weg

Lena Meyer-Landrut ist für den Publikumspreis beim Bambi nominiert. Neben der Sängerin stehen auch Max Giesinger und Nico Santos zur Wahl. Die Entscheidung wird in Baden-Baden verkündet.
Lena Meyer-Landrut für Bambi nominiert - zwei bekannte Männer stehen ihr noch im Weg
Jan Lisiecki: „Höre selten Musik zum Vergnügen“

Jan Lisiecki: „Höre selten Musik zum Vergnügen“

Bremen/Hannover - Von Jörg Worat. Auch bei Klassikkonzerten dominiert inzwischen nicht selten die Show. Das hat der Pianist Jan Lisiecki nicht nötig: Der in Kanada als Sohn polnischer Eltern geborene Pianist bringt auch ohne große Gesten viel Emotion rüber – zahlreiche Auszeichnungen beweisen, dass er damit richtig liegt.
Jan Lisiecki: „Höre selten Musik zum Vergnügen“
Asterix bei den alten Männern

Asterix bei den alten Männern

Syke - Man wird nicht jünger, wäre die erste schlichte Erkenntnis, manche sind sogar schon gestorben. Und das ist für alle schwer. Auch Jean-Yves Ferri und Didier Conrad haben es nicht leicht mit Asterix, den sie von genialen alten Männern geerbt haben, um die Serie für eher durchschnittliche alte Männer am Leben zu halten. Sie können nur verlieren, das ist klar. Aber ohne jede Gallier-Metapher lässt sich mindestens sagen, dass die beiden erhobenen Hauptes in die Zukunft schreiten.
Asterix bei den alten Männern
Tanz bis es hell wird

Tanz bis es hell wird

Bremen - Von Mareike Bannasch. Irgendwann bricht es aus ihnen heraus. Wieder und wieder werfen sie sich gegen die Wand. Werden vom Aufprall nach vorne geschleudert und versuchen es gleich noch einmal. Bevor es richtig wehtut, befreien sich die drei Tänzer aber von ihren Dämonen – und finden in weniger gewalttätige Bewegungsmuster.
Tanz bis es hell wird
Verena Issel zeigt (keine) „Autoscooter“ in der Galerie K’

Verena Issel zeigt (keine) „Autoscooter“ in der Galerie K’

Bremen - Die „Autoscooter“ aus dem Titel tauchen schon mal nicht auf, jedenfalls nicht ausdrücklich. Ihre Bewegungsgesetze hingegen schon. Man erinnere sich an diese Rummel-Maschinen aus der Kindheit oder vom Suff: erst ein chaotisch intendierter Aufprall, nach dem ganz kurz so eine billardeske Banalphysik einsetzt, gegen die wiederum am TÜV vorbei geschleuste Brachialmechanik anstottert. Das Ergebnis: Man landet nach dem Crash zwar sonstwo, könnte aber theoretisch präzise berechnen, wo man eigentlich hätte zum Stehen kommen sollen.
Verena Issel zeigt (keine) „Autoscooter“ in der Galerie K’
Bremer Shakespeare Company und Tiyatro BeReZe spielen „Coriolanus“

Bremer Shakespeare Company und Tiyatro BeReZe spielen „Coriolanus“

Bremen - Sie haben die Wahl – soll der erfolgreiche Militär Coriolanus Konsul von Rom werden oder nicht? Noch einfacher gefragt: Wollen Sie eine Diktatur oder nicht? Die Stimmabgabe findet in der Pause statt – ausgezählt wird öffentlich. Sie bekommen also, was Sie wollen. Also Sie als Kollektiv, das ansonsten eher passiv dem Polittheater zuschauen darf, das derzeit im Theater am Leibnizplatz unter dem Titel „Coriolanus“ über die Bühne geht.
Bremer Shakespeare Company und Tiyatro BeReZe spielen „Coriolanus“
Im Schatten der Bohnen

Im Schatten der Bohnen

Bremen - Gibt es einen Nachschlag in Sachen Handke? Oder hat Sasa Stanisic alles gesagt, was zum Literaturnobelpreisträger zu sagen ist? Mitnichten. Im Theater Bremen ist die Debatte am Mittwochabend trotzdem kein Thema.
Im Schatten der Bohnen
Theater 11 spielt „Jugend ohne Gott“

Theater 11 spielt „Jugend ohne Gott“

Bremen – Es ist frappierend, wie nahe uns die Geschehnisse aus Ödön von Horvaths Roman „Jugend ohne Gott“ heute erscheinen müssen. Wenn der namenlose Lehrer einem Schüler abfällige Äußerungen über Schwarze schweren Herzens durchgehen lässt, weil sie dem entsprechen, was in den Medien zu lesen ist, kann uns die Verrohung der öffentlichen Debatte zum Beispiel um Menschen in den Sinn kommen, die bei uns Schutz und ein besseres Leben suchen.
Theater 11 spielt „Jugend ohne Gott“
Vincent van Gogh in Frankfurt: Städel präsentiert umfangreichste Schau seit 20 Jahren

Vincent van Gogh in Frankfurt: Städel präsentiert umfangreichste Schau seit 20 Jahren

Im Städel Museum in Frankfurt dreht sich alles um „Making van Gogh“ und die Liebe der Deutschen zum niederländischen Maler.
Vincent van Gogh in Frankfurt: Städel präsentiert umfangreichste Schau seit 20 Jahren
Comeback der Despoten

Comeback der Despoten

Bremen - Von Jan-paul Koopmann. An Shakespeares „Coriolanus“ schreit alles nach Heute. Ein bisschen finster ist die unübersehbare Aktualität des Stücks, weil es eine Tragödie ist. Es geht um Demokratie, um Volk und Völker, und vor allem um Despoten, die gerade ihr großes Comeback auf der Weltbühne feiern. Überraschend ist jedenfalls nicht, dass dieser ausgesprochen unpopuläre Shakespeare-Text im Moment wieder etwas mehr gespielt wird als in vielen Jahren zuvor. Das Programmheft verweist auf zwei weitere Konjunkturschübe in der Aufführungsgeschichte: zu Napoleons Zeiten nämlich – und zu Hitlers.
Comeback der Despoten
„Wir schaffen Inhalte für Generationen“

„Wir schaffen Inhalte für Generationen“

Bremen - Von Rolf Stein. Vielleicht dachten Sie, dass es ganz einfach ist: Wenn man den Alltag einmal hinter sich lassen möchte, geht man aus. Je nach Geschmack auf ein Konzert oder zum Tanzen zur Musik, die ein DJ fachmännisch ausgewählt hat. Und der Wirt macht seinen Schnitt über den Getränkeverkauf. Allerdings scheint es komplizierter zu sein. Sonst gäbe es keinen Grund, sich auf einer Konferenz mit der „Zukunft der Clubkultur“ zu beschäftigen. „upStage!“ heißt eine neue Veranstaltung, die Clubbetreiber, Wissenschaftler verschiedener Disziplinen und Politiker aus Bremen und dem Rest der Republik an der Weser versammelt. Am Donnerstag und Freitag diskutieren sie über nachhaltige Clubs, Fördermodelle und andere Aspekte der Clubkultur. Im Vorfeld haben wir mit Julia von Wild gesprochen, Vorstandsmitglied der Interessengemeinschaft Clubverstärker, die „upStage!“ ins Leben gerufen hat.
„Wir schaffen Inhalte für Generationen“
„Don Giovanni“ wird in Bremen zum Publikumserfolg

„Don Giovanni“ wird in Bremen zum Publikumserfolg

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. An der Wucht und der vieldeutigen Rätselhaftigkeit des „dramma giocoso“ haben sich Generationen von Regisseuren die Zähne ausgebissen. Günther Rennert, einer der Großen des vergangenen Jahrhunderts, glaubte „nicht an die Möglichkeit, für diese Partitur auch nur eine annähernd szenische Entsprechung finden zu können“. Die „Oper aller Opern“ (E.T.A.Hofmann 1813) ist ein „Gipfel, der nie wieder erreicht worden ist“ (Bertolt Brecht). Nun beschäftigt sich also Tatjana Gürbaca mit „Don Giovanni“ – jene preisgekrönte Regisseurin, die unvergessliche Arbeiten am Theater Bremen hinterlassen hat. Ein Versuch, der zu einem außerordentlichen Publikumserfolg geworden ist.
„Don Giovanni“ wird in Bremen zum Publikumserfolg
Mutter, Tochter, Tanz

Mutter, Tochter, Tanz

Bremen - Von Katia Backhaus. Nichts von dem, was da auf der Brauhaus-Bühne zu sehen ist, hat mit der Klischee-Familie Vater-Mutter-Kind zu tun. Zumindest nicht mit der, die auf Werbeplakaten und in Bilderbüchern noch immer Bestand hat. In „Bravehearts“ bringen Kiri Haardt und ihre Tochter Geraldine Rummel im Theater Bremen nun ihre Beziehung zueinander offen und intensiv vor das Publikum. Sie stellen ein Chaos aus Reflektion und Drama, aus Tanz und Schauspiel, aus Nähe und Verlassenheit vor, das so authentisch ist, dass es schon wieder ungreifbar wirkt. Wie können eine Mutter und eine Tochter, so miteinander leben?
Mutter, Tochter, Tanz
Tänze einer Ausstellung

Tänze einer Ausstellung

Bremen – Was der großen „Ikonen“-Ausstellung, die für die kommenden Monate die Bremer Kunsthalle beherrscht, vielleicht noch fehlt, ist Bewegung. Auch wenn die Performance-Kunst in ihrer konservierten Form, beispielsweise durch Marina Abramovic, durchaus vertreten ist. Dabei muss man ja nicht lange nachdenken, um auf ikonische Bewegungen oder Körperhaltungen zu kommen. Merkels vielbesprochene Raute beispielsweise, zu der sie ihre Hände regelmäßig formt. Allerdings ist eine Ausstellungsdauer von mehreren Monaten eher wenig geeignet, im jeweiligen Moment immer wieder neu entstehende Kunst vorzuhalten.
Tänze einer Ausstellung
#hallezusammen-Konzert gegen Hass und Ausgrenzung

#hallezusammen-Konzert gegen Hass und Ausgrenzung

Unter dem Motto #hallezusammen findet auf dem Marktplatz in Halle/Saale am Samstag ein Solidaritätskonzert als Zeichen gegen Hass und Ausgrenzung statt.
#hallezusammen-Konzert gegen Hass und Ausgrenzung
„Don Giovanni“ in Bremen: „Ein Suchender, ein Zweifelnder“

„Don Giovanni“ in Bremen: „Ein Suchender, ein Zweifelnder“

Bremen - Von Markus Wilks. Er ist wohl der bekannteste Frauenverführer in der Welt der Oper. Doch Don Giovanni auf seine Erfolge beim anderen Geschlecht zu reduzieren, ist eine starke Vereinfachung des Stoffes.
„Don Giovanni“ in Bremen: „Ein Suchender, ein Zweifelnder“
Von Jesus bis zum Influencer

Von Jesus bis zum Influencer

Bremen - Von Rolf Stein. Es war in den vergangenen Monaten ein Summen und Raunen um die Bremer Kunsthalle, die wir im aktuellen Kontext wohl erst recht einen Musentempel nennen dürfen, wenn nicht gleich müssen. Und innendrin rumorte es gar schon seit Jahren. Der Gedanke, der sich nun manifestiert hat, ist auch geradezu gefährlich naheliegend: Dem zu allererst kunstimmanenten Begriff der Ikone mitsamt ihren längst aktenkundig gewordenen Aktualisierungen und Travestien ein Denkmal zu setzen.
Von Jesus bis zum Influencer
Wortkarge Diva: Debbie Harry stellt Biografie vor

Wortkarge Diva: Debbie Harry stellt Biografie vor

Hamburg - Von Ralf G. Poppe. Der Auftritt einer Diva: Barfuß in einer Art „Sportplateausohlenschuh“, die Fingernägel knallrot bemalt, liest Blondie-Sängerin Deborah „Debbie“ Harry am Dienstagabend in Hamburg aus ihrer am selben Tag erschienen Autobiografie „Face it“. „Als Kind wollte ich Filmstar werden“, lächelt sie, während sie mit dem Musik-Journalisten Torsten Groß im Rahmen des Harbour-Front-Literaturfestivals auf der Bühne der „Fabrik“ ihre musikalische Karriere verhandelt.
Wortkarge Diva: Debbie Harry stellt Biografie vor
Keine neue Nina Hagen

Keine neue Nina Hagen

Hannover - Von Jörg Worat. „Super-Sound oder Sauerei?“ Und: „Ist das textlich der Sound der 80er-Jahre?“ Fragen, die sich die „Bravo“ nach dem Erscheinen des Albums „Unbehagen“ stellte. Und die jetzt mitsamt anderen Pressclips im Theatermuseum ausliegen, wo, richtig, eine Ausstellung über Nina Hagen zu sehen ist.
Keine neue Nina Hagen
Eröffnung der Buchmesse: Haakon und Mette Marit sorgen am Hauptbahnhof für Aufsehen

Eröffnung der Buchmesse: Haakon und Mette Marit sorgen am Hauptbahnhof für Aufsehen

Royaler Glanz im Hauptbahnhof Frankfurt. Für großes Aufsehen sorgt die Ankunft des norwegischen Kronprinzenpaars Haakon und Mette Marit zur Buchmesse
Eröffnung der Buchmesse: Haakon und Mette Marit sorgen am Hauptbahnhof für Aufsehen
Von Odysseus bis Ronaldo

Von Odysseus bis Ronaldo

Bremen - Von Rolf Stein. Dafür, dass das Neverland – das Nimmerland – ein Nichtort ist, eine buchstäbliche Utopie also, hat das Wort einen Bedeutungshof um sich herum gebildet, der nicht gerade blütenweiß ist. Erst im vergangenen Jahr befeuerte der Film „Leaving Neverland“ die schon vorher immer mal wieder aufgekommenen Auseinandersetzungen um Kindesmissbrauch durch den vor zehn Jahren gestorbenen Pop-Star Michael Jackson neu.
Von Odysseus bis Ronaldo
Doppelt schwere Aufgabe mit Bravour gelöst

Doppelt schwere Aufgabe mit Bravour gelöst

Hannover - Von Jörg Worat. Wovon soll das Theater handeln? Wohl vom Leben. Und klar, auch schon mal vom Theater. Und weil ja hier wie dort öfters eine Schieflage entsteht: Warum nicht von beidem. Womit wir bei Ella Hicksons Stück „The Writer“ wären und der deutschsprachigen Erstaufführung auf der Schauspielhaus-Bühne.
Doppelt schwere Aufgabe mit Bravour gelöst
Jonathan Safran Foer: „Wer allein fährt, fährt mit Hitler“

Jonathan Safran Foer: „Wer allein fährt, fährt mit Hitler“

Das neue Buch von Jonathan Safran Foer ist eine exzellente Recherche zum Klimaschutz – und nebenbei ein Lehrbuch über die Psychologie der Massen.
Jonathan Safran Foer: „Wer allein fährt, fährt mit Hitler“
Alte Wunde aufgerissen

Alte Wunde aufgerissen

Bremen - Die Architektur von Museen und Ausstellungsorten im Allgemeinen ist nicht ohne Grund oft Gegenstand leidenschaftlicher Debatten. Sie rahmt die Objekte, die in ihr gezeigt werden, gibt ihnen oft sogar neue Bedeutungen mit. Lange wurde beispielsweise Kunst bevorzugt in sogenannten White Cubes gezeigt, um den Raum möglichst in den Hintergrund treten zu lassen. Eine Praxis, die zunehmend kritische hinterfragt wird, weil sie der Kunst den Kontext nehme und sie damit um ihre gesellschaftliche Dimension bringe. Wer sich dieser Tage aufmacht, um die Ausstellung „Parallelwelten“ im Güterbahnhof zu besichtigen, kann gleich in mehrfacher Hinsicht begutachten, wie Kontext und Kunst zusammenwirken.
Alte Wunde aufgerissen
Buchmesse 2019 in Frankfurt: Alle Infos rund um die größte Bücherschau der Welt

Buchmesse 2019 in Frankfurt: Alle Infos rund um die größte Bücherschau der Welt

Die Buchmesse steht vor der Tür: Was kosten die Tickets? Wer ist der Ehrengast? Und welche Veranstaltungen darf man nicht verpassen?
Buchmesse 2019 in Frankfurt: Alle Infos rund um die größte Bücherschau der Welt
Konstantin Wecker begeistert in der ausverkauften Music Hall Worpswede

Konstantin Wecker begeistert in der ausverkauften Music Hall Worpswede

Worpswede - Von Frank Schümann. Kurz nach 20 Uhr betritt Konstantin Wecker die Bühne der Worpswede Music Hall, um zehn Minuten später zu verkünden: „Jetzt haben wir in den ersten zehn Minuten alles klargestellt“ – nun könne man sich auf einen poetischen Abend freuen. In der Tat scheint es in diesen ersten Minuten so, als wolle Wecker auch in Worpswede nicht den Hauch eines Zweifels daran lassen, dass er politisch am Ball bleibt – wenige Tage nach dem Anschlag in Halle hätte sich auch niemand, der sich jemals mit dem bayrischen Sänger auseinandergesetzt hat, etwas anderes vorstellen können.
Konstantin Wecker begeistert in der ausverkauften Music Hall Worpswede
Die Deutung unserer Wirklichkeit

Die Deutung unserer Wirklichkeit

Oldenburg - Von Ute Schalz-Laurenze. Von einem mitreißenden Ballettabend am Staatstheater Oldenburg ist zu berichten: Auf den ersten Blick wirken drei Stücke aus ganz verschiedenen Inhalten, aus ganz verschiedenen Kulturen, mit ganz verschiedenen choreografischen Handschriften und noch verschiedeneren musikalischen Stilen unübersichtlich und willkürlich kombiniert. Auf den zweiten Blick ist genau das das Konzept. Das geht auf – und wie!
Die Deutung unserer Wirklichkeit
Interview: Hamburger Musiker Niels Frevert verkauft mehr Platten als Konzertkarten

Interview: Hamburger Musiker Niels Frevert verkauft mehr Platten als Konzertkarten

Bremen - Von Reinhard Franke. Jedes Jahr ein neues Album? Das ist nicht die Sache von Niels Frevert. Mit der Band Nationalgalerie machte er sich einen Namen als Liederschreiber. Für „Spiegel“-Kritiker Andreas Borcholte ist Frevert „einer der besten Songschreiber dieses Sprachraums“. Mit „Putzlicht“ hat der Gelobte in diesem Jahr ein neues Album veröffentlicht, das ihn nun für ein Radiokonzert in den Bremer Sendesaal führt. Im Gespräch mit unserem Autor blickt Frevert auf seine Solo-Karriere und erklärt, warum zwischen seinen Alben so viel Zeit vergeht.
Interview: Hamburger Musiker Niels Frevert verkauft mehr Platten als Konzertkarten
Bedrückend dringliche Liebeslieder

Bedrückend dringliche Liebeslieder

Es ist Krieg in Kurdistan, seit Jahrzehnten schon. Ganze Generationen sind von den staatlichen Repressionen und den Kämpfen vor allem in der Türkei geprägt, die dort mit unterschiedlicher Heftigkeit toben. Viele Menschen sind traumatisiert, Leid ist ein Teil der kollektiven kurdischen Psyche. Eine bedrückende Dringlichkeit hat der Dauerkonflikt nun mit dem aktuellen Einmarsch der türkischen Armee in die kurdischen Regionen in Nordsyrien bekommen.
Bedrückend dringliche Liebeslieder
Irgendwie bescheuert und beängstigend

Irgendwie bescheuert und beängstigend

Bremen - Von Jan-Paul Koopmann. Da führt ein Künstlerkollektiv engagiert und formvollendet vor, was Inklusion heißt: Es spielt nämlich so Theater, dass es meisten völlig egal ist, wer da nun mit und wer ohne Behinderung auf der Bühne steht. Und dann kommt der Journalist und fängt trotzdem sofort wieder von Trisomie 21 an. Das ist zugegebenermaßen wirklich ein Ärgernis, an dem in diesem Fall allerdings die Nazis schuld sind.
Irgendwie bescheuert und beängstigend
Peter Handke und Olga Tokarczuk erhalten Literaturnobelpreise

Peter Handke und Olga Tokarczuk erhalten Literaturnobelpreise

Gleich zwei Nobelpreise für Literatur vergibt die Schwedische Akademie diesmal. Ausgezeichnet werden der österreichische Schriftsteller Peter Handke und die polnische Autorin Olga Tokarczuk.
Peter Handke und Olga Tokarczuk erhalten Literaturnobelpreise
Globalisierte Gruselgeschichten

Globalisierte Gruselgeschichten

Syke - Von Jan-Paul Koopmann. Erstmal klingt das komisch: H.P. Lovecraft als Manga. Das alles scheint so weit weg von Japan zu sein: sein neuenglisches Gutsherrengehabe, die Pulp-Magazine der späten 20er- und 30er-Jahre und ein damals noch nicht globalisiertes Erzählen, das sich unmittelbar in der Tradition Edgar Allan Poes verstand und (bescheiden wie Lovecraft eben war) den Mythen der europäischen Antike. Komisch ist nun, dass japanische Zeichenkunst und der amerikanische Schriftsteller ausgerechnet über den gemeinsamen Europafimmel zusammenfinden. Der steckt in Lovecrafts konservativ-reaktionärem Großbürgertum nämlich genauso, wie in den Burg-und-Schlösschen-Fantasiewelten japanischen Zuschnitts.
Globalisierte Gruselgeschichten
„Hair“ war der Auslöser

„Hair“ war der Auslöser

Bremen - Von Frank Schümann. Die Stimmung ist aufgeräumt auf der Probebühne Goetheplatz, der Raum ist es nicht ganz so – aber das stört niemanden. „Wir sind ja immer froh, einen Raum zu bekommen, und wir nehmen, was da ist“, sagt Thomas Ohlendorf; in der Woche zuvor hatte der Bürgerchor noch die Probebühne Schauspiel zugewiesen bekommen. Ohlendorf kennt das Haus aus dem Effeff: Seit dem Jahr 2000 ist er fest am Theater Bremen, zuvor hatte er zwölf Jahre lang partiell in der Theater-Bibliothek gearbeitet. Als Bibliothekar ist er verantwortlich für Noten und Partituren aller Musiktheater-Produktionen, nebenbei wartet er die theatereigenen Instrumente, stimmt Gitarren und Klaviere. Und wenn es die Zeit zulässt, musiziert er auch selbst – aber das natürlich privat.
„Hair“ war der Auslöser
Aus der Tiefe des Raumes

Aus der Tiefe des Raumes

Bremen - Von Rolf Stein. Erinnerung ist im Grunde überall – auch dort noch, wo sie im Begriff ist, verloren zu gehen. Dann droht Vergessen. Erinnerung ist auch flüchtig. Deshalb errichtet der Mensch sich gern Denkmäler. Dort, aber auch an anderen Orten, lagern sich Erinnerungen ab und werden überlagert von anderen, neueren Erinnerungen. Inhalt und Bedeutung verändern sich.
Aus der Tiefe des Raumes
CDU sperrt sich - das Momem droht zu scheitern

CDU sperrt sich - das Momem droht zu scheitern

Streit ums Geld bringt die Pläne für das Frankfurter Momen ins Wanken. Eine Ausstellung im Dezember ist die große Hoffnung für das Techno-Museum.
CDU sperrt sich - das Momem droht zu scheitern