Ressortarchiv: Kultur

Theater gegen Rechtsruck

Theater gegen Rechtsruck

Bremen - Von Rolf Stein. Es ist in der Tat ein wuchtiger Entwurf, den Pirkko Husemann, Künstlerische Leiterin der Bremer Schwankhalle, gestern für die Spielzeit 2019/2020 vorgestellt hat: Das Programm für den Herbst allein lässt sich hier nicht annähernd auffächern – und erst recht nicht inhaltlich angemessen würdigen. Ein Perspektivwechsel ist angesagt, denn der könne, wie es in einer Mitteilung des Hauses heißt, „der alarmierten Mehrheitsbevölkerung dazu verhelfen, die eigenen Verdrängungsmechanismen und Privilegien zu erkennen“.
Theater gegen Rechtsruck
Serie: Theater ganz nah - Auch die „normalen“ Jobs am Theater sind ein bisschen anders

Serie: Theater ganz nah - Auch die „normalen“ Jobs am Theater sind ein bisschen anders

Wer ans Theater denkt, der denkt naturgemäß erst an die Kunst – und an die Künstler. An die Sängerin, die abends in einer Verdi-Oper zu sehen ist und am nächsten Morgen schon für ein anderes Stück probt. An den Schauspieler, den Tänzer, den Regisseur. Auch der Maskenbildner, der Inspizient oder der Leiter des Malersaals sind Personen, die einem in den Sinn kommen mögen. Dabei gibt es aber auch die anderen, die „normalen“ Berufe – und ohne sie wäre der gesamte Betrieb kaum denkbar.
Serie: Theater ganz nah - Auch die „normalen“ Jobs am Theater sind ein bisschen anders
Die Lust am Untergang

Die Lust am Untergang

JAN-PAUL KOOPMANN
Die Lust am Untergang
Dem Idyll misstraut

Dem Idyll misstraut

Bremen - Von Rolf Stein. Ein Künstlerpaar aus der DDR, „rübergemacht“ in den 80er-Jahren – da rattert die Klischeemaschine. Dissidenten, Verfolgte des SED-Regimes, unter Lebensgefahr geflohen in die Freiheit! Christine Prinz und Claus Haensel hätten solch ein Paar wohl sein können. Aber die Geschichte stimmt leider nicht so recht. Haensel, der die Presse vor der Eröffnung von „Haensel und Prinz – definitiv figürlich“ mit Kurator Ingmar Lähnemann durch die Ausstellung führt, ist da ganz dezidiert: Das Paar konnte den anderen deutschen Staat ganz legal verlassen.
Dem Idyll misstraut
„Horn to be Wild“-Festival: „Es war uns zu ruhig“

„Horn to be Wild“-Festival: „Es war uns zu ruhig“

Bremen - Noch ein Festival? Im Jahre 50 nach Woodstock herrscht, könnte man meinen, doch wahrlich kein Mangel an Freiluftvergnügungen für Musikliebhaber. Und doch schickte sich vor etwas mehr als fünf Jahren eine Gruppe junger Menschen an, ein weiteres Festival zu gründen: das „Horn to be wild“. Heute wird das erstmals zweitägige Festival zum fünften Mal eröffnet. Rebecka Gödecke, von Anfang an dabei und für Presse und Marketing zuständig, erklärt im Interview, warum es eben doch ein „Horn to be wild“ braucht.
„Horn to be Wild“-Festival: „Es war uns zu ruhig“
Erinnerungen an Woodstock: „Ich war von der Stimmung stoned“

Erinnerungen an Woodstock: „Ich war von der Stimmung stoned“

Bremen - Am Donnerstag vor 50 Jahren wurde in der Kleinstadt Bethel im US-Bundesstaat New York ein Festival eröffnet, das längst eine Chiffre für eine ganze Ära geworden ist. Stars wie Jimi Hendrix, Janis Joplin, Carlos Santana, The Who und viele andere traten vor rund 400.000 Menschen auf. Ein Dokumentar-Film und ein Dreifach-Album machten das Festival zum Mythos. Annelie Keil, emeritierte Professorin an der Bremer Uni, war damals mittendrin. Im Gespräch mit unserer Zeitung erinnert sie sich.
Erinnerungen an Woodstock: „Ich war von der Stimmung stoned“
Woodstock – das Ende vom Anfang

Woodstock – das Ende vom Anfang

Syke - Von Jan-paul Koopmann. Das Bemerkenswerteste an Woodstocks 50. Geburtstag ist wohl, dass man ihn auch ganz jungen Menschen nicht groß erklären muss. Das ist der feuchte Traum jeder PR-Agentur: mit dilettantischer Planung und überschaubaren Mitteln ein Event aus dem Boden zu stampfen, das noch ein halbes Jahrhundert später als Marke nicht nur unvergessen ist, sondern munter weiter expandiert.
Woodstock – das Ende vom Anfang
Sieben Jahre Evolution

Sieben Jahre Evolution

Bremen - Von Frank Schümann. August 2012, Theater am Goetheplatz. Der Intendant schickt sich zur theaterüblichen, alljährlichen Begrüßung an, und da er neu ist, liegt eine besondere Spannung in der Luft. Das Theater ist gut besetzt, und doch zieht eine rund 20 Personen große Gruppe sofort alle Aufmerksamkeit auf sich – unübersehbar sehr international und „mit Kind und Kegel“, wie einer raunt. Es sind die Tänzer der „Unusual Symptons“, der Truppe von Samir Akika, die das Theater mit einem anarchistischen Hauch überziehen, dabei aber sehr herzlich und offen miteinander umgehen – zur allgemeinen Begeisterung der Mitarbeiter.
Sieben Jahre Evolution
TV-Kritik zu Markus Lanz: Geht ein Riss durch die Gesellschaft?

TV-Kritik zu Markus Lanz: Geht ein Riss durch die Gesellschaft?

Ob Flüchtlinge aus Libyen oder die Eregnisse am Frankfurter Hauptbahnhof - bei Lanz debattieren Journalisten und Politiker über die richtige Berichterstattung.
TV-Kritik zu Markus Lanz: Geht ein Riss durch die Gesellschaft?
„Das war auch in der DDR so“

„Das war auch in der DDR so“

Zürich - Von Volker Gebhart. Seit seinem Abschied als langjähriger Intendant der Volksbühne ist es um Frank Castorf keinesfalls ruhig geworden. Ganz im Gegenteil: Der Berliner Regisseur arbeitet sich in schneller Folge von einer Inszenierung zur nächsten. Gerade hat er sich nach zehn Jahren mit Regiearbeiten am Schauspielhaus Zürich mit Friedrich Dürrenmatts „Justiz“ verabschiedet, nimmt er bereits Kurs auf Lausanne, Genf, Berlin, Köln und wiederum Hamburg. Dort bereitet er jeweils neue Inszenierungen vor. Im Interview spricht Frank Castorf über seine Arbeitsweise und die Wichtigkeit von Selbstironie.
„Das war auch in der DDR so“
Nach dem Ende der Welt

Nach dem Ende der Welt

Syke - Von Jan-Paul Koopmann. Dass Robert Kirkman zu den berühmtesten Comicautoren unserer Zeit zählt, liegt paradoxerweise am Fernsehen. Und das gar nicht mal unbedingt, weil sein Zombieepos „The Walking Dead“ in bald zehn Staffeln so erfolgreich verfilmt wurde. Nein, schon Kirkmans Stil ist viel mehr am Film geschult als am Comic – selbst die Stoffe kommen aus dem Kino.
Nach dem Ende der Welt
Ideal und Wirklichkeit

Ideal und Wirklichkeit

Es ist meistens so: Je abstrakter, stiller und leerer eine künstlerische Arbeit ist, desto bedeutender erscheint sie. Was kann aufgeladener sein als ein bloßer Kreis? Was göttlicher als das bloße Licht? Es mag seltsam wirken, aber je größer die Leere, umso leerer das Pathos. In der Geschichte der bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts lässt sich das an mehreren Momenten nachvollziehen. In den 60er-Jahren etwa fielen Bildhauer der Minimal Art wie Donald Judd, Carl Andre oder Dan Flavin auf, indem sie Wandsockel, Bodenplatten und leere, aber beleuchtete Vitrinen ausstellten. All dieses Nichts war zugleich alles. Es geht dabei nicht zuletzt um Vorstellungskraft. Nur eine leere Bühne hat Platz für alle Dramen dieser Welt.
Ideal und Wirklichkeit
„Komplett wahnsinnig“: Kurioses Video verwirrt User - Autos und Motorroller verschwinden einfach

„Komplett wahnsinnig“: Kurioses Video verwirrt User - Autos und Motorroller verschwinden einfach

Eine Verkehrsaufnahme verwirrt Twitter-User. Autos und Motorroller fahren scheinbar auf eine Brücke zu - plötzlich werden sie einfach vom „Wasser“ geschluckt.
„Komplett wahnsinnig“: Kurioses Video verwirrt User - Autos und Motorroller verschwinden einfach
Schokolade mit Seifengeschmack

Schokolade mit Seifengeschmack

Hannover - Von Jörg Worat. Irgendetwas scheint hier nicht zu stimmen: Wie kommt eine Ausstellung namens „2000 – Mensch. Natur. Twipsy.“ ausgerechnet in den Kunstverein Hannover? Nun, obwohl der Titel Motto und Maskottchennamen der hannoverschen Weltausstellung enthält, ist dies kein nostalgischer Rückblick: Die Berliner Künstlerin Henrike Naumann nutzt die Expo 2000 vielmehr als einen Schwerpunkt in ihrer Betrachtung gesellschaftlicher, vor allem deutscher Befindlichkeiten.
Schokolade mit Seifengeschmack
„Hat es geklappt? – Natürlich!“

„Hat es geklappt? – Natürlich!“

Eine amerikanische Opernsängerin, eine spanische Personalchefin oder ein irischer Dirigent – wer am Theater Bremen zu tun hat, trifft fast zwangsläufig auf Persönlichkeiten aus aller Herren Länder. Ob Frankreich, Griechenland oder Russland – am Goetheplatz scheint es gefühlt kaum ein Land zu geben, das nicht vertreten ist. Dem ist natürlich nicht so, aber: Kaum eine Institution in Bremen kann den Anspruch „Wir sind bunt“ so selbstverständlich behaupten wie das Theater Bremen.
„Hat es geklappt? – Natürlich!“
„A Summer’s Tale“: Bunte Träume, rote Zahlen

„A Summer’s Tale“: Bunte Träume, rote Zahlen

Luhmühlen - Fünf Jahre hat der Veranstalter FKP Scorpio sich gegeben, ein Sommermärchen in der Lüneburger Heide zu erzählen. Mit dem Ende des viertägigen Festivals für gehobene Ansprüche und Geldbeutel ist beim „A Summer‘s Tale“ quasi der Tag der Abrechnung gekommen.
„A Summer’s Tale“: Bunte Träume, rote Zahlen
„Heavy Metal ist doch akzeptiert“: Wann Musik für Zündstoff sorgt – und wann nicht

„Heavy Metal ist doch akzeptiert“: Wann Musik für Zündstoff sorgt – und wann nicht

Als Anfang Juli die US-Death-Metal-Band Cannibal Corpse in Deutschland auftrat, gab es im Vorfeld Wirbel. Im Gespräch mit unserer Zeitung warnte die Jugendschützerin Christa Jenal vor einer verrohenden Wirkung der Musik von Cannibal Corpse.
„Heavy Metal ist doch akzeptiert“: Wann Musik für Zündstoff sorgt – und wann nicht
„A Summer’s Tale“: Mit Stempel vom Lama

„A Summer’s Tale“: Mit Stempel vom Lama

Luhmühlen - Von Ulla Heyne. Es ist mal wieder „A Summer’s Tale“. Noch mehr Besucher als in den Vorjahren tummeln sich seit Donnerstag auf dem idyllischen Springreitgelände in der Nähe von Lüneburg zwischen zeitgerecht blühenden Heidepflanzen und veganen Burgerständen, singen Mantras und Shantys, wandern durch Detox-Pflanzen und üben sich in Vinyasayoga, Fingerknitting und Kalligrafie – gesponsort von einem Füllerhersteller, der gleich nebenan den Familien der zukünftigen ABC-Schützen das Erstschreibgerät aus Holz verpasst.
„A Summer’s Tale“: Mit Stempel vom Lama
Appletree Garden Festival - für immer in Diepholz

Appletree Garden Festival - für immer in Diepholz

Diepholz - Leise geht es los auf dem Appletree Garden Festival am Donnerstag: „Hallo Appletree!“, begrüßen Steffi und Laura von der Band Children das anfangs noch überschaubare Publikum im Spiegelzelt. „Ich glaube, wir eröffnen das Festival.“ Und damit haben sie recht. Was folgt, sind drei Tage voll Indiemusik, Straßenkunst, Lesungen und Yoga-Workshops. Auch in diesem Jahr ist das Festival am Diepholzer Lüdersbusch mit rund 5 500 Besuchern ausverkauft.
Appletree Garden Festival - für immer in Diepholz
Soziale Experimente im Moor

Soziale Experimente im Moor

Worpswede - Von Rolf Stein. Ohne Anführungszeichen, ohne ironische Brechung gegen den Kapitalismus zu agitieren – und sei es auf einer Theaterbühne: Das ist nicht gerade Alltag. Auch wenn die Marktwirtschaft im Zuge von Finanzkrise und Klimawandel ins Gerede gekommen ist.
Soziale Experimente im Moor