Ressortarchiv: Kultur

Hinrichtung mit Sackhüpfen

Hinrichtung mit Sackhüpfen

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Die Geschichte der Oper „Das Horoskop des Königs – L’Etoile“ ist so krass wie absurd: Der Diktator König Ouf lässt jedes Jahr an seinem Namenstag einen Menschen hinrichten – zur Belustigung seines Volkes, neben Sackhüpfen und anderen Dingen. Eines Jahres gibt es niemanden, der für dieses Ritual infrage kommt, und da passt es gut, dass der Hausierer Lazuli den König ohrfeigt: Der Delinquent wäre somit gefunden.
Hinrichtung mit Sackhüpfen
Spiel mit dem Feuer

Spiel mit dem Feuer

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Natürlich war es schade, dass Paavo Järvi erkrankt war und nicht dirigieren konnte, aber einen „Ersatz“ wie den 30-jährigen Jonathan Bloxham lässt man sich mehr als gerne gefallen.
Spiel mit dem Feuer
Mit den Augen der Sonne

Mit den Augen der Sonne

Bremen - Von Mareike Bannasch. Die Sonne hat schon viel gesehen. Jeden Tag blickt sie aufs Neue auf den blauen Planeten und guckt dessen Bewohnern zu. Doch von der Idylle vergangener Tage ist längst nicht mehr viel geblieben, stattdessen Tod und Zerstörung wohin man blickt. Folgen des Klimawandels, von der Sonne mit stetig wachsender Sorge aus kindlich großen Kulleraugen beobachtet.
Mit den Augen der Sonne
Alles aus den Fugen

Alles aus den Fugen

Bremen - Von Jörg Worat. Natürlich sollten Theatermacher nicht immer auf den großen Publikumserfolg schielen, und natürlich sollten sie offen für das Experiment sein. Wenn sich jedoch in der letzten Hannover-Saison des scheidenden Schauspiel-Intendanten Lars-Ole Walburg eine Stimmung mit dem Tenor „Nach uns die Sintflut“ breitmacht, ist das von einer gewissen, nicht uneitlen Wurschtigkeit geprägt. Wie bei der jüngsten Premiere „Räuber-Ratten-Schlacht“ im Schauspielhaus einmal mehr zu beobachten war.
Alles aus den Fugen
Bremer Weserburg soll mit neuem Leitbild zukunftsfähig werden

Bremer Weserburg soll mit neuem Leitbild zukunftsfähig werden

Bremen - Von Mareike Bannasch. Neues Logo, neue Website, neues Leitbild – und nicht zuletzt eine neue Direktorin: Es ist zwar keine komplette Runderneuerung, dennoch hat sich in den vergangenen Monaten in der Bremer Weserburg einiges getan. Was genau, stellte Janneke de Vries nun der Presse vor, alle anderen Interessierten haben ab Samstag die Möglichkeit, die Neuerungen in Augenschein zu nehmen.
Bremer Weserburg soll mit neuem Leitbild zukunftsfähig werden
„Lenin hatte andere Sorgen“

„Lenin hatte andere Sorgen“

Bremen - Von Rolf Stein. Bis 2012 sammelte der Journalist und Autor Detlef Michelers Geschichte – und Geschichten, von der Räterepublik bis zur Beat-Szene. So entstand über die Jahre ein umfangreiches Archiv, das Michelers, der heute wieder in seiner Geburtstadt Berlin lebt, dem Waller Kulturhaus Brodelpott übergibt, wo diese Aufnahmen öffentlich zugänglich sind. Heute Abend ist Michelers im Presse Club zu Gast. Vorab hat er sich mit uns unterhalten.
„Lenin hatte andere Sorgen“
Fado-Sängerin Mariza im Interview: „Ich wollte nie etwas werden“

Fado-Sängerin Mariza im Interview: „Ich wollte nie etwas werden“

Hannover - Von Jörg Worat. Als Marisa dos Reis Nunes ist sie geboren, doch alle Welt kennt sie unter dem Kurznamen Mariza: Die 45-jährige Sängerin hat entscheidend dazu beigetragen, dass der Fado in unserer Zeit angekommen ist. Mariza selbst hat vor rund 20 Jahren den Begriff „portugiesischer Blues“ dafür geprägt. Vor ihrem Auftritt in Hannover spricht die Sängerin im Interview über Traditionen, Intimität und Lampenfieber.
Fado-Sängerin Mariza im Interview: „Ich wollte nie etwas werden“
Die Oper mit der Goldkante

Die Oper mit der Goldkante

Bremerhaven - Von Rolf Stein. Anlässlich der europäischen Erstaufführung der Oper „McTeague“ vor gut drei Jahren grub ein Kritiker eine alte Geschichte aus, die den deutschen Titel des Werks von Pulitzer-Preisträger William Bolcom – „Gier nach Gold“ trefflichst illustriert: Erich von Stroheim verfilmte 1924 den Roman „McTeague“ von Frank Norris aus dem Jahr 1899 als Stummfilm. Die erste Fassung habe rund acht Stunden gedauert. Die Produzenten strichen den Film allerdings gnadenlos zusammen – um ihn besser vermarkten zu können.
Die Oper mit der Goldkante
Staatsschauspiel Hannover blickt auf Anschläge von Oslo und Utøya

Staatsschauspiel Hannover blickt auf Anschläge von Oslo und Utøya

Hannover - Von Jörg Worat. In den Vorankündigungen wird das Publikum gewarnt, auf die Kleidung zu achten, beim Einlass bekommt es frisch gebackene Waffeln angeboten, und später nehmen die Besucher auf den Trümmern des zusammengebrochenen Bühnenbildes Platz. Das klingt nicht nach einem normalen Theaterabend? Es ist ja auch kein normaler Stoff: Das Staatsschauspiel behandelt in „Einer von uns“, einer Koproduktion mit Det Norske Teatret aus Norwegen, die Ereignisse des 22. Juli 2011, als Anders Breivik in Oslo und auf der Insel Utøya 77 überwiegend sehr junge Menschen tötete. Eine entschieden spezielle Uraufführung auf der Grundlage von Recherchen der Journalistin Åsne Seierstad.
Staatsschauspiel Hannover blickt auf Anschläge von Oslo und Utøya
Jake Heggies „Dead Man Walking“ am Oldenburgischen Staatstheater

Jake Heggies „Dead Man Walking“ am Oldenburgischen Staatstheater

Oldenburg - Von Markus Wilks. Ist es gerecht, wenn man einen Mörder hinrichtet? Jake Heggies „Dead Man Walking“ über dieses emotionale Thema ist eine der erfolgreichsten Opern unserer Zeit und kam nun in Oldenburg heraus – eine eindrucksvolle, unter die Haut gehende Produktion, die vom Premierenpublikum nach Momenten der Ergriffenheit mit großem Jubel belohnt wurde.
Jake Heggies „Dead Man Walking“ am Oldenburgischen Staatstheater
Hommage an die Hausbesetzer

Hommage an die Hausbesetzer

Bremen - Von Mareike Bannasch. Er wird jeden Tag betatscht – und zwar hundertfach. Kaum ein Tourist, der sich nicht auf den Weg zum Rathaus macht, um dem Esel die Beine zu reiben. Soll Glück bringen, sagt man. Ein Aberglaube, der selbst vor Blaublütern nicht halt macht. Anfang des Monats zog es auch Willem-Alexander, König der Niederlande zur Marcks-Skulptur. Der Ruf der Stadtmusikanten zieht, auch nach 200 Jahren.
Hommage an die Hausbesetzer
Robert Crumb untersucht in „Amerika“ die Seele der Weltmacht

Robert Crumb untersucht in „Amerika“ die Seele der Weltmacht

Bremen - Von Jan-Paul Koopmann. Heutzutage braucht es nun wirklich keinen Mut, um politisch unkorrekte Zoten zu reißen. Man muss nur sehr ignorant dafür sein – und vielleicht ein bisschen dumm.
Robert Crumb untersucht in „Amerika“ die Seele der Weltmacht
Eine kleine Provokation

Eine kleine Provokation

Bremen - Von York Schaefer. Schon 1993 hat der britische Soziologe und Kulturwissenschaftler Paul Gilroy in seinem Buch „The Black Atlantic“ einen offenen Kulturbegriff geprägt, der sich loslöst von Ethnizität, Nation und festem Territorium. Gilroy sprach zudem vom Open-Source-Charakter schwarzer Kulturen und einer neu reflektierten Rolle der schwarzen Diaspora in der westlichen Welt. Eine Theorie der Vielfalt, der Stilhybride, des Austausches, des Gebens und des Nehmens, die man in Bezug auf Musik sehr schön anwenden kann auf die jüngst erschienene Compilation „Two Tribes – An intercontinental journey in rhythm“.
Eine kleine Provokation
Upcycling-Mode in Zeiten der Digitalisierung

Upcycling-Mode in Zeiten der Digitalisierung

Bremen - Von Rolf Stein. Der Versandhandel ist ins Gerede gekommen – sogar in der zeitgenössischen Dramatik, genauer in: Simon Stephens in seinem unlängst in Hamburg aufgeführten Stück „Maria“. Das Performance-Kollektiv Mobile Albania dreht nun den Logistik-Spieß gleichsam um. In auf links gewendeten DHL-Jacken haben sich die vier Künstler des eigenwilligen Kollektivs in den vergangenen Wochen mehrfach aufgemacht, den Bremern nicht Dinge zu bringen, die sie zu brauchen meinen, sondern ihnen Dinge abzunehmen, die sie nicht mehr haben wollen.
Upcycling-Mode in Zeiten der Digitalisierung
Platz zum Denken

Platz zum Denken

Bremen - Von Rolf Stein. Wer nicht fragt, bleibt dumm, das wissen nicht nur die Zuschauer der Sesamstraße. Und es gehört zu den Binsenweisheiten der Kulturkritik, dass Kunst, Theater zum Beispiel, eben keine Antworten geben könne, sondern höchstens Fragen aufwerfen. Und auch wenn das nur ein Teil der Wahrheit ist: Es ist immerhin ein Teil von ihr.
Platz zum Denken
Musikfest Bremen feiert 30. Geburtstag

Musikfest Bremen feiert 30. Geburtstag

Bremen - Von Rolf Stein. Da gibt sich sogar der ansonsten bei Pressekonferenzen gern seiner Staatsrätin für Kultur den Vortritt lassende Bremer Kultursenator die Ehre: Das Musikfest wird 30 Jahre alt. Und natürlich ist das ein Grund, das mittlerweile mit wohlklingenden Namen ohnehin schon regelmäßig recht gut bestückte Festival mit einem besonderen Glanzlicht zu schmücken. Musikfest-Intendant Thomas Albert durfte gestern dann auch stolz verkünden, dass es endlich gelungen sei, Anna Netrebko zu verpflichten. Was bedeutet, dass Sie vielleicht vor dem Weiterlesen schon einmal versuchen sollten, Karten zu ergattern. Der Vorverkauf hat nämlich gerade eben begonnen. Und die Glocke, wo Netrebko auf ihre unnachahmliche Art ewige Preziosen der italienischen Opernliteratur interpretieren wird, die Glocke hat nun einmal eine begrenzte Anzahl von Sitzplätzen.
Musikfest Bremen feiert 30. Geburtstag
Hasch mich, ich bin der Effekt

Hasch mich, ich bin der Effekt

Hamburg - Von Rolf Stein. Es mag einem die Lust am Weltuntergang in dem Maß vergehen, in dem er wahrscheinlicher wird. Gegenwärtig zum Beispiel, wo nicht nur das Klima selbst sich sehr zu unseren Ungunsten zu wandeln scheint, sondern auch das Klima im übertragenen, politischen Sinne. Allerdings spräche das gegen die Inszenierung des Regisseurs Kay Voges, die am Wochenende am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg das Licht der Welt erblickte. „Die Stadt der Blinden“ nach dem gleichnamigen Roman von Jose Saramago suhlt sich in der Lust an Gewalt und Apokalypse.
Hasch mich, ich bin der Effekt
Worträtsel auf Homepage von „Die Ärzte“ - es geht doch um einen Abschied

Worträtsel auf Homepage von „Die Ärzte“ - es geht doch um einen Abschied

Die Fans der Ärzte spekulieren schon länger über einen Abschied der Kult-Band. Mit einem Buchstabenrätsel befeuerten die Berliner Rocker die Diskussionen. Doch worum geht es wirklich?
Worträtsel auf Homepage von „Die Ärzte“ - es geht doch um einen Abschied
Das, was so schwer zu fassen ist

Das, was so schwer zu fassen ist

Bremen - Von Jan-paul Koopmann. Von einem „geschichtsträchtigen Ort“ zu sprechen, heißt mehr, als dass dort eben einmal irgend etwas Wichtiges passiert ist. Es meint eine Nähe zur Geschichte am Ort des Geschehens, wie nackte Zahlen sie nicht herstellen können – und es geht um Gefühle, die sich nicht in Worte fassen lassen und die es darum einzukreisen gilt. Im Bremer Schlachthof geschieht so etwas gerade. Der imposante Industriebau aus Wasserturm, Kesselhaus und Magazinanlagen wirkt schon architektonisch beunruhigend. Und weil der Schlachthof heute Kulturzentrum ist, verbinden die meisten Lebensfreude mit ihm – Party und Kunstgenuss. Für andere ist es ein Ort des Grauens: Anfang März 1943 wurden dort rund 300 Sinti und Roma aus dem Nordwesten Deutschlands zusammengepfercht, bevor sie mit Zügen nach Auschwitz deportiert wurden.
Das, was so schwer zu fassen ist
Die fünf Rapper von Erotik Toy Records feiern im ausverkauften Lagerhaus

Die fünf Rapper von Erotik Toy Records feiern im ausverkauften Lagerhaus

Bremen - Von York Schaefer. Nun also auch noch „Arte Tracks“: Mehr Anerkennung geht wohl kaum. Das TV- und Webmagazin für avancierte Popkultur ist extra nach Bremen gekommen, um die Labelnacht von Erotik Toy Records im selbstverständlich ausverkauften Lagerhaus zu begleiten. Da für das Fernsehen natürlich immer ein bisschen inszeniert wird, soll das eh schon aufgeheizte Publikum für den letzten Song noch mal ordentlich Noise machen, sprich: ordentlich laut sein.
Die fünf Rapper von Erotik Toy Records feiern im ausverkauften Lagerhaus
Geigerin Liza Ferschtman spielt erneut mit den Bremer Philharmonikern

Geigerin Liza Ferschtman spielt erneut mit den Bremer Philharmonikern

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Wiedersehen und Wiederhören sind immer schön, wenn das Publikum mit Interpreten und Werken schon gute Erfahrungen gemacht hat. So kam jetzt beim jüngsten Philharmonischen Konzert zweierlei zusammen: die Wiederbegegnung mit der hochmusikalischen und fulminanten niederländischen Geigerin Liza Ferschtman und mit Modest Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ in der Instrumentierung von Maurice Ravel.
Geigerin Liza Ferschtman spielt erneut mit den Bremer Philharmonikern
Mit zärtlichem Humor

Mit zärtlichem Humor

Bremen - Von Rolf Stein. Im Tanztheater hat in den vergangenen Jahren zunehmend Geschichtsbewusstsein Einzug gehalten. 2011 richtete die Kulturstiftung des Bundes einen Fonds für das kulturelle Erbe des Tanzes ein, was die Sache natürlich erleichtert. Reenactments oder Überarbeitungen historisch gewordener Stoffe stehen schon seit einer Weile auf den Spielplänen. Was das Bremer Steptext Dance Project derzeit in der Schwankhalle zeigt fügt sich in diesen Kontext ein, ist aber von durchaus eigenem Charme. Choreograf und Steptext-Gründer Helge Letonja konfrontiert nicht nur das Publikum mit einer zwanzig Jahre alten Arbeit – sondern auch die beiden Tänzer von einst.
Mit zärtlichem Humor
Museen Böttcherstraße zeigen Arbeiten von Ruprecht von Kaufmann

Museen Böttcherstraße zeigen Arbeiten von Ruprecht von Kaufmann

Bremen - Von Jan-paul Koopmann. Von F. werden Sie vielleicht noch hören. Könnte sein, dass er mal Schriftsteller wird. Einen großen Lyrik-Wettbewerb hat er schon gewonnen, in einer Sprache, die ursprünglich gar nicht seine eigene war. Wenn sich sein Vater durchsetzt, wird F. allerdings Wirtschaft studieren, eine Familie gründen – und es vielleicht doch wieder lassen mit der Kunst. F. ist als Geflüchteter nach Deutschland gekommen und noch so jung, dass seine Zukunft zwischen Poesie und BWL nicht ausgemacht ist. Und würde er nicht in Öl gemalt an der Wand des Ludwig Roselius Museums in der Böttcherstraße hängen, wüssten wir ja gar nicht, dass es F. überhaupt gibt.
Museen Böttcherstraße zeigen Arbeiten von Ruprecht von Kaufmann
Tautumeitas eröffnen das Festival „women in (e)motion“ im Schlachthof

Tautumeitas eröffnen das Festival „women in (e)motion“ im Schlachthof

Bremen - Von York Schaefer. „Frauen im heiratsfähigen Alter, gekleidet in das Nationalkostüm“ – so in etwa lässt sich der Name der Band Tautumeitas übersetzen, einem Vokalensemble aus Lettlands Hauptstadt Riga, das jetzt zur Eröffnung des Festivals „women in (e)motion“ im Bremer Schlachthof spielte. Ein Name, der trotz aller nach wie vor nötigen Unternehmungen zur Gleichberechtigung, doch etwas anachronistisch wirkt. Erst recht bei einem Festival, bei dem es um Frauen in der von Männern dominierten Musikwelt gehen soll.
Tautumeitas eröffnen das Festival „women in (e)motion“ im Schlachthof
Blick Bassy und Aline Frazão kommen in die Bremer Glocke

Blick Bassy und Aline Frazão kommen in die Bremer Glocke

Bremen - Von Rolf Stein. Es ist ein gelinde gesagt ein etwas bestürzendes Bild, das sich am Dienstagabend beim Betreten des großen Saales des Bremer Konzerthauses Glocke bietet: Gerade einmal zu einem Drittel sind die Stuhlreihen besetzt. Kurzerhand dürfen deshalb die Gäste von den hinteren Plätzen nach vorne aufrücken. Hier werden sie zunächst Zeugen eines höchst eindrücklichen Konzerts des kamerunischen Künstlers Blick Bassy, der mit seiner dreiköpfigen Band vor allem die Songs seines ganz neuen Albums „1958“ aufführt.
Blick Bassy und Aline Frazão kommen in die Bremer Glocke
Norwegen ist Gastland bei der diesjährigen Jazzahead in Bremen

Norwegen ist Gastland bei der diesjährigen Jazzahead in Bremen

Bremen - Von Gert Harthus. Norwegens Kultur ist gefragt in Europa. Kein Wunder also, dass das nordische Land zum diesjährigen Partner der Jazzahead auserkoren wurde. Bei der Pressekonferenz zur kommenden Ausgabe stellten Uli Beckerhof, einer der beiden künstlerischen Leiter, und Sybille Kornitschky, Projektleiterin der Messe Bremen, nun das umfangreiche, aus rund 750 Bewerbungen destillierte Programm vor. Wie gewohnt begleiteten sie dabei Verantwortliche aus dem Gastland: Aslaug Nygård, Botschaftsrätin von Norwegen, und Øyvind Skjerven Larsen, Vertreter des norwegischen Jazzforums.
Norwegen ist Gastland bei der diesjährigen Jazzahead in Bremen
Bremer Gründerzeit

Bremer Gründerzeit

Bremen - Von Rolf Stein. „Geile Scheiße machen, damit es geile Scheiße gibt“: So einfach ist das aus der Sicht eines noch sehr jungen Bremer Verlags, der jetzt auch noch Musik veröffentlicht. Golden Press heißt das verlegerische Projekt, das unmittelbar mit dem Golden Shop verbunden ist, seinerseits schon ein Hybrid zwischen Buch- und Plattenladen. Antizyklisch muss man es wohl nennen, heute Musik nicht nur auf Vinyl, sondern auch auf Musikkassette auf den Markt zu bringen.
Bremer Gründerzeit
Sozialkritik und Transzendenz

Sozialkritik und Transzendenz

Bremen - Von Rolf Stein. Eigentlich ist es noch ein bisschen hin, bis zu dem wichtigsten Fest des Christentums, aber man kann sich ja auch vorher schonmal mit der Auferstehung auseinandersetzen. Es nimmt allerdings ein wenig Zeit in Anspruch, wenn man es am Theater Bremen tut. Dort ist seit dem Wochenende „Auferstehung“ nach Lew Tolstoi im Schauspiel zu sehen.
Sozialkritik und Transzendenz
Inszenierung per USB-Stick

Inszenierung per USB-Stick

Hamburg - Von Markus Wilks. Bilder, die unter Haut gehen – Realität in der Traumwelt der Oper. Dass Giuseppe Verdis Oper „Nabucco“ wegen der Flüchtlingsthematik regelmäßig aktualisiert wird, ist bekannt. Die Staatsoper Hamburg geht nun in ihrer ambitionierten Neuinszenierung noch einen Schritt weiter und fügt zwischen die einzelnen Szenen „Intermedien“ mit syrischer Musik und teilweise nur schwer zu ertragenden Fotografien zum Thema Krieg und Flucht ein.
Inszenierung per USB-Stick
Herbert Grönemeyer ruft in der ÖVB-Arena zum Widerstand auf

Herbert Grönemeyer ruft in der ÖVB-Arena zum Widerstand auf

Bremen - Von Mareike Bannasch. „Kein Millimeter nach rechts“: Das klingt nach Antifa, nach Wasserwerfern, nach zivilem Ungehorsam. Es sind aber keine Demonstranten, die den Satz skandieren, sondern Herbert Grönemeyer, der mit diesen Worten seinen Song „Fall der Fälle“ ankündigt, ein Stück von seinem aktuellen Album „Tumult“, auf dem der moralische Kompass der Nation einmal mehr den Finger in die Wunde legt. Auf dass sich endlich etwas ändern möge.
Herbert Grönemeyer ruft in der ÖVB-Arena zum Widerstand auf
Experiment Elphi

Experiment Elphi

Hamburg - Von Ulla Heyne. Wo hat Glen Hansard nicht schon überall gespielt: auf den Straßen von Dublin, in Kneipen, in kleinen und später größeren Clubs, vor der Kamera (in den „Commitments“ und „Once“), auf Festivals wie vor zwei Jahren dem Summer’s Tale oder im Herbst in einem Zirkuszelt in der irischen Pampa. Aber in der Elphi? Dem inzwischen ergrauten Lockenkopf war wohl selbst nicht ganz wohl angesichts des förmlichen Settings für den Gig, der – wie Amsterdam am Vorabend – innerhalb einer Stunde ausverkauft war. „Wir sind gewarnt worden“, so der 48-Jährige, „gut, dass ihr so locker seid.“
Experiment Elphi
Streichquartett am Pool

Streichquartett am Pool

Oldenburg - Von Rolf Stein. Shakespeare wird es wohl egal gewesen sein, dass sich Generationen von Regisseuren wegen der Nachfrage nach seinen Stücken immer wieder neu fragen lassen müssen, was man mit, zum Beispiel, „Romeo und Julia“ jetzt schon wieder anstellen könnte.
Streichquartett am Pool
Kopfüber in die Kunstgeschichte

Kopfüber in die Kunstgeschichte

Bremen - Von Jan-paul Koopmann. Es klingt wie ein Statement mit der Axt in der Hand, mit welch langem Atem Regina Barunke ihren Einstand als neue GAK-Chefin begeht. Die Auseinandersetzung mit klassizistischen Ölgemälden wie etwa Jacques-Louis Davids „Der Tod des Marat“ stand jedenfalls lange nicht auf dem Programm der Gesellschaft für Aktuelle Kunst. Und dass hier am Teerhof nun wirklich etwas ganz anderes passiert als bisher, bleibt auch wahr, wenn man dazu sagt, dass es tatsächlich eine Filmkamera war, die diese Kunstwerke im Louvre eingefangen und in einen neuen Zusammenhang gesetzt hat.
Kopfüber in die Kunstgeschichte
Güllen ist überall

Güllen ist überall

Bremen - Von Rolf Stein. Dass am Tag nach der Premiere das niederländische Königspaar in Bremen zu Gast war – es wird Zufall gewesen sein. Máxima ist schließlich alles andere als eine alte Dame. Allerdings: Wie die Herren Ill 1 und Ill 2 in Mathilde Lehmanns Inszenierung von Friedrich Dürrenmatts Tragikomödie „Der Besuch der alten Dame“ im Brauhauskeller ihre darbende Stadt als Investoren-Paradies erscheinen lassen, erinnert doch daran, wie nicht nur in Bremen Fremden dann ein besonders flauschiger Teppich ausgerollt wird, wenn sie über viel Macht und Geld verfügen. Staatsoberhäupter zum Beispiel – oder Investoren.
Güllen ist überall
Verwoben mit der Welt

Verwoben mit der Welt

Syke - Von Rolf Stein. Der äthiopische Musiker Mikael Seifu hat in einem Interview gesagt, er glaube „fest daran, dass die Berichterstattung über afrikanische Musik gebürtigen Afrikanern überlassen werden sollte“. Was nicht einfach nur eine provokant zugespitzte These war. Ein Kunstwerk, das gilt im Besonderen für Erzeugnisse der Pop-Kultur, ist untrennbar von seinen Entstehungsbedingungen zu verstehen – von denen wir meist wenig verstehen.
Verwoben mit der Welt
Superhelden aus der zweiten Reihe

Superhelden aus der zweiten Reihe

Syke - Von Jan-Paul Koopmann. Zu den ärgerlichsten Phrasen des Kulturbetriebs gehört die Ansage, ein Buch habe es „ins Kino geschafft“, oder schlimmer noch: „ins Fernsehen“. Meistens hat es ja rein formale Gründe, dass wer einem Stoff den Umzug ins andere Medium zutraut. Und selbst, wenn es mal an seiner Zuschauer-versprechenden Popularität liegen sollte, hat auch das mit Kunst nicht viel zu tun. Die Comics „The Umbrella Academy“, „Deadly Class“ und „Doom Patrol“ haben es folglich nicht ins Fernsehen „geschafft“ – und man wundert sich trotzdem über ihre nahezu gleichzeitigen Serienstarts in bewegten Bildern.
Superhelden aus der zweiten Reihe
Torsten Sträter unterhält das Publikum im Pier 2 ohne Scheu vor den Niederungen des Humors

Torsten Sträter unterhält das Publikum im Pier 2 ohne Scheu vor den Niederungen des Humors

Bremen - Von Ulla Heyne . Sträter – ist das nicht der mit der Mütze? Ist er. Ruhrgebiet, Sie wissen schon. Sein Markenzeichen bestellt er bei Amazon, ab und an bei H & M – wer im Publikum auf Merchandise gehofft hatte, muss selbst kreativ werden. Das haben in der Tat einige Zuschauer getan und sich den Titel ihrer Lieblingsgeschichte „Fump“ aufs T-Shirt gepinselt. Der Meister zollt Respekt. 800 Primark-Gänger habe er auf dem Weg zum Pier 2 umfahren müssen; die Verbalattacken gegen das Billigklamotten-Imperium sollen nicht die einzigen genüssliche Hasstiraden bleiben an diesem langen Abend.
Torsten Sträter unterhält das Publikum im Pier 2 ohne Scheu vor den Niederungen des Humors
„Angela I.“: Richten kann’s nur die Monarchie

„Angela I.“: Richten kann’s nur die Monarchie

Bremen - Von Mareike Bannasch. Nun sitzt sie ganz alleine da, an langer Tafel mit weißem Tischtuch. Und das, obwohl sie doch alle eingeladen hat: die Reichsbürger, Horst Seehofer, die Schreiberlinge von der „Bild“ und nicht zu vergessen den Quotentürken Mesut Özil. Nicht mal Christian Lindner hat den Weg in den Keller des Bundestags gefunden – und der ist doch nun bei jeder Party dabei. Auch um die Königin Europas wird es am Ende einsam, erst recht, wenn sie Angela Merkel heißt.
„Angela I.“: Richten kann’s nur die Monarchie