Ressortarchiv: Kultur

Ein guter Jahrgang

Ein guter Jahrgang

Bremen - VON ROLF STEIN. Damit es nicht allzu spannend wird, sei es gleich verraten: Den 42. Förderpreis für Bildende Kunst 2018 erhält Lukas Zerbst für seine Arbeit „Fenster zum Hof“. Sie besteht aus drei Scheinwerfern, die von verschiedenen Fenstern aus den Peter-Zadek-Platz erhellen und vermessen, deren Schein sich dabei begegnet und auseinanderbewegt. Eine stille Choreografie, die, so heißt es in der Begründung der Jury, den Platz „auf subtile Weise zum Ausgangspunkt für vielschichtige Reflexionen werden“ lassen.
Ein guter Jahrgang
Weg mit den Klischees

Weg mit den Klischees

Bremen - VON ULLA HEYNE. Sieben Jahre sind vergangen, seit das 2003 gegründete Tingvall Trio sein Debüt bei den Glocke Jazz Nights gab. Viel Zeit, um sich einen Ruf aufzubauen - aber auch viel Zeit, in der Klischees über das Multi-Kulti-Trio zusammenkamen. Am Dienstagabend war es an der Zeit, mit einigen davon aufzuräumen.
Weg mit den Klischees
Zwischen Grauen und Begeisterung: Fasching polarisiert jedes Jahr aufs Neue

Zwischen Grauen und Begeisterung: Fasching polarisiert jedes Jahr aufs Neue

Fasching ist jedes Jahr erneut ein umstrittenes Vergnügen. Viele stürzen sich mit Freunden und Kollegen rein ins Getümmel - doch wie kann man sich dem entziehen, ohne als Spaßbremse zu gelten?
Zwischen Grauen und Begeisterung: Fasching polarisiert jedes Jahr aufs Neue
Sebastian Fitzeks neuer Thriller „Der Insasse“ fesselt und verstört

Sebastian Fitzeks neuer Thriller „Der Insasse“ fesselt und verstört

Eine Kindesentführung liefert für sich genommen genug Stoff für einen ordentlichen Krimi. Wenn dann noch Sebastian Fitzek Hand anlegt, kann sich der Leser sicher sein, dass die Story gruselig, grausam und nur schwer vorhersehbar sein wird. Mit seinem neuestem Psychothriller „Der Insasse“ legt der Star-Autor eine Geschichte im Bestseller-Format vor, die erneut ganz tief in menschliche Abgründe blicken lässt.
Sebastian Fitzeks neuer Thriller „Der Insasse“ fesselt und verstört
Staatsschauspiel Hannover zeigt „Es war einmal ... das Leben“

Staatsschauspiel Hannover zeigt „Es war einmal ... das Leben“

Hannover - Von Jörg Worat. Die Abschieds-Saison des hannoverschen Schauspiel-Intendanten Lars-Ole Walburg gestaltet sich eigenartig. In den kleineren Spielstätten gibt es nach wie vor schöne, teils exquisite Inszenierungen zu sehen, auf der großen Schauspielhaus-Bühne jedoch scheinen immer mehr die Kriterien laut, Live-Videos, lang und langweilig zu dominieren. Durchaus in veränderlichen Anteilen - die neueste Produktion „Es war einmal … das Leben“ bedient allerdings alle vier Punkte ausgiebig.
Staatsschauspiel Hannover zeigt „Es war einmal ... das Leben“
„Planet der Hasen“ erzählt in Bremerhaven vom Klimawandel

„Planet der Hasen“ erzählt in Bremerhaven vom Klimawandel

Bremerhaven - Von Rolf Stein. Klingt wie von langer Hand geplant: Kaum erobern Schüler die Schlagzeilen, weil sie statt ihrer Noten lieber die Welt retten wollen. Und prompt zeigt das Stadttheater Bremerhaven ein Stück über den Klimawandel, empfohlen für junge Leute ab neun Jahren. Gerade in Bremerhaven gab es da schon öfter was zum Thema zu sehen: Das Stadttheater stellte im Jahr 2013 gar ein ganzes Festival zum Klimawandel zusammen.
„Planet der Hasen“ erzählt in Bremerhaven vom Klimawandel
„Don Giovanni“ in acht Bildern

„Don Giovanni“ in acht Bildern

Hannover - Von Jörg Worat. „Es ist unsere Saison der 90-Jährigen“, sagt Gisela Vetter-Liebenow. Die Direktorin des Wilhelm-Busch-Museums hat recht: Gerade wurden Ausstellungen der Jubilare Hans Traxler und Günter Kunert eröffnet, im Sommer folgt dann Erich Carle, Schöpfer der „Kleinen Raupe Nimmersatt“.
„Don Giovanni“ in acht Bildern
Revolution: Es geht um die Wurst

Revolution: Es geht um die Wurst

Oldenburg - Von Rolf Stein. Klingt prima: Fleisch kann schon heute hergestellt werden, ohne dass Tiere sterben müssen. Dass diese Art von Ernährung aus dem Labor nicht nur für Tierrechtler interessant ist, liegt auf der Hand: Ein Unternehmen beauftragt in Rebekka Kricheldorfs neuem Stück „Das Haus auf Monkey Island“, das am Sonnabend in Oldenburg Uraufführung feierte, die Wissenschaftler Hannes, Ann, Kristina und Andre damit, in der Abgeschiedenheit einer tropischen Insel eine Marketingstrategie für sogenanntes In-vitro-Fleisch zu entwickeln.
Revolution: Es geht um die Wurst
Cellist Julian Steckel: Als ob die Zeit stillsteht

Cellist Julian Steckel: Als ob die Zeit stillsteht

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Der 1982 geborene Cellist Julian Steckel war schon häufiger in Bremen und hinterließ stets einen hervorragenden Eindruck, sowohl in der Kammermusik als auch in Orchesterkonzerten. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum das Sonntagskonzert der Bremer Philharmoniker so gut besucht war.
Cellist Julian Steckel: Als ob die Zeit stillsteht
Narrenfreiheit in Damme: Traditions-Fastnacht bei bestem Wetter

Narrenfreiheit in Damme: Traditions-Fastnacht bei bestem Wetter

Gutes Wetter, mehr als 40.000 Besucher und richtig gute Laune: Der Karnevalsumzug in Damme am Sonntag war ein voller Erfolg.
Narrenfreiheit in Damme: Traditions-Fastnacht bei bestem Wetter
La Fleur zeigt „Nana“: Am besten mit Hüftschwung

La Fleur zeigt „Nana“: Am besten mit Hüftschwung

Bremen - Von Rolf Stein. Eigentlich ist es gar nicht schön, wie oft die großen Klassiker recht haben. Wenn sie zum Beispiel, wie Émile Zola, die totale Ökonomisierung des Körpers und seiner Regungen beschreiben. Und dabei herausarbeiten, wie ganz schlichte körperliche Bedürfnisse zum gesellschaftlichen Schlachtfeld werden können, sobald sich Reichtum und Macht in wenigen Händen konzentrieren.
La Fleur zeigt „Nana“: Am besten mit Hüftschwung
Ein Leben im Zeichen der Kunst

Ein Leben im Zeichen der Kunst

Bremen - Von Mareike Bannasch. 1957 war ein aufregendes Jahr für Hajo und Angelika Antpöhler: Nicht nur, weil sie sich im September auf Langeoog kennenlernten und bereits drei Wochen später verlobten. Die beiden legten damals mit einem Siebdruck von Karl Hartung auch den Grundstein für eine außerordentliche Kunstsammlung.
Ein Leben im Zeichen der Kunst
Ernste Botschaften: Sascha Lobo im neuen Bremer Presse-Club

Ernste Botschaften: Sascha Lobo im neuen Bremer Presse-Club

Bremen - Von Luka Spahr. Sascha Lobo hatte am Donnerstagabend eine ernste Botschaft an die versammelten Journalisten im Bremer Presse-Club: „Es wird nie wieder so wie früher.“ Denn: „Ihr habt diesen Rückkanal geschaffen.“ Der IT-Experte und Kolumnist mit dem markanten Irokesen-Schnitt meint damit die Sozialen Medien. Um die ging es bei der Aufzeichnung des ersten „Freiraum“-Podcasts im frischrenovierten Presse-Club im Bremer Schnoor-Viertel vor allem.
Ernste Botschaften: Sascha Lobo im neuen Bremer Presse-Club
Tanzen ohne Spiegel -Ein Probenbesuch bei der Paul-Taylor-Dance-Company 

Tanzen ohne Spiegel -Ein Probenbesuch bei der Paul-Taylor-Dance-Company 

New York - Von Mareike Bannasch. Sie hat genau zwei Takte Zeit. Zwei Takte, um sich in eine Welt voller Schmerz und Verzweiflung zu denken. Zwei Takte, um zu vergessen, dass sie ihren linken Arm eigentlich ganz normal benutzen kann. Eigentlich, denn in der Choreografie „Dust“ kann davon nicht die Rede sein. Hier geht es zu schwermütigen Streichern um körperlich Versehrte. Menschen, die sich auf dem Boden winden und stumm leiden - Laura Halzack ist eine von ihnen.
Tanzen ohne Spiegel -Ein Probenbesuch bei der Paul-Taylor-Dance-Company 
Klavierabend mit Glitzer

Klavierabend mit Glitzer

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Sein letzter Abend als „Bremen Artist 2018/2019“, als der er in den vergangenen Monaten immer wieder auf ganz unterschiedlichen Bremer Podien aufgetreten ist, sei dieser Abend im Sendesaal, sagte der 30-jährige Hamburger Pianist Alexander Krichel. Doch auch nach diesem Abend können die Freunde des Klavierspiels hoffen, dass er noch häufig wiederkommt. Denn spannend wird auch die weitere Entwicklung seines überdimensionalen Könnens sein. Das hat sich bereits herumgesprochen: Das Konzert am Mittwochabend war ausverkauft.
Klavierabend mit Glitzer
Forcierte Farce

Forcierte Farce

Hannover - Von Jörg Worat. Wenn die musikalische Ebene eines Theaterabends herausragend gut gelingt, ist das natürlich ein großer Pluspunkt. Wenn sie allerdings den mit einigem Abstand beeindruckendsten Part darstellt, muss doch irgendetwas schiefgegangen sein - und so war‘s bei Bertolt Brechts Gangsterspektakel „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“, das jetzt im Schauspielhaus in Hannover angelaufen ist.
Forcierte Farce
Scheitern, überall Scheitern

Scheitern, überall Scheitern

Hannover - Von Jörg Worat. „Das ist sonst nicht meine Art“, entschuldigt sich die Dame, die in der Pause das Schauspielhaus verlassen will, beim Aufsichtspersonal. „Aber in meinem Alter muss man schauen, wofür man die Lebenszeit einsetzt.“ Überhaupt gibt es etliche vorzeitige Abgänge an diesem Abend, und das ist verständlich: Die Premiere von „Die verlorene Oper. Ruhrepos“ am Staatsschauspiel entpuppt sich als ziemlicher Flop.
Scheitern, überall Scheitern
Schnurstracks in die Einbauküche

Schnurstracks in die Einbauküche

Berlin - Von Michael Pitz-Grewenig. Was tun mit einer Oper, deren Neuinszenierung den Ernstfall einer Opernaufführung schlechthin bedeutet, weil es kaum ein anderes Werk gibt, das so tief in unserem kulturellen Bewusstsein verankert ist wie Mozarts „Zauberflöte“?
Schnurstracks in die Einbauküche
Rasant, transparent, trennscharf

Rasant, transparent, trennscharf

Bremen - Von Markus Wilks. Dem Anlass entsprechend. Auf diese Formel könnte man Interpreten und Stückauswahl des Benefizkonzertes des Bundespräsidenten in der Bremer Glocke zusammenfassen. Pianist Fazil Say und Dirigent Steven Sloane stehen ebenso für das Internationale und Völkerbindende wie die ausgewählten Stücke von Mozart, Gershwin und Bernstein. Mindestens genauso wichtig: Es war ein hervorragend musizierter Gute-Laune-Abend mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen.
Rasant, transparent, trennscharf
Eine mitreißende Aufführung von „Les Paladins“ in Oldenburg

Eine mitreißende Aufführung von „Les Paladins“ in Oldenburg

Oldenburg - Von Ute Schalz-Laurenze. Das Staatstheater Oldenburg ist wieder einmal eine Reise wert: Nämlich für einen Besuch des „Comédie-Ballet“ „Les Paladins“ (1760) von Jean-Philippe Rameau. Der französische Zeitgenosse Bachs und Händels war nicht nur ein Komponist aller Gattungen, sondern auch ein kämpferischer Musikschriftsteller und Theoretiker. Und einer, der den langjährigen, erbitterten Pariser Streit zwischen der französischen und der italienischen Oper maßgeblich beeinflusste.
Eine mitreißende Aufführung von „Les Paladins“ in Oldenburg
Ute Lemper beleuchtet in der Glocke das Leben von Marlene Dietrich

Ute Lemper beleuchtet in der Glocke das Leben von Marlene Dietrich

Bremen - Von Ulla Heyne. Schier endlose Beine im langen schwarzen Kleid mit noch längerem Schlitz, auch mit 55 Jahren eine attraktive Erscheinung - doch als Musicalstar Ute Lemper am Samstagabend den gut zur Hälfte gefüllten Saal der Bremer Glocke betritt, ist irgendetwas anders. Was bloß? Es ist wohl weniger die Optik als die vielmehr die Akustik, oder, wie in den Saal gewispert wird: „Guck mal, wer das spricht!“ Wer vorher ins Programmheft geschaut hat, ist im Bilde: Es ist die Stimme der Dietrich, steht der Abend doch unter dem Motto „Rendezvous mit Marlene“. Gewöhnungsbedürftig ist sie, die nuschelnde Diktion, die eher an ein Likörchen mit Udo Lindenberg erinnert als an ein Zwiegespräch mit der Diva.
Ute Lemper beleuchtet in der Glocke das Leben von Marlene Dietrich
Schöner die Hymnen nie klingen

Schöner die Hymnen nie klingen

Bremen - Von Markus Wilks. „It’s so wonderful to make music with these two!“, schwärmt die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen im Internet über das Konzert in der Hamburger Laeiszhalle mit Geigerin Vilde Frang und Dirigent Pekka Kuusisto. In dieses Lob stimmt man gerne ein, denn auch das Wiederholungskonzert in der Bremer Glocke bot Künstler, die mit ungewöhnlich delikatem Spiel begeistern.
Schöner die Hymnen nie klingen
Rostock, ein Sommermärchen?

Rostock, ein Sommermärchen?

Bremen - Von Rolf Stein. Am Ende geht das Licht aus. Das ist, zugegeben, im Theater natürlich eigentlich wenig überraschend. In „Aus dem Nichts“ am Theater Bremen dann aber doch. Weil es eigentlich nämlich vorher nochmal kräftig blitzen und donnern müsste. Weil nämlich Katja Sekerci eine Bombe platzen lässt, mit der sie sich zusammen mit den Mördern ihres Mannes und ihres Kindes, den freigesprochenen rechtsextremistischen Terroristen Edda und André Möller, in die Luft sprengt.
Rostock, ein Sommermärchen?
Explosiv und filigran: Signum Quartett

Explosiv und filigran: Signum Quartett

Bremen - Von Ute Schalz-laurenze. Eins der schwierigsten Probleme für sehr gute Streichquartette ist es, eine vakante Position neu zu besetzen. Ganz unterschiedliche Methoden wurden dabei entwickelt: Das seit 1994 bestehende und seitdem ohne Besetzungswechsel spielende Signum Quartett entschied sich nach dem Weggang der Primgeigerin Kerstin Dill für einen besonders aufreibenden Weg.
Explosiv und filigran: Signum Quartett
Mit Nietzsche, Colt und schlechter Laune

Mit Nietzsche, Colt und schlechter Laune

Syke - Von Jan-Paul Koopmann. Lincoln ist Cowboy und ein schlechter Mensch. Das sagt er sogar selbst, wobei es auch wirklich zwecklos wäre, da irgendwas schönzureden. Einem Bettler schleudert er einen abgenagten Knochen an den Kopf, den hilfsbereiten Priester raubt er aus - und als Kopfgeldjäger liefert Lincoln rasch irgendeinen eigenhändig rasierten mexikanischen Bauern ab, weil die auch der Sheriff nicht auseinanderhalten kann.
Mit Nietzsche, Colt und schlechter Laune
Ausgehend vom Buch „Bildersprachen“ zeigt das Vorwerk 37 Künstler

Ausgehend vom Buch „Bildersprachen“ zeigt das Vorwerk 37 Künstler

Syke - Von Mareike Bannasch. Was treibt einen Künstler an? Und was will er oder sie mit seinem Werk ausdrücken? Fragen, auf die wir an dieser Stelle schon des Öfteren versucht haben, eine Antwort zu finden. Immerhin ist es erst das Reden über Kunst, das aus Werken in einem Ausstellungsraum etwas schafft, dass im Idealfall dauerhaften Einfluss auf den Betrachter haben kann.
Ausgehend vom Buch „Bildersprachen“ zeigt das Vorwerk 37 Künstler
„Stomp“: Erste Show des Erfolgsformats setzt auf bewährtes Konzept

„Stomp“: Erste Show des Erfolgsformats setzt auf bewährtes Konzept

Bremen - Von Ulla Heyne. Ein Mann betritt das Scheinwerferlicht und fegt die Bühne. Erst langsam, dann immer schneller, zwischendurch klopft er mit dem Besen auf den Boden. Ein Rhythmus schält sich heraus. Seit mehr als 25 Jahren geht das nun schon so. Das klingt arg nach Sysiphus, ist aber Teil einer ähnlichen Erfolgsstory: Stomp.
„Stomp“: Erste Show des Erfolgsformats setzt auf bewährtes Konzept
Hochschule für Künste veröffentlicht Buch zum Bunkerprojekt

Hochschule für Künste veröffentlicht Buch zum Bunkerprojekt

Bremen - Von Jan-Paul Koopmann. Bunker zu bauen, ist sowas wie negative Stadtplanung. Man tut es, weil ihre Umgebung in Schutt und Asche liegen wird - und im Falle der deutschen Weltkriegsbunker auch, damit die Zerstörung weitergehen kann. Sie halten die Moral an der Heimatfront hoch, schützen die eigenen Waffenfabriken und halten jene am Leben, die weiter töten sollen. Ein Bunker ist ein Mahnmal dieser Widersprüche, ein gigantischer Betonklotz, der Stadtbilder über viele Nachkriegsgenerationen weiterhin prägt, obwohl er sich eigentlich unsichtbar zu machen versucht vor feindlichen Bombern.
Hochschule für Künste veröffentlicht Buch zum Bunkerprojekt
Junge Akteure des Theater Bremen beschäftigen sich mit Transsexualität

Junge Akteure des Theater Bremen beschäftigen sich mit Transsexualität

Bremen - Von Katia Backhaus. Straßenlaternen sind die Scheinwerfer, die das Heranwachsen beleuchten. Unter ihnen wird zum ersten Mal geküsst, sie werden zum Halt in nicht mehr nüchternen Stunden. Jugendliche sitzen nicht unter Kronleuchtern oder Neonröhren, ihre prägenden Momente erleben sie unter Straßenlaternen. Dort wird ausgehandelt, was normal ist, wer dazugehört und wer nicht. Im Schein eines solchen Masts spielen die Jungen Akteure des Theater Bremen das Stück „BOY“, das in seiner schonungslosen Erzählung noch eine andere Facette dieser schummrigen Beleuchtung offenlegt: die Brutalität des Heranwachsens.
Junge Akteure des Theater Bremen beschäftigen sich mit Transsexualität
Schauspieler Norbert Kentrup blickt auf 50 Jahre Theaterleben zurück

Schauspieler Norbert Kentrup blickt auf 50 Jahre Theaterleben zurück

Bremen - Von Frank Schümann. „Nach all dem Rummel, den man sein Leben lang veranstaltet hat, wie soll man da bescheiden sein?“ Norbert Kentrup schreibt diesen Satz gegen Ende seines Buches, das 50 Jahre Theaterleben zusammenfasst. „Der süße Geschmack von Freiheit“ heißt es (erschienen im Kellner Verlag), und dem viele Jahre in Bremen wirkenden Theatermann ist damit mehr als eine Autobiographie gelungen - es ist zugleich ein Buch, das viel über die Geschichte des deutschen Theaters erzählt.
Schauspieler Norbert Kentrup blickt auf 50 Jahre Theaterleben zurück
Sprengel Museum feiert Bauhaus-Fotografen Umbo

Sprengel Museum feiert Bauhaus-Fotografen Umbo

Hannover - Von Jörg Worat. Einst berühmt, zwischenzeitlich vergessen, dann wiederentdeckt: Umbo alias Otto Maximilian Umbehr (1902 bis 1980) gehörte zu den Pionieren der modernen Fotokunst. „Umbo. Fotograf.“ lautet der schlichte Titel einer spektakulären Ausstellung, die gestern Abend im Sprengel Museum eröffnet wurde.
Sprengel Museum feiert Bauhaus-Fotografen Umbo
Let‘s Dance: Kerstin Ott tanzt in der Männerrolle - und will DIESE Blondine als Partnerin

Let‘s Dance: Kerstin Ott tanzt in der Männerrolle - und will DIESE Blondine als Partnerin

Das gab‘s noch nie: Kerstin Ott wird in der Männerrolle in der 12. Staffel von Let‘s Dance auftreten. Sie wünscht sich eine ganz bestimmte Profitänzerin an ihre Seite. Und die ist keine Unbekannte!
Let‘s Dance: Kerstin Ott tanzt in der Männerrolle - und will DIESE Blondine als Partnerin
Glucks Oper „Orphée et Eurydice“ in einer Inszenierung von John Neumeier

Glucks Oper „Orphée et Eurydice“ in einer Inszenierung von John Neumeier

Hamburg - Von Ute Schalz-laurenze. Die Körper des Hamburg Ballett John Neumeier fliegen, fahren, werden größer oder kleiner, zerschmelzen und trennen sich. Nichts gibt es, was diese Weltklassetruppe nicht kann - was auch in der Premiere von Christoph Willibald Glucks „Orphée et Eurydice“ an der Staatsoper Hamburg deutlich wird.
Glucks Oper „Orphée et Eurydice“ in einer Inszenierung von John Neumeier
Bremer Filmexperte Christian Keßler stellt sein neues Buch vor

Bremer Filmexperte Christian Keßler stellt sein neues Buch vor

Bremen - Von Benjamin Moldenhauer. An den Rändern der Geschichte des Kinos geht es alles in allem interessanter zu als im Zentrum. Das Horrorgenre ist ein Inbegriff kinematografischer Randständigkeit. Die Begeisterung dafür hat etwas Kindliches - was nicht zu verwechseln ist mit kindisch. Gemeint ist ein kindlicher Blick auf die Welt, der diese Filme beseelt und der sich immer wieder aufs Neue darüber informieren will, wie es um jene Welt bestellt ist. Selbst ein ästhetisch konservativer Horror-Blockbuster erinnert zumindest noch daran, dass die Welt kein so heimeliger Ort ist, wie es einem die Erwachsenen als Kind erzählen wollten.
Bremer Filmexperte Christian Keßler stellt sein neues Buch vor
„Mensch, Puppe!“ zeigt Fallada-Klassiker

„Mensch, Puppe!“ zeigt Fallada-Klassiker

Bremen - Von Rolf Stein. Der kleine Mann hat bekanntlich einiges auszustehen, seit es ihn gibt. Das kommt, weil er klein ist. Besser: weil seine Mittel so klein sind. Es ist deswegen geradezu bestürzend naheliegend, Hans Falladas Roman vom kleinen Mann Pinneberg und seiner Frau Lämmchen mit Puppen zu spielen, die vielleicht so um die 20 oder 30 Zentimeter groß sind.
„Mensch, Puppe!“ zeigt Fallada-Klassiker
Auf Tuchfühlung mit Flogging Molly

Auf Tuchfühlung mit Flogging Molly

Bremen - Von Frank Schümann. Als die Pogues Anfang der 80er-Jahre anfingen, Irish Folk und Punk zu verbinden, da war das ebenso neu wie aufregend - schnell bildete sich ein großer Kreis von Anhängern dieser Musik. Heute hat Pogues-Sänger Shane McGowan längst seinem ausschweifenden Leben Tribut gezollt, der Folk-Punk aber ist ein etabliertes Genre - und mit Flogging Molly war einer der wichtigsten Vertreter am Freitagabend im Bremer Pier 2 zu Gast.
Auf Tuchfühlung mit Flogging Molly
Konzerttipp: Jungle By Night im Kleinen Haus

Konzerttipp: Jungle By Night im Kleinen Haus

Bremen - Von Rolf Stein. Es wird kein Zufall sein, dass das Amsterdamer Nonett Jungle By Night ihr neuestes Album „Livingstone“ getauft hat - da liegt einem die Frage natürlich gleich auf der Zunge: „Dr. Livingstone, nehme ich an?“ Der berühmte schottische Missionar hatte bekanntlich sein Herz an Afrika verloren und den Kontinent ausgiebig bereist und erforscht.
Konzerttipp: Jungle By Night im Kleinen Haus
Da ist kein Respekt mehr

Da ist kein Respekt mehr

Bremen - Von Katia Backhaus. Zehntausende, über Jahrzehnte hinweg: Mehr als hunderttausend Menschen dürften es inzwischen sein, die einfach nicht mehr da sind. In Kolumbien, auf Kuba und in anderen lateinamerikanischen Ländern ist das gewaltsame Verschwindenlassen bis heute ein weitverbreitetes Mittel im politischen Kampf. Den Angehörigen bleibt häufig nicht einmal eine Leiche, die sie betrauern können.
Da ist kein Respekt mehr