Ressortarchiv: Kultur

Welt in Falten: David Hepp hat die Galerie Mitte ausgelegt

Welt in Falten: David Hepp hat die Galerie Mitte ausgelegt

Bremen - Von Jan-Paul Koopmann. Es ist gar nicht einfach, diesen Moment zu benennen, in dem offenbar alles stehengeblieben ist - als das Kunstwerk fertig war. David Hepp hat einen Teppich verlegt, Meterware, grau, schlicht, kein bisschen elegant.
Welt in Falten: David Hepp hat die Galerie Mitte ausgelegt
Christian Firmbach über neue und alte Opern: „Verfügbarkeit schmälert Neugier“

Christian Firmbach über neue und alte Opern: „Verfügbarkeit schmälert Neugier“

Oldenburg - Von Rolf Stein. An der Wiener Staatsoper feierte 2018 eine Inszenierung von Giacomo Puccinis „Tosca“ 60. Geburtstag. Und überhaupt stehen in den meisten Städten die immergleichen Opern auf dem Programm. Währenddessen fristet das neuere Opernrepertoire ein Schattendasein. Wir haben uns umgehört, warum es neue Musik so schwer hat.
Christian Firmbach über neue und alte Opern: „Verfügbarkeit schmälert Neugier“
Bini Adamczak entdeckt im Aufstand den Kampf um Solidarität

Bini Adamczak entdeckt im Aufstand den Kampf um Solidarität

Bremen - Von Benjamin Moldenhauer. Es falle uns inzwischen leichter, uns das Ende der Welt vorzustellen als das Ende des Kapitalismus, hat der Philosoph Slavoj Zizek einmal behauptet. So eine Wahrnehmung lässt sich natürlich nicht beweisen. Plausibilisieren lässt sie sich aber: Schon ein Blick in die Kinolandschaft bestätigt, dass Katastrophenphantasien omnipräsent, Utopien hingegen keine mehr zu finden sind.
Bini Adamczak entdeckt im Aufstand den Kampf um Solidarität
„Unorthodox“: Swantje Möller verhilft dem Staatsschauspiel zu einem großen Abend

„Unorthodox“: Swantje Möller verhilft dem Staatsschauspiel zu einem großen Abend

Hannover - Von Jörg Worat. Ganz eng bedruckt ist das Programmheft, unzählige Ge- und Verbote sind darin aufgelistet. „Dass ein Weib keine Männerkleidung trage“, steht dort zu lesen oder „Dass eine Frau, welche ihre Periode hat, unrein ist und auch andere verunreinigt“. Es sind die Regeln der chassidischen Satmar-Gemeinde in Williamsburg, New York - Deborah Feldman ist in dieser ultraorthodoxen Umgebung aufgewachsen, hat sie verlassen, lebt mittlerweile in Berlin und hat ein viel diskutiertes Buch geschrieben, das naheliegenderweise „Unorthodox“ heißt. Und dessen Theaterfassung jetzt auf der Cumberland-Bühne zur Premiere gekommen ist.
„Unorthodox“: Swantje Möller verhilft dem Staatsschauspiel zu einem großen Abend
Gemeinsam gegen den Terror

Gemeinsam gegen den Terror

Oldenburg - Von Rolf Stein. Nein, auch wenn es mancherorts geschrieben steht: Im Konzentrationslager Theresienstadt ist „Brundibár“ nicht entstanden. Hans Krása hatte die Kinderoper schon 1938 mit dem Librettisten Adolf Hoffmeister geschrieben, für einen Wettbewerb des tschechoslowakischen Kulturministeriums. Der deutsche Einmarsch im folgenden Frühjahr verhinderte zunächst die Uraufführung, die dann 1941 im Geheimen, aber nicht im Getto erfolgte. Krása war nämlich Jude und durfte deshalb nicht am kulturellen Leben teilnehmen.
Gemeinsam gegen den Terror
Bremer Kulturschaffende üben Solidarität

Bremer Kulturschaffende üben Solidarität

Bremen - Von Rolf Stein. Berlin hat es am 3. November als erste Stadt getan, am 9. November begann die bundesweite Kampagne der „Erklärung der Vielen“, jetzt ist auch Bremen dabei: Gestern Vormittag stellten Christian Kötter-Lixfeld, Intendant der Bremer Philharmoniker, Christoph Grunenberg, Direktor der Kunsthalle Bremen, Michael Börgerding, Intendant des Theaters Bremen, Pirkko Husemann, Künstlerische Leiterin der Schwankhalle, Karl-Heinz Schmid, Mitglied der Geschäftsführung des Kinos City 46 sowie Renate Heitmann, Theaterleitung der Bremer Shakespeare Company und Vorstand von Stadtkultur, die „Bremer Erklärung der Vielen“ vor.
Bremer Kulturschaffende üben Solidarität
„Neunte Kunst“: Neil Gaimans Comic-Zyklus „Sandman“ wird 30 Jahre alt

„Neunte Kunst“: Neil Gaimans Comic-Zyklus „Sandman“ wird 30 Jahre alt

Syke - Von Jan-Paul Koopmann. Es gibt zwei Antworten auf die Frage, ob Geburtstag haben kann, wer ewig lebt. Die erste ist einfach und lautet: Ja. Neil Gaimans legendärer Comiczyklus „Sandman“ wird in diesen Tagen 30 Jahre alt. Im Januar 1989 erschien das erste Heft dieser auf über 2. 000 Seiten angewachsenen Saga, die Comic, Film und Fantasy bis heute maßgeblich geprägt hat.
„Neunte Kunst“: Neil Gaimans Comic-Zyklus „Sandman“ wird 30 Jahre alt
Lulus lustvolles Leben mit Leichen - Theater Bremen zeigt Alban-Berg-Oper 

Lulus lustvolles Leben mit Leichen - Theater Bremen zeigt Alban-Berg-Oper 

Bremen - Von Markus Wilks. Sie gilt neben der Carmen als eine der erotischsten Figuren der Opernwelt: Alban Bergs Lulu - eine von Männern umgarnte Frau, deren lustvolles Leben Leichen hinterlässt. Wir wären aber nicht am Theater Bremen, wenn nicht hinter die Fassaden des Stücks geschaut würde. Herausgekommen ist eine düstere, ganz und gar „unklassische“ Produktion, die mit der musikalischen Neufassung des dritten Aktes zugleich eine Uraufführung beinhaltete. Das Publikum würdigte die starken Leistungen mit deutlicher Zustimmung.
Lulus lustvolles Leben mit Leichen - Theater Bremen zeigt Alban-Berg-Oper 
Alligatoah und seine Fans versammeln sich zur Gemeinschaftsperformance

Alligatoah und seine Fans versammeln sich zur Gemeinschaftsperformance

Bremen - Von Katia Backhaus. Aufgewachsen ist er nur rund 80 Kilometer von Bremen entfernt, da ist es fast ein Heimspiel, zu dem Lukas Strobel am Freitagabend in der ÖVB-Arena angetreten ist. Der 29-jährige Rapper, nicht nur seinen Fans besser bekannt als Alligatoah, hat trotzdem sein eigenes Hotel mitgebracht, das „Hotel Kalliforniah“. Schließlich will er sich als tourender Star ganz „wie Zuhause“ fühlen. So heißt auch Alligatoahs Tour, und das junge Bremer Publikum feiert ihn als als einen, der endlich wieder da ist. Keine Überraschung also, dass aus dem Konzert ein knalliges Fest der noch nicht 30-Jährigen wird.
Alligatoah und seine Fans versammeln sich zur Gemeinschaftsperformance
Felix Rothenhäusler inszeniert „Eines langen Tages Reise in die Nacht“

Felix Rothenhäusler inszeniert „Eines langen Tages Reise in die Nacht“

Bremen - Von Rolf Stein. Das Familiendrama, das Eugene O‘Neill in seinem bekanntesten Stück „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ zeigt, endete auch nach seinem Tod nicht. Seine Witwe nämlich focht erfolgreich für eine Veröffentlichung, auch wenn der Dichter dies frühestens ein Vierteljahrhundert nach seinem Ableben vorgesehen hatte. Dass der Zwangszusammenhang der bürgerlichen Kleinfamilie für allerlei Brutalitäten gut ist, dekliniert der Kunstbetrieb mindestens seit Jahrzehnten durch, eher aber länger. Dass dabei die Figuren weder nur gemein, noch dem Ideal entsprechend liebevoll sind, gebieten Realismus und Dramaturgie.
Felix Rothenhäusler inszeniert „Eines langen Tages Reise in die Nacht“
Marco Storman inszeniert Alban Bergs „Lulu“ am Theater Bremen

Marco Storman inszeniert Alban Bergs „Lulu“ am Theater Bremen

Bremen - Von Ute Schalz-laurenze. Als Alban Bergs zweite Oper 1937 in Zürich unter der Leitung von Erich Kleiber uraufgeführt wurde, war sie unvollendet. Die Aufführung war ein großer Erfolg, erst 1953 erfolgte die deutsche Erstaufführung in Essen. Berg schrieb das Libretto nach der 1913 erschienen Tragödie „Lulu“, die Frank Wedekind schon aus seinem „Erdgeist“ (1895) und „Die Büchse der Pandora“ (1902) zusammengestellt hatte: Den Text des deutschen Dichters behielt er weitgehend bei. Der Aufstieg und Fall einer Kindfrau und Sexgöttin provozierte einen Skandal beim bürgerlichen Publikum. Das Stück wurde verboten. „Lulu“ zählt gleichwohl heute zu den großen Opern des 20. Jahrhunderts. Am Theater Bremen inszeniert das Werk Marco Storman, der dort schon Aufsehen erregte mit seinen Arbeiten „Parsifal“, „Candide“ und „Peter Grimes“.
Marco Storman inszeniert Alban Bergs „Lulu“ am Theater Bremen
Staatsballett Hannover tanzt den Edgar Allan Poe

Staatsballett Hannover tanzt den Edgar Allan Poe

Hannover - Von Jörg Worat. Gruslige Zeiten im Opernhaus? Na ja, wenn „Nevermore“, das neue Programm des Staatsballetts, um Edgar Allan Poe kreist, ist natürlich kein Schenkelklopf-Abend zu erwarten. Dem Publikum war aber eher nach Klatschen zumute als nach Heulen und Zähneklappern - für das pure Geisterbahnfeeling ging‘s dann doch deutlich zu ästhetisch zu.
Staatsballett Hannover tanzt den Edgar Allan Poe
Queer Country: Rae Spoon

Queer Country: Rae Spoon

Bremen - Von Rolf Stein. Leicht ließe sich Rae Spoon als Kuriosum besprechen: Ein musikalisches Projekt, das queere Geschlechterpolitik und Country zusammendenkt? Country gilt ja nicht ohne Grund als konservative, wenn nicht reaktionäre Musik, auch wenn das nie die ganze Wahrheit war. Anders als in Europa und erst recht in Deutschland steckt Country in den USA und Kanada aber auch Menschen in der musikalischen DNS, die mit den politischen Botschaften dieser Musik wenig anfangen können.
Queer Country: Rae Spoon
Brecht-Schauspieler Werner Riemann feiert am Freitag seinen 85. Geburtstag

Brecht-Schauspieler Werner Riemann feiert am Freitag seinen 85. Geburtstag

Berlin - Von Volker Gebhart. Bertolt Brecht selbst hat ihn eingestellt: Werner Riemann feiert heute nicht nur seinen 85. Geburtstag. Auf den Tag genau ist er auch seit 63 Jahren am Berliner Ensemble tätig. Vom Komparsen über den Regieassistenten bis hin zum Schauspieler: Riemann ist in vielerlei Rollen geschlüpft. Seit 1999 bietet er auch Führungen durch das Haus an. Riemann ist nicht nur der dienstälteste Mitarbeiter des Theaters, sondern auch der einzige verbleibende aus der Brecht-Ära. Im Interview spricht der gelernte Drogist über Begegnungen mit Brecht.
Brecht-Schauspieler Werner Riemann feiert am Freitag seinen 85. Geburtstag
Gerhard-Marcks-Haus entdeckt die Bremer Bildhauerin Luise Kimme

Gerhard-Marcks-Haus entdeckt die Bremer Bildhauerin Luise Kimme

Bremen - Von Mareike Bannasch. In Deutschland lebte sie nur im Notfall - und das durfte jeder wissen. Luise Kimme zog es hinaus in die Welt, von ihrer Geburtsstadt Bremen zunächst nach London und New York und über einen Zwischenstopp in Düsseldorf schließlich in die Karibik. Dort, genauer gesagt auf Tobago, sollte sie endgültig den Weg zur künstlerischen Freiheit finden.
Gerhard-Marcks-Haus entdeckt die Bremer Bildhauerin Luise Kimme
„Der seltsame Fall des Benjamin Button“ in Hannover

„Der seltsame Fall des Benjamin Button“ in Hannover

Hannover - Von Jörg Worat. „Wenn mein Leben rückwärts läuft, dann kann ich immer wieder von vorne anfangen“: ein schräger Satz und ein vermeintlich unsinniger. Die Titelfigur in „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ hat jedoch allen Grund zu solchen Überlegungen, denn als Greis geboren, wird Button immer jünger. F. Scott Fitzgerald hat die gleichnamige Kurzgeschichte geschrieben, 1922 ist sie veröffentlicht worden, nun zeigt das hannoversche Staatstheater eine eigene Fassung im Ballhof.
„Der seltsame Fall des Benjamin Button“ in Hannover
Gastspiel aus Nigeria bei den Lessingtagen in Hamburg

Gastspiel aus Nigeria bei den Lessingtagen in Hamburg

Hamburg - Von Rolf Stein. Die Vorstellung von Aufklärung als humanistischem Projekt ist ja stets neu zu befragen; abgeschlossen kann das Projekt nicht sein. Gotthold Ephraim Lessing ist nicht nur einer der Protagonisten der Aufklärung, sondern auch Namenspatron der Lessingtage, die das Hamburger Thalia-Theater in diesem Jahr zum zehnten Mal feiert. Dessen Programm erweist sich zum Jubiläum in diesem Sinne als erfreulich zeitgenössisch.
Gastspiel aus Nigeria bei den Lessingtagen in Hamburg
Bremer Bürgerschaft diskutiert über das Theater

Bremer Bürgerschaft diskutiert über das Theater

Bremen - Von Jan-Paul Koopmann. Eine große Befragung des Bremer Theaterpublikums findet in näherer Zukunft nicht statt. Darauf hat sich eine deutliche Mehrheit der Abgeordneten am Dienstagabend in der Stadtbürgerschaft verständigt. Auf den ersten Blick überrascht, wie emotional die Parlamentsdebatte geführt wurde. Es klang doch erst mal wie ein Dienst an der Kunst, den sich die CDU ausgedacht hatte: Man wolle dem „Theater ein besseres Bild über sein Publikum verschaffen“, so der abgeschmetterte Antrag, das Ergebnis hätte eine „wesentlich Grundlage“ sein sollen für die „zukünftige Arbeit des Theaters“. Und dagegen wäre wohl auch kaum etwas zu sagen, würde nicht dieser Vorwurf mitschwingen: Im Moment macht das Theater schlechte Arbeit.
Bremer Bürgerschaft diskutiert über das Theater
Witzige Explosionen

Witzige Explosionen

Bremen - Von Ute Schalz-laurenze. So interessant die Besetzung Bläserquintett - Flöte, Oboe, Fagott, Horn, Klarinette - auch ist, an dem Problem, dass es nicht genug qualitativ hochstehende Literatur gibt, ist nicht vorbeizuhören. Und die Freude an überragendem Einzelkönnen und perfektem Zusammenspiel reicht auch nicht unbedingt für einen ganzen Konzertabend.
Witzige Explosionen
Bebrillt in die Apokalypse

Bebrillt in die Apokalypse

Oldenburg - Von Mareike Bannasch. 10 Tage, elf Compagnien und rund 50 Veranstaltungen: Durchaus beeindruckende Zahlen der 14. Oldenburger Tanztage, die vom 10. Mai bis 19. Mai über die Bühne gehen sollen. Es ist bereits die dritte Ausgabe unter der Federführung von Festivalleiter Burkhard Nemitz und Staatstheater-Intendant Christian Firmbach, die gestern nun Einblicke in das Programm gaben.
Bebrillt in die Apokalypse
Gestorben wird noch analog

Gestorben wird noch analog

Hamburg - Von Rolf Stein. „Was gibt es denn in der realen Welt, was hier nicht geht?“, fragt Maria einen ihrer Kunden auf einer Online-Plattform. Maria ist die Hauptfigur des gleichnamigen jüngsten Dramas von Simon Stephens, dessen Uraufführung am Wochenende im Thalia-Theater in Hamburg die Lessingtage eröffnete.
Gestorben wird noch analog
Mit Liebe in die Herzkammer

Mit Liebe in die Herzkammer

Hamburg - Von Michael Pitz-Grewenig. Klavierkonzerte mit Hélène Grimaud sind zumeist ein Abenteuer, weil die Pianistin stets Notentext und Interpretationstraditionen in Frage stellt. Das kann durchaus schiefgehen, aber auch zu faszinierenden neuen Einsichten führen, wie bei ihrem Konzert in der Hamburger Elbphilharmonie am Wochenende.
Mit Liebe in die Herzkammer
Intendant Ulrich Mokrusch: „Ich finde die Moderne spannender“

Intendant Ulrich Mokrusch: „Ich finde die Moderne spannender“

Bremerhaven - Von Rolf Stein. An der Wiener Staatsoper feierte 2018 eine Inszenierung von Giacomo Puccinis „Tosca“ 60. Geburtstag. Und überhaupt stehen in den meisten Städten die immergleichen Opern auf dem Programm. Währenddessen fristet das neuere Opernrepertoire eher ein Schattendasein. Wir haben uns in der Region umgehört, warum es neue Musik im Theater so schwer hat. Ulrich Mokrusch sorgt dafür, dass am Stadttheater Bremerhaven jedes Jahr auch neue Musik in der Oper zu hören ist.
Intendant Ulrich Mokrusch: „Ich finde die Moderne spannender“
Mit furioser Energie und ohne Angst vor Pathos

Mit furioser Energie und ohne Angst vor Pathos

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Manchmal fragt man sich, ob eine Beziehung des Komponisten zu seinem Interpreten auch in der Komposition zu hören ist. Bei Wolfgang Amadeus Mozarts Klarinettenkonzert in A-Dur, KV 622 scheint es so zu sein.
Mit furioser Energie und ohne Angst vor Pathos
Schwankhalle in Bremen eröffnet Themenschwerpunkt „Über die Dinge“

Schwankhalle in Bremen eröffnet Themenschwerpunkt „Über die Dinge“

Bremen - Von Rolf Stein. Das war wann doch ein bisschen mit Humor zu nehmen: „Schulwissen aus Klasse 9 zum Verständnis hilfreich“, heißt es im Kleingedruckten zu dem Stück „Some Significance“ von Eva Meyer-Keller, mit dem am Wochenende der Themenschwerpunkt „Über die Dinge / On Things“ in der Bremer Schwankhalle eröffnet wurde. Darin geht es tatsächlich um Dinge. Um Äpfel zum Beispiel, um Handtücher, aber auch um Alpha-Teilchen.
Schwankhalle in Bremen eröffnet Themenschwerpunkt „Über die Dinge“
Bremer Galerie K’ zeigt Gemälde von Thomas Hartmann

Bremer Galerie K’ zeigt Gemälde von Thomas Hartmann

Bremen - Von Jan-Paul Koopmann. Der Titel des Porträts in Öl lautet „Ein kluger Mann“, und das klänge schon spöttisch, wenn nicht ausgerechnet Alexander Kluge darauf zu sehen wäre. Für einen Namenswitz unerwartet subtil wird die Sache dadurch, dass Filmemacher, Autor, Philosoph und Jurist Alexander Kluge tatsächlich sehr klug ist - und dass der ihn porträtierende Maler Thomas Hartmann das vermutlich nicht bestreiten würde. „Vermutlich“, weil die paar Worte neben den Bildern sich darüber ausschweigen. Die Pointe liegt mitsamt ihrer spitzen Zwischentöne allein in der Malerei.
Bremer Galerie K’ zeigt Gemälde von Thomas Hartmann
Dezentralisierung der Perspektive

Dezentralisierung der Perspektive

Bremen - Von Rolf Stein. Der Untertitel „Budapest, Berlin, Amsterdam“, die Schwarz-Weiß-Fotos mit kühnem Schwung: Sie vermuten jetzt bestimmt, dass diese Ausstellung politische Obertöne hat. Und Sie haben natürlich Recht. Zu gewaltvoll die Zäsur, die der Zweite Weltkrieg brachte, erst recht für die ungarische Jüdin Eva Besnyö, die in der relativ frischgebackenen Weltstadt Berlin in den frühen 30er-Jahren die künstlerische Moderne entdeckt hatte.
Dezentralisierung der Perspektive
Kunstfestspiele Herrenhausen: Im Zeichen der Zehn

Kunstfestspiele Herrenhausen: Im Zeichen der Zehn

Hannover - Von Jörg Worat. Alle 36 Shakespeare-Dramen an neun Tagen? Ein Konzert um 6 Uhr morgens? Ein Hund auf der Bühne? Klar doch: Die „KunstFestSpiele Herrenhausen“ sind bekannt dafür, gerade das Unbekannte zu präsentieren. Vom 10. bis zum 26. Mai steht die zehnte Ausgabe an, gestern wurde das Programm mit 26 Produktionen und rund 90 Veranstaltungen vorgestellt.
Kunstfestspiele Herrenhausen: Im Zeichen der Zehn
„Tatortreiniger“ Bjarne Mädel gibt nach 31 Folgen den Wischmob ab

„Tatortreiniger“ Bjarne Mädel gibt nach 31 Folgen den Wischmob ab

Hamburg - Von Ulla Heyne. „Verstehst Du es denn nicht – es ist Schluss!“ Als Merle (Jule Böwe), die Dauergeliebte des „Tatortreinigers“ Schotty alias Bjarne Mädel am Sonntag bei der Preview auf der Leinwand des Hamburger Schauspielhauses das Ende verkündet, bevor „Schotty“ symbolträchtig mit dem Fahrstuhl in den Orkus des Serienendes gleitet, herrscht im Hamburger Schauspielhaus Betroffenheit.
„Tatortreiniger“ Bjarne Mädel gibt nach 31 Folgen den Wischmob ab
Armin Petras bringt seine Stuttgarter „Lulu“ nach Bremen

Armin Petras bringt seine Stuttgarter „Lulu“ nach Bremen

Bremen - Von Jan-Paul Koopmann. Ratlos müsste einen dieser Abend eigentlich nicht machen. Denn was Martyn Jacques von den Tiger Lillies bei seiner Wedekind-Lektüre umgetrieben hat, lässt sich im vorletzten Song der dazugehörigen Platte „Lulu - A Murder Ballad“ ganz einfach nachhören: Es ist die Frage, ob Jack the Ripper masturbiert, wenn er an seine Mordtaten denkt. Ob er vom Teufel besessen ist, oder zumindest glaubt, in Gottes Namen die Sünderinnen auszumerzen. Eines dieser Opfer ist Lulu - und auf der Bremer Bühne bleibt von den Frauen folgerichtig auch kaum mehr als eben diese Opfer.
Armin Petras bringt seine Stuttgarter „Lulu“ nach Bremen
Die 43. Literarische Woche Bremen ruft die „Die digitale (R)evolution“ aus

Die 43. Literarische Woche Bremen ruft die „Die digitale (R)evolution“ aus

Bremen - Von Rolf Stein. „Die Anderen“, „Herkunft & Identität“, „Der Mann in der Krise“, „Generation im Aufbruch“– seit 1976 rankt sich um die Verleihung des Bremer Literaturpreises die Literarische Woche, die jeweils ein aktuelles Thema in den Blick nimmt. So natürlich auch in diesem Jahr. Und es scheint ein besonders brennendes zu sein. Auch wenn es sich offenbar eher in der Sachliteratur als in der Belletristik niederschlägt: „Die digitale (R)evolution - Von Rolf Stein. Traum oder Albtraum?“ heißt das Thema, das anscheinend bislang eher einen sachlichen Zugang inspiriert.
Die 43. Literarische Woche Bremen ruft die „Die digitale (R)evolution“ aus
Marko Letonja und die Bremer Philharmoniker in der Glocke

Marko Letonja und die Bremer Philharmoniker in der Glocke

Bremen – Sie sind aus dem Konzertbetrieb nicht mehr wegzudenken – die Neujahrskonzerte. 45 Millionen Menschen weltweit sollen in diesem Jahr allein die TV-Übertragung der Wiener Philharmoniker verfolgt haben. Mit viel Beifall und etlichen Bravo-Rufen hat das Publikum gestern in der voll besetzten Glocke nun die Bremer Philharmoniker und ihren Generalmusikdirektor Marko Letonja für ein erstklassiges Neujahrskonzert belohnt.
Marko Letonja und die Bremer Philharmoniker in der Glocke
Dramaturgin Brigitte Heusinger spricht über neue und alte Opern

Dramaturgin Brigitte Heusinger spricht über neue und alte Opern

Bremen – An der Wiener Staatsoper feierte im April 2018 eine Inszenierung von Giacomo Puccinis „Tosca“ 60. Geburtstag, die in ihrem langen Leben schon rund 600 Mal gezeigt worden war. Noch älter ist Hans Schülers Inszenierung von Richard Wagners „Parsifal“ am Nationaltheater Mannheim, die am 14. April 1957 Premiere feierte und bis heute auf dem Spielplan steht.
Dramaturgin Brigitte Heusinger spricht über neue und alte Opern
Theater des Schlachthofs bezieht Ausweichquartier an der Weser

Theater des Schlachthofs bezieht Ausweichquartier an der Weser

Bremen – Von Jan-Paul Koopmann. Es war dann doch ein kurzes Vergnügen mit dem neuen Theater im Bremer Schlachthof. Vor nicht einmal zwei Jahren hatte man dort Eröffnung gefeiert. Aus dem Proberaum im alten Wasserturm des Kulturzentrums war ein richtiges kleines Theater geworden – mit Bühne und Platz für Publikum. Und jetzt baut sich Theaterleiter Tobias Pflug schon wieder ein Theater. Diesmal an der Weser, direkt hinter dem Neustädter Bahnhof, nur ein paar Meter von den Pusdorf Studios entfernt – einem weiteren frisch gebackenen Hotspot der freien Szene.
Theater des Schlachthofs bezieht Ausweichquartier an der Weser
Die Bremer Glocke präsentiert „MIKIs Takeover! Ensemble“ mit Joy Denalane

Die Bremer Glocke präsentiert „MIKIs Takeover! Ensemble“ mit Joy Denalane

Bremen – Sie wurde vom „Focus“ als „Queen of German Soul“ bezeichnet, er ist hauptberuflich Erster Konzertmeister beim Symphonieorchester Bergen, aber gleichzeitig auch Leiter und Begründer des „Takeover! Ensembles“. Die Rede ist von der Sängerin Joy Denalane und dem Geiger Mihalj Kekenj, die am Dienstag zu einem bemerkenswerten Konzert in der Bremer Glocke zusammenfanden.
Die Bremer Glocke präsentiert „MIKIs Takeover! Ensemble“ mit Joy Denalane
Neo-Soul-Band Rhonda veröffentlicht ihr drittes Album

Neo-Soul-Band Rhonda veröffentlicht ihr drittes Album

Bremen – Mit ihrem Neo-Soul war die Band Rhonda ein Aushängeschild der Bremer Musikszene – auch wenn sie von Anfang an nur zum Teil von der Weser kam. Entstanden war das Quintett 2012 aus den Trümmern der Bremer Trashmonkeys. Mit dem Debüt-Album „Raw Love“ (2014) und dem Nachfolgewerk „Wire“ (2017) platzierten sich Rhonda in den deutschen Album-Charts. Am Freitag erscheint nun mit „You Could Be Home Now“ das dritte Album von Rhonda.
Neo-Soul-Band Rhonda veröffentlicht ihr drittes Album
Beitrag zur Aufklärung

Beitrag zur Aufklärung

Hannover – von Jörg Worat. Man solle für den Besuch einer Ausstellung viel Zeit mitbringen – das ist schnell gesagt und kann zuweilen fast floskelhaft wirken. Bei der neuen Präsentation im Museum August Kestner ist die Aufforderung allerdings ohne Wenn und Aber angebracht: „Spuren der NS-Verfolgung“, im Untertitel „Über Herkunft und Verbleib von Kulturgütern in den Sammlungen der Stadt Hannover“, ist unmöglich mit einem schnellen Rundgang zu erfassen.
Beitrag zur Aufklärung
Interview: Dirk Darmstaedter über die Reunion seiner Band The Jeremy Days

Interview: Dirk Darmstaedter über die Reunion seiner Band The Jeremy Days

Hamburg – Von Reinhard Franke. In der zweiten Hälfte der 80er-Jahre waren sie Deutschlands Antwort auf Bands wie The Smiths oder Lloyd Cole & The Commotions: Die Hamburger Band The Jeremy Days verkaufte von ihrem 1988 erschienenen Debüt-Album 150 000 Exemplare, ihre Single „Brand New Toy“ erreichte Platz elf in den Charts. 1996 war Schluss, die Musiker gingen ihrer Wege. Am 18. Januar stehen sie im Hamburger Club Docks fast in Originalbesetzung wieder auf einer Bühne. Wir sprachen mit Sänger und Gitarrist Dirk Darmstaedter über die Gründe für die Reunion und das, was danach geplant ist.
Interview: Dirk Darmstaedter über die Reunion seiner Band The Jeremy Days
Zwischen Siegerposen: Eine Ausstellung über Dimitri Peters

Zwischen Siegerposen: Eine Ausstellung über Dimitri Peters

Hannover –  Von Jörg Worat. Es hat gute Gründe, dass die „Galerie für Fotografie“ im hannoverschen Kulturzentrum „Eisfabrik“ schon bald nach der Gründung weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt geworden ist.
Zwischen Siegerposen: Eine Ausstellung über Dimitri Peters
Magazine „Spex“, „Intro“ und „Groove“ sind ab sofort Geschichte

Magazine „Spex“, „Intro“ und „Groove“ sind ab sofort Geschichte

Syke – Von Jan-Paul Koopmann. Gestorben wird immer. Das gilt selbst im Pop, der ja recht geschickt darin ist, einem das Gegenteil glauben zu machen – mit seinen Revivals, den ewigen Wiederholungen und dieser Übermenschlichkeit seiner Stars.
Magazine „Spex“, „Intro“ und „Groove“ sind ab sofort Geschichte