Ressortarchiv: Kultur

Video auf Vinyl feiert Premiere in Bremen

Video auf Vinyl feiert Premiere in Bremen

Bremen - Wenn heute in Bremen „Die große Musikvideoshow“ über Bühne und Leinwand des Modernes geht, feiert auch ein eigenwilliges Format seine Premiere: Als „das erste allgemein erhältliche Vinyl-Video der Welt“ kündigen die Veranstalter den Clip zu dem Song „Voodoo Doll“ von den Courettes an.
Video auf Vinyl feiert Premiere in Bremen
Achim Freyer inszeniert in Hamburg Schumanns „Szenen aus Goethes Faust“

Achim Freyer inszeniert in Hamburg Schumanns „Szenen aus Goethes Faust“

Hamburg - Von Michael Pitz-Grewenig. Ist Robert Schumann tatsächlich der undramatische Komponist schlechthin? Die Fakten scheinen dafür zu sprechen, werden doch seine musikdramatischen Werke selten aufgeführt. Dabei hat Schumann sich fast zeitlebens mit Johann Wolfgang von Goethes Drama „Faust“ und dessen kompositorischer Umsetzung beschäftigt.
Achim Freyer inszeniert in Hamburg Schumanns „Szenen aus Goethes Faust“
Theater Bremen zeigt „Knausgård V: Träumen“

Theater Bremen zeigt „Knausgård V: Träumen“

Bremen - Von Rolf Stein. Was Karl Ove Knausgårds radikalautobiografischen sechsteiligen Romanzyklus „Min Kamp“ nebst anderem auszeichnet, ist, dass einem der Autor, der zugleich auch die Hauptperson ist, manchmal gerade unangenehm nahe kommt. Was natürlich Absicht ist. So narzisstisch das Unternehmen, möglichst alles aufzuschreiben, was einem Menschen in den ersten vier Lebensjahrzehnten widerfährt, auch sein mag; dass dabei auch die weniger sympathischen Seiten einer Persönlichkeit zum Vorschein kommen, gehört zum Programm.
Theater Bremen zeigt „Knausgård V: Träumen“
Liszts Oratorium „Christus“ im Bremer Dom

Liszts Oratorium „Christus“ im Bremer Dom

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Das textlose gewaltige Orchesterbild „Das Wunder“ aus dem 1873 in Weimar uraufgeführten Oratorium „Christus“ von Franz Liszt zeichnet gemäß den kompositorischen Prinzipien der sogenannten „neudeutschen Schule“ unmissverständlich einen Seesturm und seine Beruhigung nach.
Liszts Oratorium „Christus“ im Bremer Dom
Macbeth ganz besonders blutig

Macbeth ganz besonders blutig

Hannover - Von Jörg Worat. Wenn vor der Theateraufführung Plastikumhänge an die Besucher verteilt werden, die ganz vorne sitzen, sollte das zu denken geben. Zweifellos ist Shakespeares „Macbeth“ ein blutiges Stück – so deutlich wie im Schauspielhaus bekommt man das allerdings selten demonstriert. Der rote Saft fließt hier in Strömen, und daher ist es nur logisch, dass die Akteure den Schlussbeifall mächtig ramponiert entgegennehmen.
Macbeth ganz besonders blutig
Carolin Haupt widmet Bettina Wegner und Christa Wolf einen Theaterabend

Carolin Haupt widmet Bettina Wegner und Christa Wolf einen Theaterabend

Hannover - Von Jörg Worat. Ein Abend über Bettina Wegner und Christa Wolf, garniert mit DDR-Rock – lauert da die Gefahr von ostalgischem Pathos am Horizont? Mag sein, doch Carolin Haupt umschifft sie souverän. Und beweist mit ihrem Programm „Ich wollt’ ein Lied, DAS Lied, und kann’s nicht schreiben“, dass es nicht immer die gewaltigen, bildmächtigen, ausführlichen Theaterabende auf der großen Bühne sein müssen: Eine rund einstündige Inszenierung mit sparsamen Mitteln kann sogar größeren Eindruck hinterlassen – wenn die Gestaltung denn stimmt.
Carolin Haupt widmet Bettina Wegner und Christa Wolf einen Theaterabend
Daheim in Hemelingen: Drei Abende mit The Dad Horse Experience

Daheim in Hemelingen: Drei Abende mit The Dad Horse Experience

Bremen - Ob es Zufall ist, dass die dreitägige Konzertreihe der Bremer One-Man-Band The Dad Horse Experience ausgerechnet an Allerheiligen beginnt, ist nicht ganz eindeutig. Immerhin bezeichnet der Künstler Ottn, der dieses eigenwillige Projekt betreibt, seine Musik immerhin als Keller-Gospel.
Daheim in Hemelingen: Drei Abende mit The Dad Horse Experience
„Baila Espana“ startet mit Doppelabend

„Baila Espana“ startet mit Doppelabend

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Der gute Besuch in der Bremer Schwankhalle zeigt schon allein den guten Ruf, den die Arbeit des „Steptext Dance Project“ hat. Der künstlerische Leiter Helge Letonja präsentiert zurzeit zum siebten Mal ein viertägiges Tanzfestival in Zusammenarbeit mit dem Instituto Cervantes und der Kulturabteilung der spanischen Botschaft.
„Baila Espana“ startet mit Doppelabend
Film „Aufbruch in die Freiheit“ erzählt die Geschichte einer Abtreibung

Film „Aufbruch in die Freiheit“ erzählt die Geschichte einer Abtreibung

Syke/Hamburg - Von Katia Backhaus. Das Wort Abtreibung hat etwas Verhuschtes: etwas wegtreiben, wegscheuchen. Am besten so, dass es keiner mitkriegt: Ist nochmal gut gegangen, ich komm‘ schon klar. Abtreibung ist ein Thema, über das man nicht gern spricht. Auch im Jahr 2018.
Film „Aufbruch in die Freiheit“ erzählt die Geschichte einer Abtreibung
Zwei Isländerinnen aus Bremen zeigen „HAF“ im Güterbahnhof

Zwei Isländerinnen aus Bremen zeigen „HAF“ im Güterbahnhof

Bremen - Von Rolf Stein. Ein rustikaler Tresen ist das erste, was wir bei Betreten der Ausstellung sehen, deren vollständiger Titel „HAF – Margrét Rós Hardardóttir / Jónína Mjöll Thormodsdottir“ lautet. Und zumindest zur Eröffnung heute Abend gibt es dort auch Schnaps, lakritzig schwarz und stark. Ein Stoff, der auf seine Weise einstimmen kann auf die Kunst, die in den Räumen von Tor 40 auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs zu sehen ist.
Zwei Isländerinnen aus Bremen zeigen „HAF“ im Güterbahnhof
Für 432.500 Dollar versteigert: Dieses Bild hat ein Computer gemalt

Für 432.500 Dollar versteigert: Dieses Bild hat ein Computer gemalt

Beim Auktionshaus Christie's in New York ist am Donnerstag erstmals ein Kunstwerk unter den Hammer gekommen, das nicht von einem Menschen, sondern mittels eines Algorithmus gemalt wurde.
Für 432.500 Dollar versteigert: Dieses Bild hat ein Computer gemalt
Wilhelm-Wagenfeld-Haus zeigt dänisches Design: Möbel für die Welt

Wilhelm-Wagenfeld-Haus zeigt dänisches Design: Möbel für die Welt

Bremen - Von Mareike Bannasch. Bis heute sorgt die Sehnsucht nach Gemütlichkeit, langlebiger Qualität und natürlichen Materialien dafür, dass „Hygge“ nicht mehr nur ein Begriff aus Einrichtungsmagazinen, sondern vielen Deutschen geläufig ist. Kein Wunder also, dass die Duden-Redaktion „Hygge“ vor einem Jahr in ihr Nachschlagewerk aufgenommen hat. Doch woher kommt die auch hierzulande massive Faszination für dänisches Design?
Wilhelm-Wagenfeld-Haus zeigt dänisches Design: Möbel für die Welt
Hochkultur im Softporno: „Valentina“ von Guido Crepax

Hochkultur im Softporno: „Valentina“ von Guido Crepax

Syke - Von Jan-Paul Koopmann. Komisch eigentlich, dass dem Comic als Gattung heute nachgesagt wird, er habe einst als Schmuddelmedium gegolten, als Pornografie sogar. Wenn man nämlich nachfragt, fällt kaum jemandem ein Titel ein. Das liegt nicht etwa daran, dass Serien wie „Valentina“ vergessen wären, sondern weil einem beim Blättern heute das Wort Schund nicht mehr in den Sinn kommt. Gemeint waren aber trotzdem: Valentina, Barbarella oder Jodelle – Comic-Heldinnen, die zumindest in den 60ern und 70ern als Schmierfiguren galten.
Hochkultur im Softporno: „Valentina“ von Guido Crepax
Die Künstler des Blaumeier-Ateliers beschäftigen sich mit Grenzen

Die Künstler des Blaumeier-Ateliers beschäftigen sich mit Grenzen

Bremen - Von Rolf Stein. Es ist beinahe verwunderlich, dass die Künstler des Blaumeier-Ateliers sich erst jetzt mit dem Thema Grenzen auseinandersetzen. Weil das Thema ja schon seit ein paar Jahren im politischen Diskurs Hochkonjunktur hat – und schon gar nicht zum ersten Mal.
Die Künstler des Blaumeier-Ateliers beschäftigen sich mit Grenzen
„La Damnation de Faust“ von Hector Berlioz feiert Premiere in Oldenburg

„La Damnation de Faust“ von Hector Berlioz feiert Premiere in Oldenburg

Oldenburg - Von Markus Wilks. Eine Oper nach Goethes „Faust“ ist am Oldenburgischen Staatstheater nicht zu sehen, soll es auch nicht. Vielmehr kam „La Damnation de Faust“ („Fausts Verdammnis“) zur Premiere – eine „Dramatische Legende“ von Hector Berlioz, die opernartig Szenen aus „Faust“ verarbeitet und sich damit zugleich beim Original bedient, so wie es sich von ihm distanziert.
„La Damnation de Faust“ von Hector Berlioz feiert Premiere in Oldenburg
Yoel Gamzou dirigiert zweites Abokonzert der Bremer Philharmoniker in der Glocke

Yoel Gamzou dirigiert zweites Abokonzert der Bremer Philharmoniker in der Glocke

Bremen - Von Markus Wilks. Seine Hingabe an die Musik und seine Körpersprache erinnern an den unvergessenen Leonard Bernstein. Im zweiten Abokonzert der Saison überträgt Yoel Gamzou sein Musiziergefühl auf die fulminant spielenden Bremer Philharmoniker, die Korngolds groß dimensionierte Fis-Dur-Sinfonie meisterhaft interpretieren und zuvor in Mozarts Klarinettenkonzert subtil begleiten.
Yoel Gamzou dirigiert zweites Abokonzert der Bremer Philharmoniker in der Glocke
Karin Beier bringt im Deutschen Schauspielhaus „König Lear“ auf die Bühne

Karin Beier bringt im Deutschen Schauspielhaus „König Lear“ auf die Bühne

Hamburg - Von Rolf Stein. Es klingt beinahe wie ein Selbstläufer: Die apokalyptische Erben-Tragödie „König Lear“ mit Edgar Selge in der Titelrolle und in der Regie von Shakespeare-Expertin Karin Beier. Zu sehen gibt es das seit dem vergangenen Wochenende im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg – das mit der Premiere des „Lear“ nach umfangreichen Renovierungsarbeiten zugleich Wiedereröffnung feierte. Und es ist tatsächlich ein durchaus großer Abend geworden, der das Zeug zum Verstören hat.
Karin Beier bringt im Deutschen Schauspielhaus „König Lear“ auf die Bühne
Michael Talke inszeniert Verdis „Maskenball“ am Goetheplatz

Michael Talke inszeniert Verdis „Maskenball“ am Goetheplatz

Bremen - Von Michael Pitz-Grewenig. Maskierungen auf der Opernbühne wirken oft schwer begreiflich, meist agieren die Figuren dahinter putzig begriffsstutzig. Da begleitet ein Mann eine Frau, und weil sie sich abwendet, bemerkt er nicht, dass es die eigene Ehefrau ist.
Michael Talke inszeniert Verdis „Maskenball“ am Goetheplatz
Sprengel-Museum zeigt Pakosta

Sprengel-Museum zeigt Pakosta

Hannover - Von Jörg Worat. Vorne bizarre, teils riesengroße Köpfe, hinten beinharte Abstraktion in teils grellen Farbkontrasten: Ohne nähere Kenntnisse würde man wohl kaum auf die Idee kommen, dass die Werke in der Wechselausstellungs-Halle des Sprengel-Museums von ein und derselben Hand stammen. Doch so ist es – Florentina Pakosta schert sich wenig um gängige Stil-Zuordnungen.
Sprengel-Museum zeigt Pakosta
Flinnworks und Quartett Plus 1 zeigen „Kosa La Vita“ am Theater Bremen

Flinnworks und Quartett Plus 1 zeigen „Kosa La Vita“ am Theater Bremen

Bremen - Von Rolf Stein. Die Geschichte klingt fast bizarr: Ausgerechnet von Mannheim aus sollen Dr. Ignace Murwanashyaka und Straton Musoni im Jahr 2009 Massaker im Kongo angeordnet haben. Der eine als Präsident, der andere als Vize-Präsident der Hutu-Miliz FDLR. FDLR steht für Forces Démocratiques de Libération du Rwanda, zu Deutsch: Demokratische Kräfte zur Befreiung Ruandas.
Flinnworks und Quartett Plus 1 zeigen „Kosa La Vita“ am Theater Bremen
Daniel Kahn und seine Band The Painted Bird gastieren in der Kreissparkasse Syke

Daniel Kahn und seine Band The Painted Bird gastieren in der Kreissparkasse Syke

Syke - Von Jan-Paul Koopmann. Es bleibe noch ein bisschen „sozial-ökonomisch“, kündigt Daniel Kahn seinen dritten Song an: „Das ist ein Gangster-Rap. Aus Istanbul. Auf Jiddisch. Er handelt von Marx’ Theorie des Warenfetischismus.“ Und das trifft nicht nur den Genremix, sondern macht gemessen am insgesamt doch eher unerfreulichen Thema auch noch ziemlich gute Laune.
Daniel Kahn und seine Band The Painted Bird gastieren in der Kreissparkasse Syke
Die Kunsthalle Bremen zeigt den anderen Hans Christian Andersen

Die Kunsthalle Bremen zeigt den anderen Hans Christian Andersen

Bremen - Von Mareike Bannasch. In Kopenhagen nannten sie ihn Orang-Utan, an der Ballettschule hatten sie für seine großen Füße nur Hohn und Spott übrig und für Clara Schumann war er „der hässlichste Mann, den es nur geben kann“ – kein Wunder, dass Hans Christian Andersen mit dem hässlichen Entlein den Archetyp des Außenseiters schuf. Ein depressiver Tropf, der am Ende zum stolzen Schwan wird. Eine Geschichte, die sich beim Autor wiederholen sollte: Andersen wurde nicht nur der am häufigsten fotografierte Däne seiner Tage, sondern ist bis heute einer der meistgelesenen Autoren der Welt.
Die Kunsthalle Bremen zeigt den anderen Hans Christian Andersen
Bremer Shakespeare Company zeigt Mike Bartletts „Love, Love, Love“ 

Bremer Shakespeare Company zeigt Mike Bartletts „Love, Love, Love“ 

Bremen - Von Rolf Stein. Manchmal braucht es nur so wenig: Da steht Markus Seuß vorn an der Rampe, Brille, Polo-Hemd, schütteres Haar und guckt. Irgendwie leer, irgendwie auch selbstzufrieden, jegliche Körperspannung scheint aus ihm gewichen. Seuß spielt, nein, er ist in diesem Moment Kenneth aus Mike Bartletts „Love, Love, Love“, das am Donnerstag im Theater am Leibnizplatz seine deutsche Erstaufführung feierte (Übersetzung: Lorenz Langenegger). Etwa eine Stunde zuvor haben wir Kenneth als jungen Mann kennengelernt, dem Elternhaus frisch entronnen, in Oxford eingeschrieben, an kaum etwas weniger interessiert als an seinem Studium.
Bremer Shakespeare Company zeigt Mike Bartletts „Love, Love, Love“ 
Aufbauen, wo andere abreisen

Aufbauen, wo andere abreisen

Delmenhorst - Von Hannah Wolf. Georg Winter hat eine Menge komischer Ideen. Das Konzept der „Stadtverschafung“ etwa. „Stadtverschafung“? Kein Witz! Auch wenn es mit Humor viel zu tun hat. Wie, das zeigt die Städtische Galerie Delmenhorst noch bis zum 11. November.
Aufbauen, wo andere abreisen
Gastspielmonat der freien Szene in der Schwankhalle neigt sich dem Ende zu

Gastspielmonat der freien Szene in der Schwankhalle neigt sich dem Ende zu

Bremen - Von Rolf Stein. So langsam neigt sich der Gastspielmonat der freien Szene in der Schwankhalle dem Ende zu, am Sonntag wird das „Spotlight auf die Freien Darstellenden Künste in Bremen“, wie der Veranstaltungsschwerpunkt offiziell heißt, ausgeknipst, mit einer Voraufführung – einem Aufschlag also, der auch bedeutet: Es geht weiter.
Gastspielmonat der freien Szene in der Schwankhalle neigt sich dem Ende zu
Die neue Leitung der Tanzsparte am Theater Bremen stellt sich vor

Die neue Leitung der Tanzsparte am Theater Bremen stellt sich vor

Bremen - Von Rolf Stein. Es war eine der wenigen essenziellen Personalien, die bei der jüngsten, von Kontinuitäten geprägten Spielzeitkonferenz am Theater Bremen verkündet wurde: Dass nämlich Samir Akika, Leiter der Tanzsparte des Hauses, nun nur noch als Choreograf am Haus arbeiten wolle.
Die neue Leitung der Tanzsparte am Theater Bremen stellt sich vor
Giuseppe Verdis „Ein Maskenball“: Die Frage nach Sein und Schein

Giuseppe Verdis „Ein Maskenball“: Die Frage nach Sein und Schein

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze. Mit „Rigoletto“, „Il Trovatore“ und „La Traviata“ hatte Giuseppe Verdi 1850,1852 und 1853 die Operntrias geschrieben, die ihn weltberühmt machte. In der Folgezeit differenzierte er weiter seine Musiksprache für seine lebenslange Kernfrage, warum und wie das Individuum in den Normen der Gesellschaft zerrieben wird. Nun inszeniert Michael Talke nach „Rigoletto“ seine zweite Verdi-Oper am Theater Bremen: „Ein Maskenball“ von 1859, in dem sich politischer Aufstand und leidenschaftliche Liebe miteinander verschränken. Wir haben mit dem Regisseur vor der Premiere gesprochen.
Giuseppe Verdis „Ein Maskenball“: Die Frage nach Sein und Schein
Revolutionen von gestern - im Bremer Amateur-Theater

Revolutionen von gestern - im Bremer Amateur-Theater

Bremen - Von Jan-Paul Koopmann. Was heißt schon Amateur? Das wird man sich zur Gründung des BAT gefragt haben, sonst stünde das Wort heute ja nicht auf dem Türschild. BAT, das steht für „Bremer Amateur Theater“. Und ein Laie, der sich selbst Amateur nennt, muss großes Selbstbewusstsein haben, weil er ja weiß, wie abwertend das bös’ kleinmachende Wort klingen kann.
Revolutionen von gestern - im Bremer Amateur-Theater
GAF Galerie für Fotografie zeigt Arbeiten von Heiner Müller-Elsner

GAF Galerie für Fotografie zeigt Arbeiten von Heiner Müller-Elsner

Hannover - Von Jörg Worat. Wenn eine Fotoausstellung „Wonderworld“ heißt, denkt man vielleicht spontan an zauberhafte Aufnahmen von Wäldern, Meeren oder Parkanlagen. Eher unwahrscheinlich, dass da Bilder von nächtlichen Schweißarbeiten an Bahnschienen oder einer Bodengruppe-Roboterstraße bei BMW vor dem geistigen Auge erscheinen – doch genau solche Motive zeigt die Ausstellung von Heiner Müller-Elsner in der „Galerie für Fotografie“. Und sie straft den Titel keineswegs Lügen.
GAF Galerie für Fotografie zeigt Arbeiten von Heiner Müller-Elsner
„Neunte Kunst“: Vielfältige Comics und Graphic Novels aus aller Welt

„Neunte Kunst“: Vielfältige Comics und Graphic Novels aus aller Welt

Comics und Graphic Novels spiegeln auf vielfältige Weise Zeit und Kultur, aus denen sie stammen. Egal ob augenscheinlich zugängliche Werke wie „Asterix - der Gallier“ oder künstlerisch anspruchsvolle Bild-Erzählungen aus Fernost.
„Neunte Kunst“: Vielfältige Comics und Graphic Novels aus aller Welt
Chirurgenmesser statt magischem Spiegel

Chirurgenmesser statt magischem Spiegel

Hannover - Von Jörg Worat. Schneewittchen und die sieben Ärzte: Irgendwie war ja klar, dass Hannovers Ballettdirektor Jörg Mannes, seit jeher der Verfremdung märchenhafter Stoffe zugetan, auch diesen Klassiker nicht unangetastet lassen würde. Die Uraufführung im Opernhaus beginnt etwas schleppend, kommt zwischendurch aus technischen Gründen zum Stillstand und nimmt dann rasant Fahrt auf.
Chirurgenmesser statt magischem Spiegel
Oldenburgisches Staatstheater überträgt Jacques Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ ins Zeitalter des Internets

Oldenburgisches Staatstheater überträgt Jacques Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ ins Zeitalter des Internets

Oldenburg - Von Erik Hermann. Auf die Frage, was man bei seiner Inszenierung von Jacques Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ im Kleinen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters erwarten könne, sagte Regisseur Felix Schrödinger: „Den Zuschauer erwartet all das, was man von einer guten Operette erwarten kann: Humor, schmissige Musik, Tanz, Erotik und – typisch für Offenbach – eine große Portion Gesellschaftskritik.“ Er hat nicht zuviel versprochen.
Oldenburgisches Staatstheater überträgt Jacques Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ ins Zeitalter des Internets
Moving Targets feiern Comeback

Moving Targets feiern Comeback

Bremen - Von Rolf Stein. Das erste Mal, dass die Welt außerhalb Bostons von den Moving Targets erfuhr, dürfte 1984 gewesen sein, als die Zusammenstellung „Bands That Could Be God“ erschien – Bands, die Gott sein könnten. Und zumindest ein wenig davon löste die Band um Ken Chambers in den Jahren, die da kamen, ein, indem sie eine treue Gemeinde um sich scharte: Die Moving Targets wurden das, was man vielleicht Kult-Band nannte. Durchaus einflussreich, von mehr oder weniger eingeschworenen Kreisen verehrt, vom Mainstream eher ignoriert. 1991 war das Trio zum letzten Mal in Bremen gewesen, im Wehrschloss noch. Wenige Jahre später gab Chambers die Moving Targets auf, außer ein paar Solo-Alben ließ er nicht mehr von sich hören.
Moving Targets feiern Comeback
Asterix feiert Jubiläum: Faustkampf, Wildschwein, Hinkelstein

Asterix feiert Jubiläum: Faustkampf, Wildschwein, Hinkelstein

Syke - Von Jan-Paul Koopmann. Wir befinden uns im Jahr 50 vor Christus, ganz Gallien ist von den Römern besetzt – und die Chancen stehen ziemlich gut, dass Sie wissen, wie es weitergeht. Ganze 99 Prozent der Deutschen kennen Asterix, sagt jedenfalls der Ehapa-Verlag.
Asterix feiert Jubiläum: Faustkampf, Wildschwein, Hinkelstein
„Steppenwolf“ in Oldenburg: Lachen bis zum Tod

„Steppenwolf“ in Oldenburg: Lachen bis zum Tod

Oldenburg - Von Mareike Bannasch. Es widert ihn an: die Korruption der Mächtigen da oben, die Manipulation durch die Medien und dann auch noch das ständige Gerede vom Krieg. Als hätte der letzte Flächenbrand nicht genug Unheil angerichtet. Kein Wunder, dass er sich da lieber im Zimmer verkriecht und zur Flasche greift. Fernab all dieser Idioten.
„Steppenwolf“ in Oldenburg: Lachen bis zum Tod
Zweifel an der moralischen Courage

Zweifel an der moralischen Courage

Oldenburg - Von Rolf Stein. Gerade erst hat Ulrike Syha für das Staatstheater Karlsruhe in dem Stück „Nora, Hedda und ihre Schwestern“ drei Dramen von Ibsen kompakt in eines verwandelt. Und eventuell könnte man da beim nächsten Mal Fontanes „Effie Briest“ noch einarbeiten. Vielleicht würde das allen Beteiligten noch ein bisschen Schwung verleihen. Denn die Frauenfrage ist bekanntlich noch nicht gelöst.
Zweifel an der moralischen Courage
Tourneetheater Bremen spielt Benefiz-Satire

Tourneetheater Bremen spielt Benefiz-Satire

Bremen - Von Mareike Bannasch. Harald Schmidt hatte keine Zeit, Uschi Glas will niemand dabei haben, und Mesut Özil? Der braucht doch selbst ein Benefiz. Also bleibt den fünf Protagonisten von „Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner“, im Rahmen von „Spotlight“, dem Gastspielmonat der freien Bremer Szene in der Schwankhalle, nur eins: die mangelnde Promidichte beim Spendenabend für eine Schule in Guinea-Bissau, den sie gerade proben, mit viel Enthusiasmus wettzumachen.
Tourneetheater Bremen spielt Benefiz-Satire
Kulturkirche zeigt Arbeiten der Klasse von Jean-François Guiton

Kulturkirche zeigt Arbeiten der Klasse von Jean-François Guiton

Bremen - Von Rolf Stein. Es ist ein Debüt: Zwar hat die Stephani-Kirche erst recht seit ihrer Profanierung schon einiges gesehen. Aber eben noch keine zeitgenössische Medienkunst. Allerdings ist das nicht das einzige Debüt im Zusammenhang mit der Ausstellung „Gruppenbild – 25 Jahre Klasse Jean-François Guiton“, die heute Abend eröffnet wird. Guiton, der 20 Jahre an der Bremer Kunsthochschule lehrte und nun emeritiert wird, hat seine Studenten offenbar zum interdisziplinären Denken verführt.
Kulturkirche zeigt Arbeiten der Klasse von Jean-François Guiton
„Mensch, Puppe!“ zeigt „Dracula“

„Mensch, Puppe!“ zeigt „Dracula“

Bremen - Von Katia Backhaus. „Der Vampir ist überall dort, wo Menschen leben. Er stirbt nicht aus.“ Der Vampir, ein ewig düsteres Wesen, geboren aus dem menschlichen Abgrund? Leo Mosler lädt in roter Livree, mit übereinandergeschlagenen Beinen im Grafensessel, zu Beginn von „Dracula“ nach Bram Stoker im Bremer Figurentheater „Mensch, Puppe!“ süffisant zum Nachdenken ein.
„Mensch, Puppe!“ zeigt „Dracula“
Alize Zandwijk bringt „Schimmelreiter“ auf die Bühne

Alize Zandwijk bringt „Schimmelreiter“ auf die Bühne

Bremen - Von Jan-Paul Koopmann. Als am Ende der Sturm losbricht, ist die Katastrophe längst passiert. Da mögen sich die Bäume noch so bedrohlich neigen, Dinge buchstäblich durch die Luft fliegen und Menschen sterben – in Alize Zandwijks Inszenierung von Theodor Storms „Schimmelreiter“ ist die Naturgewalt zwar schrecklich-schön anzusehen, darum aber nicht die Hauptsache.
Alize Zandwijk bringt „Schimmelreiter“ auf die Bühne
Rapperin Haiyti gastiert im Tower in Bremen

Rapperin Haiyti gastiert im Tower in Bremen

Bremen - Von Gareth Joswig. Wenn man den Text verkackt und deswegen der Beat aufhört, muss wenigstens der Goldzahn noch blinken. Und das tut er, denn Haiyti lächelt. „Heute ist lustig, Bremen. Ist Samstag?“, fragt sie ihr Publikum am Sonntag im Tower. Dann krächzt sie mit schriller Stimme: „Rewind!“, und der DJ spielt ihren Song „Avanti“ zum dritten Mal von vorne. Es ist Tag Nummer drei der „ATM Tour Cash Out“-Tournee. Alles sitzt so gut es muss, wenn man punky sein will.
Rapperin Haiyti gastiert im Tower in Bremen
Kim Wilde kommt mit Bruder und Nichte nach Bremen

Kim Wilde kommt mit Bruder und Nichte nach Bremen

Bremen - Von Rolf Stein. Es dürfte heiß gewesen sein – aber Kim Wilde ließ sich nichts anmerken. Wobei: Vielleicht doch. Ausgerechnet einen ihrer größten Erfolge, ihre Version des Supremes-Klassikers „You Keep Me Hanging On“, versemmelt die britische Sängerin.
Kim Wilde kommt mit Bruder und Nichte nach Bremen
Montserrat Caballé stirbt mit 85 Jahren: „Die Beste der Besten“

Montserrat Caballé stirbt mit 85 Jahren: „Die Beste der Besten“

Barcelona - Sie wolle auf der Bühne sterben, hatte Montserrat Caballé immer gesagt. Die Spanierin, die als die letzte große Operndiva galt, tat ihren letzten Atemzug aber in einem Krankenbett in ihrer Geburtsstadt Barcelona – am Samstag im Alter von 85 Jahren. Die Sopranistin wurde über die Grenzen ihres Faches hinaus weltberühmt.
Montserrat Caballé stirbt mit 85 Jahren: „Die Beste der Besten“
Ist die Gesellschaft, wie sie einmal war?

Ist die Gesellschaft, wie sie einmal war?

Syke - Von Katia Backhaus. „Digitalisierung ist zu einer Weltformel geworden“ (Christoph Neuberger), „Das Fernsehen ist nicht mehr das, was es einmal war“ (Angela Keppler), „Wenn man sich heute mit dem Medium Buch … beschäftigt, fühlt man sich wie in einem Museum vergangener, aber noch immer auffälliger Artefakte.“ (Sven Murmann). Gleich mehrere der 14 Beiträge des aktuellen „Kursbuchs“ #realitycheck_medien beginnen mit dem Bruch zwischen Medienvergangenheit und -zukunft. Ihnen zugrunde liegt die Frage nach dem Verhältnis von Medien und Gesellschaft: Wie erzeugen Medien eine gemeinsame Welt? Und das bedeutet auch: Ist die Gesellschaft noch so, wie sie einmal war?
Ist die Gesellschaft, wie sie einmal war?
Staatsschauspiel Hannover zeigt „Der Club“ nach Takis Würger

Staatsschauspiel Hannover zeigt „Der Club“ nach Takis Würger

Hannover - Von Jörg Worat. Um kaum etwas wird in Hannovers Theaterszene zurzeit derartig viel Gedöns gemacht wie um die Bühnenfassung von Takis Würgers Roman „Der Club“. Zumindest was die Resonanz anbelangt: Die Interessenten reißen sich nachgerade um die Karten; alle Oktober-Vorstellungen sind bereits ausverkauft, erst für den November gibt es wieder Tickets. Offenbar haben die teils enthusiastischen Besprechungen des Buchs entsprechende Begehrlichkeiten geweckt.
Staatsschauspiel Hannover zeigt „Der Club“ nach Takis Würger
#RetteDeinTheater: Theater und Orchester im Land gehen auf die Barrikaden

#RetteDeinTheater: Theater und Orchester im Land gehen auf die Barrikaden

Göttingen/Hannover - Theater und Orchester in Niedersachsen fordern mehr Geld vom Land. Die Einrichtungen verlangten einen Kurswechsel in der Kulturförderurng des Bundeslandes, sagte am Freitag die Hausregisseurin des Deutschen Theaters Göttingen, Antje Thoms.
#RetteDeinTheater: Theater und Orchester im Land gehen auf die Barrikaden
Galerie Mitte zeigt Arbeiten von Claudia Christoffel und Sirma Kekeç

Galerie Mitte zeigt Arbeiten von Claudia Christoffel und Sirma Kekeç

Bremen - Von Jan-Paul Koopmann. Übersehen kann man diese kleine Arbeit ganz leicht – sie wieder zu vergessen, geht hingegen überhaupt nicht. „Rezidiv“: Das Wort steht irgendwo in Fast-Weiß auf der ganz weißen Wand der Galerie Mitte. Es ist so ein Horror-Schriftzug mit nach unten verlaufenden Buchstaben, typografisch irgendwo zwischen Gruselcomics, dem Logo einer Black-Metal-Band und der „Rocky Horror Picture Show“. Und vielleicht ist das auch die Botschaft: Mancher Horror ist so echt und so brutal, dass jede Subtilität eine Frechheit wäre. Denn das Rezidiv, um das es hier geht, ist ein Tumor, der wieder zurückkommen könnte.
Galerie Mitte zeigt Arbeiten von Claudia Christoffel und Sirma Kekeç
Hamburger Museum der Arbeit erinnert an einen Vermissten

Hamburger Museum der Arbeit erinnert an einen Vermissten

Hamburg - Von Rolf Stein. So prototypisch wie Heiner Weiland, Maschinenbauer aus Barmbeck und Protagonist von „Mir fehlt es an nichts“, so ungewöhnlich ist die Form, in der uns seine Geschichte begegnet: Wir nehmen Weiland über seine Spuren wahr – von ihm selbst gibt es kein Bild in der „theatralen Ausstellung“, die die Theatermacher Raban Witt und Saskia Kaufmann heute in Hamburg eröffnen.
Hamburger Museum der Arbeit erinnert an einen Vermissten
Stadttheater Bremerhaven bringt Joseph Roths Roman „Hiob“ auf die Bühne

Stadttheater Bremerhaven bringt Joseph Roths Roman „Hiob“ auf die Bühne

Bremerhaven - Von Rolf Stein. Es ist eine große Welt, in der die Kleinfamilie Singer lebt. Sie weiß es nur nicht. Zunächst zumindest. Das kleine galizische Dorf Zuchnow, in dem der Thoralehrer Mendel Singer mit seiner Familie lebt, es wird den Söhnen bald zu klein.
Stadttheater Bremerhaven bringt Joseph Roths Roman „Hiob“ auf die Bühne

Landesmuseum Hannover zeigt Arbeiten von Max Slevogt

Hannover - Von Jörg Worat. Ein Gemälde von einem Kätzchen im Korb. Eine Lithografie vom geköpften Macbeth. Der „Papagaienmann“ posiert mit seinen buntgefiederten Vögeln. Ein Ritter geht einer nackten Frau an die Gurgel. Landschaften, Porträts, Stillleben – diese Ausstellung strotzt nur so vor unterschiedlichen Motiven. Und wer glaubt, das Werk von Max Slevogt (1868 bis 1932) einigermaßen sicher einordnen zu können, wird durch die gerade eröffnete Retrospektive im hannoverschen Landesmuseum eventuell eines Besseren belehrt.
Landesmuseum Hannover zeigt Arbeiten von Max Slevogt